# taz.de -- Vorwürfe gegen Christian Ulmen: Fall Fernandes bald wohl vor deutschen Gerichten
> Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann
> Christian Ulmen erschütterten Deutschland. Nun gibt die spanische Justiz
> den Fall wohl nach Potsdam ab.
(IMG) Bild: Fall Collien Fernandes wird wohl doch in Deutschland verhandelt
dpa | Nach einer Strafanzeige von Schauspielerin und Moderatorin Collien
Fernandes gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen auf Mallorca gibt die
spanische Justiz den Fall an Deutschland ab. Die zuständige Richterin in
Palma habe nun diese Entscheidung getroffen, teilte die Justizsprecherin
auf der spanischen Mittelmeerinsel der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage
mit. Damit bestätigte die Sprecherin einen Bericht der Mallorca Zeitung.
Die Richterin der Kammer für Gewalt gegen Frauen am erstinstanzlichen
Gericht in Palma folgt mit ihrer Entscheidung der Argumentation der
Verteidigung und der Staatsanwaltschaft. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft
in Palma bereits mitgeteilt, dass sie Spanien nicht für zuständig hält. Die
Anwälte von Collien Fernandes könnten gegen die Entscheidung jedoch noch
vor einer höheren Instanz in Spanien Einspruch einlegen, ließ die
Sprecherin wissen.
Fernandes wirft Ulmen vor, [1][Fake-Profile in ihrem Namen erstellt] und
darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt
die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen
die „initiale Berichterstattung“ des Spiegels [2][gerichtliche Schritte
einzuleiten]. Der Fall löste in Deutschland eine breite Debatte über
sexualisierte Gewalt und [3][Demonstrationen in mehreren deutschen Städten]
aus.
Vor ihrem Umzug 2023 nach Mallorca hatten Fernandes und der Schauspieler
Christian Ulmen in Potsdam gewohnt. Das Gericht auf Mallorca sieht keine
ausreichenden Anhaltspunkte dafür, dass die mutmaßlichen Taten überwiegend
in Spanien begangen wurden.
## In Deutschland steht nun Potsdam im Blickpunkt
In einem von der Sprecherin zur Verfügung gestellten Beschlusstext weist
die Richterin darauf hin, dass „die wesentlichen Umstände, die zur
Einreichung der Anzeige geführt haben, mutmaßlich auf deutschem
Hoheitsgebiet begangen wurden oder über digitale Plattformen, die auf
Deutsch veröffentlichen“.
Zudem handele es sich sowohl bei der Klägerin als auch beim Angeklagten um
deutsche Staatsangehörige, wird hervorgehoben. Auch die benannten Zeugen
seien deutsche Staatsangehörige, in Deutschland ansässig und sprächen
Deutsch. Sämtliche vorgelegten Gespräche müssten aus dem Deutschen
übersetzt werden, da keine der Parteien Spanisch spreche.
Auch eine mögliche digitale Hetzkampagne mit Auswirkungen auf Mallorca
begründe keine Zuständigkeit spanischer Gerichte, da Collien Fernandes in
Deutschland deutlich bekannter sei als in Spanien, heißt es. Die deutsche
Gerichtsbarkeit sei aus all den genannten Gründen in einer „privilegierten
Position, die von ihr bereits eingeleiteten Ermittlungen fortzusetzen“.
Die mallorquinische Richterin ordnete „die vollständige Weiterleitung der
Akten an die zuständige deutsche Staatsanwaltschaft“ an, „konkret an die
Staatsanwaltschaft Itzehoe“. In Deutschland prüft unterdessen die
Staatsanwaltschaft Potsdam die Übernahme der Ermittlungen aus Itzehoe. Die
Akten der Staatsanwaltschaft Itzehoe in Schleswig-Holstein seien
eingetroffen, sagte am Montag eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde in
Potsdam.
Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow von der Staatsanwaltschaft Itzehoe
hatte am Freitag zur Abgabe des Falls nach Potsdam gesagt, durch die
Prüfung „bezüglich der vorgeworfenen Handlungen“ hätten sich Hinweise auf
mögliche Tatorte im dortigen Bezirk ergeben.
14 Apr 2026
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