# taz.de -- Privatgeschäfte der Trump-Familie: Alle Hemmungen fallen gelassen
> Seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus wuchs sein Vermögen um
> Hunderte Millionen Dollar. Kritiker sehen eine unzulässige Nutzung
> politischer Macht.
(IMG) Bild: Die Trumps, Günstlinge der Macht
ap | Für die Familie von [1][Donald Trump] ist es finanziell noch nie so
gut gelaufen wie jetzt. Das hat viel damit zu tun, dass der Milliardär seit
gut einem Jahr wieder Präsident der USA ist. Während seiner ersten
Präsidentschaft verzichtete die Trump Organization auf Geschäfte im Ausland
– seit [2][Trumps Rückkehr ins Weiße Haus] hat sie bereits acht
abgeschlossen. Und allein mit dem Verkauf einer Art Souvenirmünze mit dem
[3][Bildnis Donald Trumps] verdiente die Familie in vier Monaten mehr als
doppelt so viel wie in den vier Jahren der ersten Amtszeit mit dem Betrieb
eines Luxushotels in Washington.
Es gibt etliche weitere Projekte der Trump-Familie, bei denen Kritiker
Interessenkonflikte sehen. Sie macht Geschäfte in Staaten, die auf
bestimmte Entscheidungen des Weißen Hauses hoffen, und investiert in
Unternehmen, die von Aufträgen der US-amerikanischen Regierung abhängig
sind oder die steuerfinanzierte Fördermittel beantragen.
„Alle Beschränkungen, die es während der ersten Amtszeit noch gegeben haben
mag, scheinen nun vollständig verschwunden zu sein“, sagt Timothy Naftali,
Historiker von der Columbia University. Und das wiederum sende auch ein
Signal an künftige Präsidenten, warnt Julian Zelizer, der an der Princeton
University Geschichte lehrt. Trump habe gezeigt, dass man „fürs
Geldverdienen keinen politischen Preis zu zahlen“ habe, sagt er.
## Trump bestreitet Beteiligung an Geschäften
Das Weiße Haus weist Vorwürfe bezüglich potenzieller Interessenkonflikte
stets zurück und wiederholt immer wieder, dass das private Vermögen des
Präsidenten in einem von seinen Kindern verwalteten Treuhandfonds liege und
Donald Trump in die Geschäfte der Familie nicht involviert sei. Ähnlich
stellt es auch die Trump Organization dar. Der Vorwurf, „dass Politik die
Familie Trump bereichert“ habe, sei unbegründet, hieß es in einer
Stellungnahme.
Viele der jüngsten „Deals“ der Familie werfen jedoch manche Fragen auf. In
Katar entsteht ein Trump-Golfclub mit Luxusvillen – in Kooperation mit
einem Unternehmen, das der Regierung des Emirats gehört. In Vietnam, wo
laut einem Bericht der New York Times die Regierung Bauern von ihrem Land
vertrieben hat, um Platz für ein Trump-Resort zu machen, wurde der Vertrag
für das Projekt inzwischen vom stellvertretenden Ministerpräsidenten des
Landes unterzeichnet. In Saudi-Arabien wird ein Trump-Resort am Roten Meer
von einer Immobiliengesellschaft mit engen Verbindungen zu der dort
herrschenden Familie gebaut.
Ob diese Geschäfte in irgendeiner Weise Einfluss auf politische
Entscheidungen der USA gehabt haben oder noch haben werden, ist fast
unmöglich zu sagen. Fest steht aber, dass diese Länder Dinge gewährt
bekommen haben, die ihnen wichtig waren: Katar erhielt Zugang zu
fortschrittlicher US-amerikanischer Technologie, für Vietnam gab es
Zollerleichterungen und Saudi-Arabien durfte US-Kampfjets kaufen. Auch die
Trump Organization kam auf ihre Kosten – sie erhielt Gebühren in
zweistelliger Millionenhöhe.
## Umstrittene Deals mit Kryptowährungen
Besonders umstritten sind zudem die Geschäfte der Trump-Familie mit
Kryptowährungen. Tage vor der zweiten Vereidigung verkaufte Trumps Familie
fast die Hälfte ihres Kryptounternehmens World Liberty Financial für 500
Millionen Dollar (424 Millionen Euro) an ein von der Regierung der
Vereinigten Arabischen Emirate kontrolliertes Unternehmen. Ein Staatsfonds
des Landes nutzte den von World Liberty eingeführten Stablecoin für eine
2-Milliarden-Dollar-Investition in die Kryptohandelsplattform Binance. Kurz
darauf erhielten die Emirate Zugang zu hoch entwickelten US-Chips. Und der
wegen Geldwäschevergehen verurteilte Binance-Gründer Changpeng Zhao wurde
wenig später von Trump begnadigt.
Erhebliche Einnahmen beschert World Liberty der Trump-Familie auch über den
Verkauf von sogenannten Governance Tokens. Ein bekannter Käufer dieser
Tokens ist der Geschäftsmann Justin Sun, der als ausländischer Staatsbürger
einen US-Politiker nicht mit politischen Spenden finanziell unterstützen
darf. Zwischen Trumps Wahl und seiner Vereidigung investierte Sun aber 75
Millionen Dollar in Tokens des Trump-Unternehmens. Einen Monat später wurde
ein US-Verfahren wegen Betrugsvorwürfen gegen ihn ausgesetzt und vor
wenigen Wochen schließlich gegen Zahlung von 10 Millionen Dollar
eingestellt.
Und dann sind da noch die sogenannten Meme-Coins, die Souvenirmünzen, deren
Verkauf wenige Tage vor der Amtseinführung im vergangenen Jahr startete. In
den folgenden vier Monaten wurden darüber 320 Millionen Dollar generiert –
der größte Teil davon floss laut dem Blockchain-Analyseunternehmen
Chainalysis an Gesellschaften mit Verbindungen zur Trump-Familie. Die
Käufer der Meme-Coins können anonym bleiben.
## Söhne steigen bei Drohnenhersteller ein
Unterm Strich haben die geschäftlichen Aktivitäten der Trump-Familie das
private Vermögen des Präsidenten laut Schätzungen des Wirtschaftsmagazins
Forbes auf 6,3 Milliarden Dollar steigen lassen, 60 Prozent mehr als zum
Zeitpunkt seines Amtsantritts. Und die Entwicklung scheint in diese
Richtung weiterzugehen. Im März sicherten sich die beiden älteren Söhne des
Präsidenten, Eric und Donald Jr., eine Beteiligung an einem
Drohnenhersteller, der sich um Verträge mit dem Pentagon und mit den von
Iran angegriffenen Golfstaaten bemüht. Die beiden Söhne haben auch Anteile
an weiteren Unternehmen erworben, die für die Regierung arbeiten, darunter
ein Hersteller von Raketenmotoren, ein Lieferant von KI-Chips und ein
Datenanalyseunternehmen.
Auf mögliche Interessenkonflikte im Zusammenhang mit dem Drohnendeal
angesprochen, sagte Eric Trump lediglich: „Ich bin unglaublich stolz, in
Unternehmen zu investieren, an die ich glaube.“ Ein Sprecher von Donald
Trump Jr. sagte, der Präsidentensohn halte bezüglich der Unternehmen in
seinem Portfolio keine Rücksprache mit der Regierung. Der Präsident selbst
gibt sich gelassen. Der New York Times sagte er im Januar in Hinblick auf
mögliche Interessenkonflikte: „Ich habe festgestellt, dass es niemanden
interessiert.“
15 Apr 2026
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