# taz.de -- Treffen von Israel und Libanon: Gespräche ohne greifbares Ergebnis und dennoch wichtig
       
       > Das erste offizielle Treffen zwischen israelischen und libanesischen
       > Vertretern auf politischer Ebene ist konstruktiv verlaufen. Weitere
       > Gespräche sollen folgen.
       
 (IMG) Bild: Vertreter:innen Israels und den USA haben sich seit langer Zeit zu direkten Gesprächen getroffen; 14. April 2026, Washington D.C
       
       rtr | Die ersten ‌offiziellen bilateralen Gespräche ‌zwischen Israel und
       Libanon sind am Dienstag ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Bei dem
       von US-Außenminister Marco Rubio in Washington ausgerichteten Treffen
       prallten die gegensätzlichen Interessen der beiden Nachbarstaaten
       aufeinander. Während die libanesische Seite bislang auf eine Waffenruhe
       pochte, schloss Israel dies bisher aus und [1][forderte die Entwaffnung der
       pro-iranischen Hisbollahmiliz.]
       
       Das US-Außenministerium sprach dennoch von einem „historischen
       Meilenstein“. Der israelische Botschafter in den USA, Jechiel Leiter,
       zeigte sich nach dem mehr als zweistündigen Treffen zuversichtlich. Die
       libanesische Regierung habe deutlich gemacht, dass sie sich nicht ‌länger
       von der Hisbollah „besetzen“ lassen wolle, sagte er. Ob Israel im Gegenzug
       seine Angriffe auf das Nachbarland einstellen werde, ließ er offen.
       
       [2][Die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh] bezeichnete das
       Auftakttreffen als konstruktiv. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte sie,
       sie habe bei der Zusammenkunft eine Feuerpause, die Rückkehr der
       Vertriebenen sowie Maßnahmen zur Linderung der humanitären Krise im Libanon
       gefordert. Der libanesische Präsident Joseph Aoun äußerte auf der
       Kurznachrichtenplattform X die Hoffnung, dass das Treffen den Anfang vom
       Ende des Leidens der libanesischen Bevölkerung markiere.
       
       ## Von einer gemeinsamen Basis kann nicht die Rede sein
       
       Das US-Außenministerium teilte mit, beide Seiten hätten „produktive
       Gespräche über Schritte zur Aufnahme direkter Verhandlungen“ geführt. In
       der Erklärung wurden die jeweiligen Positionen dargelegt, von einer
       gemeinsamen Basis war jedoch nicht ‌die Rede. „Alle Seiten kamen überein,
       zu einem beiderseits vereinbarten Zeitpunkt und an einem beiderseits
       vereinbarten Ort direkte Verhandlungen aufzunehmen“, hieß es in der
       Mitteilung weiter.
       
       Nach dem Treffen in Washington forderte eine Gruppe von zehn Ländern „ein
       unverzügliches Ende der Kampfhandlungen in Libanon“. Kanada,
       Großbritannien, die Schweiz und sieben weitere Staaten begrüßten in einer
       Mitteilung die jüngst zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran
       vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Aber auch in Libanon müssten nun die
       Waffen schweigen.
       
       ## Staaten besorgt über humanitäre Lage in Libanon
       
       Das Treffen in Washington kam auf Druck von US-Präsident Donald Trump
       zustande. Er hatte Israel dazu gedrängt, ⁠die Angriffe in Libanon zu
       reduzieren, um die erst eine Woche alte und fragile Waffenruhe zwischen den
       USA, Israel und Iran nicht zu gefährden. Denn Iran pocht darauf, dass
       Libanon in die Feuerpause mit einbezogen wird. Der Konflikt hatte am ‌28.
       Februar mit US-israelischen ‌Angriffen auf Iran begonnen und zur größten
       Unterbrechung der Ölversorgung in der ⁠Geschichte geführt.
       
       Am 2. März hatte die Hisbollah zur Unterstützung Teherans das Feuer
       eröffnet. Die darauffolgende israelische Offensive kostete nach
       libanesischen Angaben mehr als 2.000 Menschen das Leben und ‌zwang 1,2
       Millionen in die Flucht.
       
       Die libanesische Regierung ‌hatte den militärischen Arm der Hisbollah im
       vergangenen Monat verboten und sich trotz des Widerstands der Miliz für
       Verhandlungen mit [3][Israel] ausgesprochen.
       
       15 Apr 2026
       
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