# taz.de -- Hamburger Olympia-Bewerbung: Jetzt haben auch die Befürworter ihre Ini
       
       > Sechs Wochen noch bis zum Referendum zur Olympia-Bewerbung Hamburgs: Nun
       > mobilisiert eine Gruppe von Geschäftsleuten für die Spiele.
       
 (IMG) Bild: Gründer der Initiative „Olympja“ am Jungfernstieg: Christian Gerlach und Uwe Bergmann (1. u. 2. v. l.), Matthias Onken (2. v. r.)
       
       Eine Initiative für eine Olympia-Bewerbung hat sich am Dienstag in Hamburg
       vorgestellt. Eine Reihe von Unternehmern haben sich bei „Olympja“
       zusammengefunden, um die bis dato überwiegend negative Stimmung in der
       Stadt zu drehen. Unterstützt werden sie vom Hamburger Sportbund. Für
       Freitag, den 24. April, 16 Uhr, planen sie eine große Sause am
       Jungfernstieg, bei der möglichst viele Hamburger ihre Begeisterung für eine
       Bewerbung zum Ausdruck bringen sollen.
       
       Am 31. Mai soll sich das Hamburger Wahlvolk in einem Referendum für oder
       gegen eine Olympia-Bwerbung der Stadt aussprechen. Bisher ist der
       öffentliche Diskurs in der Stadt stark von der kritischen Initiative
       „Nolympia“ geprägt, die schon 2015 maßgeblich dazu beigetragen haben
       dürfte, dass sich die Hamburger gegen eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen
       haben. Nolympia schoss denn auch gleich gegen die Olympja-Organisatoren,
       denen sie geschäftliche Interessen vorwarf.
       
       Der rot-grüne Senat mache bei seinem Werben für die Spiele zwar gute
       inhaltliche Arbeit, sagte der Kommunikationsberater Matthias Onken von
       Olympja. Was ihm aber weniger gut gelinge, sei, die Herzen der Menschen
       anzusprechen. „Olympia ist Emotion“, sagt Onken.
       
       Für die Kundgebung kommende Woche haben die Initiatoren deshalb die
       Sportvereine zur Teilnahme aufgerufen. Ihre Mitglieder sollen sich mit
       Freundeskreisen und Familien zusammenfinden, „gerne in Sportkleidung und
       mit ihrer jeweiligen Sportausrüstung“, um die Vielfalt des Hamburger Sports
       sichtbar zu machen und auch um gemeinsam Sport zu treiben. Die „25
       Top-Vereine“ säßen schon im Boot.
       
       ## Geschäftliches Interesse unterstellt
       
       Es gehe um „ein sichtbares positives Zeichen – getragen von Begeisterung,
       Gemeinschaft und dem Glauben an die enorme Kraft einer erfolgreichen
       Bewerbung für die Entwicklung der Stadt“, wirbt Olympja. Die Veranstalter
       versprechen ein Bühnenprogramm mit kurzen Reden sowie musikalischen und
       sportlichen Highlights. „Jeder Verein, der sich anmeldet, darf sich einen
       Song wünschen“, sagt der Mitinitiator Christian Gerlach.
       
       Mit Konzerten kennt sich Gerlach aus, schließlich ist er Eventveranstalter
       – ebenso wie die Bergmanngruppe des Mitinitiators Uwe Bergmann. Onken
       gehört eine PR-Agentur. Die Initiative versichert, sie agiere „ehrenamtlich
       und ohne institutionelle Anbindung“.
       
       Dagegen spekuliert Nolympia, dass das Engagement der drei Unternehmer
       durchaus von einem geschäftlichen Interesse motiviert sein könnte: Gerlachs
       Firma hat [1][für den Senat visualisiert, wie die Eröffnungsfeier von
       Spielen in Hamburg aussehen könnte]. Die Bergmanngruppe hat das Public
       Viewing für die Fußball-WM 2006 und die Fanzone für die
       Fußball-Europameisterschaft 2024 auf dem Heiligengeistfeld organisiert.
       Onken befasst sich mit politischer und Krisen-Kommunikation.
       
       Alle drei weisen den Vorwurf zurück. „Ich stehe hier als Bürger, nicht als
       Unternehmer“, versichert Bergmann. Ihn würde es wurmen, sollten die Spiele
       wie so vieles andere nach München gehen. Er wäre bei möglichen Spielen 80
       Jahre alt und werde dann nicht mehr im Geschäft sein; es gehe ihm eher
       darum, der Stadt etwas zurückzugeben. Hamburg habe die Chance, die im Sinne
       der gesamten Stadtgesellschaft [2][besten Spiele aller Zeiten zu
       organisieren].
       
       Im Übrigen werde der gesellschaftliche Wert, der in einer
       Olympia-Bewerbungskampagne stecke, nicht ausreichend beachtet, sagt
       Bergmann. „Weil wir aus der Branche sind, wissen wir, was das bringen
       kann“, ergänzt Gerlach.
       
       Die Nolympia-Leute wird das wohl nicht besänftigen. Die
       Anti-Bewerbungsinitiative kann unterdessen einen Erfolg verbuchen: Die
       Schulbehörde hat die Lehrerschaft auf das [3][Informationsangebot von
       Nolympia] hingewiesen. Es könne im Unterricht zum Thema Olympia-Bewerbung
       verwendet werden. Eine erste [4][Handreichung im März hatte das
       unterschlagen].
       
       Dabei hatte sich damals bereits abgezeichnet, dass die [5][Stellungnahme
       von Nolympia in die Abstimmungsunterlagen des Referendums aufgenommen
       werden muss]. Dieses Recht hatte die Initiative mit einer sehr
       erfolgreichen Unterschriftenkampagne erstritten.
       
       14 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/behoerde-fuer-inneres-und-sport/olympia-bewerbung-deine-stadt-deine-stimme-deine-spiele-buergerbeteiligung-startet-im-november-1109128
 (DIR) [2] /Hamburger-Olympiabewerbung/!6162660
 (DIR) [3] https://www.nolympia-hamburg.de/
 (DIR) [4] /Jugend-indoktriniert-fuer-Olympia/!6163352
 (DIR) [5] /Olympische-Spiele-in-Hamburg/!6166214
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gernot Knödler
       
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