# taz.de -- Internationale Sudankonferenz in Berlin: Sudans Regierung lehnt Sudankonferenz ab
> Das Auswärtige Amt lädt am Mittwoch zur Sudankonferenz ohne Sudans
> Regierung. Sudans Botschaft kritisiert „Verletzung der staatlichen
> Souveränität“.
(IMG) Bild: Sudans Botschafterin Ilham Ibrahim Mohamed Ahmed bei ihrer feierlichen Akkreditierung durch Bundespräsident Steinmeier 2022
Sudans Regierung lehnt die für den 15. April geplante internationale
Sudankonferenz in Berlin ab. Wie sudanesische Staatsmedien am Wochenende
einhellig meldeten, hat Sudans Botschafterin Ilham Ibrahim Mohamed Ahmed am
Freitag beim Auswärtigen Amt Protest gegen die Veranstaltung eingelegt, an
der sie nicht beteiligt ist.
Wie jedes Jahr zum Beginn des Krieges in Sudan am 15. April 2023, als die
paramilitärische Miliz RSF (Rapid Support Forces) gegen die
Militärregierung in den Aufstand trat, findet auch dieses Jahr in einer
europäischen Hauptstadt ein Treffen zahlreicher mit dem Land befasster
Diplomaten, Politiker und humanitärer Helfer sowie ausgewählter ziviler
sudanesischer Stimmen statt. Nach [1][Paris im Jahr 2024] und London im
Jahr 2025 ist dieses Jahr Berlin der Konferenzort. Die Kriegsparteien sind
nicht geladen, also weder Sudans Regierung noch die RSF.
Sudans Regierung werde dadurch mit einer „Terrormiliz“ auf eine Stufe
gestellt, erklärte dazu Sudans Botschafterin in einem Memorandum, das sie
nach [2][den von sudanesischen Medien wiedergegebenen Angaben des
sudanesischen Außenministeriums] am Freitag bei einem Treffen im
Auswärtigen Amt der Afrikadirektorin Gesa Bräutigam übergab. „Jeder
Versuch, über Sudan zu diskutieren oder zu berichten, ohne seine Regierung
zu beteiligen, stellt einen flagranten Bruch des Völkerrechts und der
UN-Charta und eine Verletzung der staatlichen Souveränität und etablierter
diplomatischer Normen dar.“ Sudans Regierung versuche seit Januar
erfolglos, sich in die Vorbereitung der Konferenz einzubringen, hieß es
weiter Berichten zufolge.
Mit gleichlautenden Argumenten hatte Sudans Regierung sich bereits [3][über
die Konferenz in Paris 2024 beschwert]. Diesmal droht sie zusätzlich, Sudan
werde nun mit den Ländern, die die Konferenz organisieren und fördern,
„seine Beziehungen überdenken“. Die Konferenz wird nach amtlichen deutschen
Angaben gemeinsam von Deutschland, der EU, Frankreich, dem Vereinigten
Königreich, den USA und der Afrikanischen Union (AU) ausgerichtet. Ziel ist
demnach, „humanitäre Hilfe zu stärken, sudanesischen Stimmen, die sich für
einen zivil geführten Übergang einsetzen, Raum zu geben und Wege zu einem
dauerhaften Frieden zu finden“.
Über die genaue Beteiligung sudanesischer Stimmen fanden am Sonntag noch
Beratungen am Sitz der AU in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba statt. Eine
Anwesenheit von zivilen Vertretern beider Seiten, also auch der
RSF-gestützten Gegenregierung Sudans, in Berlin galt zunächst als möglich,
aber die ablehnende Haltung der Regierung dürfte dies nun unmöglich machen.
Eine Stellungnahme des Auswärtigen Amts zum Protest der sudanesischen
Regierung lag bis Redaktionsschluss am Sonntag nicht vor.
12 Apr 2026
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(DIR) [1] /Sudan-Konferenz-in-Paris/!6004235
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(DIR) [3] /Sudan-Konferenz-in-Paris/!6004235
## AUTOREN
(DIR) Dominic Johnson
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