# taz.de -- Anfrage zur Olympiabewerbung: Vage Finanzzusage Klingbeils
> Vier deutsche Städte bewerben sich auf Olympia. Die Bundesregierung
> sicherte ihnen zuletzt eine Teilfinanzierung zu. Die Linke kritisiert
> das.
(IMG) Bild: Olympiafreund und Vize-Kanzler Lars Klingbeil bei den Winterspielen 2026 an der Biathlonstrecke
Es war ein aufsehenerregendes Bekenntnis, das Vize-Kanzler Lars Klingbeil
im Februar in einem Interview abgab. Er sprach in einem Interview von der
„Olympia-Garantie“ und sicherte den vier nationalen Bewerbern somit
Rückendeckung der Bundesregierung zu.
Wenn der Finanzminister dies sagt, hinterlässt das Eindruck. Deutschland,
so erklärte der SPD-Politiker, könne und sollte sich Olympische und
Paralympische Spiele leisten. Doch wie belastbar ist dieses
milliardenschwere Versprechen tatsächlich? Die Fraktion Die Linke hatte mit
einer Kleinen Anfrage nachgehakt.
Konkrete Zahlen sucht man auf den acht Seiten der nun vorliegenden Antwort
der Bundesregierung vergeblich. Auf die Frage nach der finanziellen und
rechtlichen Definition der Garantie verweist die Koalition auf ihre
„politische Haltung“. Olympia sei ein „nationales Gemeinschafts- und
Zukunftsprojekt“. So bekennt sich der Bund zu einer „anteiligen
Finanzierungsverantwortung“, lässt aber völlig offen, wie hoch diese sein
wird.
Als Begründung hierfür nennt die Bundesregierung den noch nicht
abgeschlossenen Bewerbungsprozess. [1][Berlin,] Hamburg, München und
[2][Köln/Rhein-Ruhr] haben erste Konzepte beim Deutschen Olympischen
Sportbund (DOSB) eingereicht. Die Entscheidung über die Region fällt erst
im September 2026. Laut Bundesregierung wäre es zu früh, die Kosten
„bereits beziffern zu können“. Für die beteiligten Länder und Kommunen
gelte dasselbe.
## „Schlichtweg unseriös“
„Die Antwort der Bundesregierung ist ein Offenbarungseid“, kommentiert der
sport- und finanzpolitische Sprecher der Linken, Christian Görke. „Wer
nicht einmal weiß, was etwas kostet, kann keine Garantie abgeben.“ Das
Vorgehen der Regierung sei „schlichtweg unseriös“, kritisierte Görke.
Angesichts dreistelliger Milliardenbeträge, die bis 2033 im Bundeshaushalt
fehlen werden, spricht er von einem „politischen Täuschungsmanöver“.
Die Schlussfolgerung des Abgeordneten: „Wie so oft bei Lars Klingbeil eben
nur heiße Luft!“ Und hinter den großen Worten stecke „absolut keine
Substanz“. Am Ende drohe vielmehr das altbekannte Szenario: „Dass der Bund
sich wegduckt und die Lasten auf die Bewerberregion und andere abwälzt.“
Ein solches Vorgehen verspiele nachhaltig das Vertrauen in Sport und
Politik.
Die Antwort der Bundesregierung wirkt tatsächlich sehr vage. Dafür fehlt es
nicht an weiteren Bekenntnissen. Deutschland, heißt es unter anderem, solle
als Sportnation wieder international zu den führenden Nationen gehören.
14 Apr 2026
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(DIR) Jona Killius
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