# taz.de -- Berliner Olympiapläne immer skurriler: Rad ab!
       
       > Olympia? Besser nicht die Berliner fragen, meint der Senat. Aber über den
       > Ort für die Mountainbike-Medaillen machen sie sich schon konkrete
       > Gedanken.
       
 (IMG) Bild: Auch in Paris wurde für den Mountainbike-Entscheid 2024 ein Berg gefunden
       
       Also doch nicht die Arkenberge. Wer Gold, Silber oder Bronze gewinnt, soll
       sich nicht in den Erhöhungen dieser gleichnamigen Ortslage im nördlichen
       Teil von Pankow entscheiden. Wegen eines Bauprojekts.
       
       Gold, Silber, Bronze? Ja, genau: In Arkenberge, was wiederum zum Ortsteil
       Blankenfelde gehört, hatte man sich schon genaue Gedanken gemacht, wie bei
       Olympischen Spielen in Berlin Mountainbiker um Medaillen fahren sollten.
       Was ja angesichts vorwiegender Flachlandlage auch keine einfache
       Entscheidung ist. Oder wiederum doch, weil es ja eben nicht allzu viele
       Berge – weil Mountain-Bike – und damit wenig Auswahl gibt.
       
       Dabei ist ja alles andere als klar, ob Berlin überhaupt in die Nähe einer
       Bewerbung für Olympische Spiele kommt, egal ob für 2036, 2040 oder 2044.
       Denn wer die für Deutschland einreichen darf, entscheidet sich nicht im
       Roten Rathaus bei Regierungschef und Olympia-Freund Kai Wegner von der CDU.
       Zuständig ist vielmehr eine Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen
       Sportbunds (DOSB) im September.
       
       Vor dieser Entscheidung gibt es gerade wie beim Radeln eine Art
       Ausscheidungsfahren. Denn anders als in Berlin gibt es bei sämtlichen
       anderen Interessenten vor dieser DOSB-Entscheidung Abstimmungen, ob die
       jeweilige Einwohnerschaft das überhaupt will. In München ist das [1][schon
       Ende Oktober mit großer Zustimmung] geschehen, in mehreren Städten in
       Nordrhein-Westfalen, die eine Rhein-Ruhr-Bewerbung tragen sollen, steht das
       in zehn Tagen an, in Hamburg Ende Mai.
       
       ## Berlin hatte sogar eine Skipiste
       
       Was Berlin Hoffnung machen kann und die Bemühungen der hiesigen MTB-Freunde
       doch nicht ganz sinnlos erscheinen lässt: In Hamburg ist die Unterstützung
       [2][laut einer jüngsten Umfrage] auf nur 41 Prozent gesunken. Und wenn dann
       noch an Rhein und Ruhr bloß eine der größeren tragenden Städte wie Köln
       doch nicht mitmachen will, wird das dort auch nichts. Berlin muss dann nur
       noch darauf hoffen, dass der DOSB – warum auch immer – Bayern-Vorbehalte
       hat.
       
       Dann wird wieder relevant, welcher Berg denn die bis zu 122 Meter hohen
       Arkenberge ersetzen soll. Nach jetzigen Überlegungen ist es der 102 Meter
       hohe Kienberg in Marzahn. Dass es dort, an den Gärten der Welt, auch eine
       Seilbahn über den Berg gibt, könnte ein Argument sein, muss aber nicht –
       beim Mountainbike-Fahren geht es ja nicht allein ums Runterrasen, sondern
       auch ums Raufstrampeln.
       
       Gar nicht im Rennen ist ein anderer, gerne von MTBlern genutzter Ort: der
       Teufelsberg, bei dem sich von der ehemaligen Radarstation [3][sogar eine
       Skipiste runterfahren lässt]. Der könnte immerhin damit werben, schon mal
       Schauplatz eines internationalen Sportereignisses gewesen zu sein: 1986
       fuhren dort schon Sportler bei einem ein Weltcup-Rennen runter – allerdings
       auf Slalom-Ski und nicht auf Fahrradreifen.
       
       9 Apr 2026
       
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