# taz.de -- Wasserqualität in Berlin: Immerhin einig in der Zustandsbeschreibung
> Im Umweltausschuss gibt es zwar kein zusätzliches Geld für Kleingewässer.
> Jedoch drängt ein Antrag den Senat, beim Gewässerschutz mehr zu tun.
(IMG) Bild: Viele der bis zu 700 Berliner Kleingewässer drohen auszutrocknen und zu versanden
Um die mehreren Hundert Berliner Kleingewässer steht es zwar weiter
schlecht. Aber immerhin gibt es nun im Abgeordnetenhaus breiten politischen
Rückhalt zu ihrer Erhaltung und Pflege, wenn auch keine konkreten
Geldzusagen: Am Donnerstag haben dort im Umweltausschuss alle fünf
Fraktionen einen Antrag von CDU und SPD unterstützt, das schon existierende
Kleingewässerprogramm konkreter auszugestalten. Die Grünenfraktion hatte
einen deutlich weiter reichenden Antrag mit stabiler Finanzierung
vorgelegt, für den aber nur die Linksfraktion stimmen mochte.
Die taz hatte jüngst Mitglieder des Bündnisses Wassernetz [1][beim
Probennehmen an Kleingewässern begleitet]. Das Bündnis äußerte sich dabei
unzufrieden mit der schwarz-roten Landesregierung: Der Senat erfasse die
Wasserqualität von mehr als 90 Prozent seiner Gewässer nicht. Dem soll
entgegenwirken, was die Koalitionsfraktionen am Donnerstag in ihrem Antrag
formulierten: Es sei notwendig, einen Überblick über die gesamten
Kleingewässer in der Stadt zu bekommen. Das zur Verfügung stehende Geld
soll „zügig und effektiv“ für Sanierung und Renaturierung genutzt werden.
„Wir wünschen uns volle Unterstützung vom Senat“, sagte die SPD-Abgeordnete
Linda Vierecke in Richtung von Ute Bonde, der auch für Umweltschutz
zuständigen CDU-Senatorin. [2][Im Antragstext] räumen die
Koalitionsfraktionen aber ein, dass diese Aufgabe nicht in den kommenden
zwei Jahren erfüllt werden könne. Bonde grenzte die Aufgaben ein: „Nicht
alle Kleingewässer erfordern eine Renaturierung.“
Über ihren Zustand gab es zwischen Koalition und Opposition jedoch keinen
Dissens. „Die Gewässer müssen gepflegt werden, hier gibt es viele
Missstände“, war von June Tomiak (Grüne) kaum anders zu hören als von der
SPDlerin Vierecke, die Kleingewässer „in einem ziemlich schlechten Zustand“
sah, teils komplett versandet.
## Es gilt ein „Verschlechterungsverbot“
Nach Zahlen des CDU-Umweltpolitikers Danny Freymark gibt es bis zu 700
Kleingewässer, von denen aber nach seinen Worten rund 300 gar kein Wasser
mehr haben. Die Grünen hatten in ihrem Antrag vergeblich darauf gedrängt,
dass der Senat mit Unterhaltszahlungen an die Bezirke die Pflege absichern
soll. Zuständig sind dort laut Bonde die Straßen- und Grünflächenämter.
Die Grünen-Abgeordnete Tomiak wirkte immerhin erfreut, von der Senatorin
bestätigt zu bekommen, dass die Kleingewässer der Wasserrahmenrichtlinie
unterliegen und daher ein „Verschlechterungsverbot“ besteht. Was anders
ausgedrückt heißt: Zumindest müssen Land und Bezirke verhindern, dass aus
dem jetzigen beklagenswerten Zustand ein noch schlechterer wird.
Tomiak hoffte zwar vergeblich, dass CDU und SPD noch das eine oder andere
aus dem Grünen-Antrag übernehmen und in den eigenen Antrag reinschreiben
würden. Enttäuscht verweigern mochten sich die Grünen aber auch nicht und
stimmten dem Koalitionsantrag zu, über dessen Umsetzung der Senat dem
Ausschuss bis Ende August berichten soll.
Die AfD-Fraktion sah sich als „Geburtshelfer“ dieses Beschlusses, weil sie
schon im Jahr 2023 einen ähnlichen Antrag vorgelegt haben will. Dem
CDU-Abgeordneten Freymark rang das kaum ein müdes Lächeln ab: Im Ausschuss
beschäftige man sich schon länger mit dem Thema, sagt er dazu, Geburtshilfe
war deshalb aus seiner Sicht nicht nötig.
16 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Wasserverschmutzung-in-Berlin/!6166407
(DIR) [2] https://www.parlament-berlin.de/ados/19/UK/vorgang/UK19-0296-v.pdf
## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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