# taz.de -- Podcast zum Gaza-Krieg: Ein ganz normaler Zivilist?
       
       > „Der Koch von Gaza“ rekonstruiert, wie der Betreiber einer Suppenküche
       > getötet wurde. Und liefert ein Paradebeispiel, wie erhellend Recherche
       > ist.
       
 (IMG) Bild: „Der Koch von Gaza“, ein Podcast der ZEIT
       
       [1][Journalistisch über den Gazastreifen zu berichten, ist in etwa so
       schwierig wie über den Garten Eden]. Es gibt spätestens seit der
       israelischen Offensive nach dem [2][Hamas-Massaker] keine Möglichkeit, im
       Gazastreifen unabhängig journalistisch zu arbeiten.
       
       Bei allem politischen Interesse, schwindet deswegen auch immer wieder das
       Vertrauen in Berichte, was viele zum Weghören verleitet. Wie man es
       schafft, Leute doch wieder zum Hinhören zu bewegen, dafür ist der Podcast
       „Der Koch von Gaza“ beziehungsweise Yassin Musharbashs Recherche über
       Mahmud Almadhoun ein Paradebeispiel.
       
       Musharbash ist stellvertretender Leiter des Investigativressorts der Zeit.
       Er wollte Gerüchten nachgehen, dass in Gaza Kinder an den Folgen von
       Mangelernährung sterben, als er die Facebookseite der Gaza Soup Kitchen
       entdeckte, dessen Betreiber Mahmud Almadhoun war. Musharbash kontaktierte
       ihn und ließ sich erzählen, wie die Suppenküche funktionierte. Almadhoun
       versorgte [3][hungernde Menschen]. Und er versorgte den Journalisten mit
       Informationen über die Lage im Gazastreifen. Bis der Koch im November 2024
       von einem Geschoss getroffen wurde und starb.
       
       Musharbash wollte nun wissen: War der Koch ein Terrorist? Oder war
       Almadhoun der, für den der Journalist ihn gerne halten würde: ein ganz
       normaler Zivilist? Wurde er gezielt ermordet? War es ein Unfall?
       
       ## In mühsamen Kleinschritten
       
       In den Gazastreifen kann er nicht reisen, deswegen rekonstruiert Musharbash
       nun in mühsamen Kleinschritten aus der Ferne, wer Almadhoun war und warum
       er starb. Unter anderem spricht Almadhouns Bruder mit ihm und auch ein
       ehemaliger Mitarbeiter aus dem „Target-Room“ der israelischen Armee.
       
       Die fünf Folgen des Podcasts hören sich weg wie ein Krimihörspiel. Man
       merkt, [4][dass Musharbash] am großen John Le Carré geschult ist. „Der Koch
       von Gaza“ ist ein Lehrstück darüber, wie quasi aussichtslose Recherchen
       ablaufen, und darüber, wie man so was ultraspannend erzählt.
       
       20 Apr 2026
       
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 (DIR) Doris Akrap
       
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