# taz.de -- Erdbeben in Indonesien: Tsunamiwarnung aufgehoben
> 35 Kilometer unter dem Meer hat in Ostindonesien die Erde gebebt und eine
> Tsunamiwarnung ausgelöst. Die Behörden meldeten zunächst ein Todesopfer.
(IMG) Bild: Schaulustige und Polizeibeamte stehen neben einem beschädigten Gebäude in Manado
dpa/ap Vor der Küste der indonesischen Insel Sulawesi ist es am
Donnerstagmorgen um 6.48 Uhr Ortszeit (0.48 Uhr MESZ) zu einem schweren
Erdbeben gekommen. Die Behörden lösten für die Inseln rund um die
Molukkensee daraufhin eine Tsunami-Warnung aus, die wenig später aber
wieder aufgehoben wurde.
Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) eine Stärke von
7,4 und ereignete sich in einer relativ geringen Tiefe von 35 Kilometern.
Das Epizentrum lag demnach zwischen dem Norden Sulawesis und den
Nord-Molukken, rund 127 Kilometer westnordwestlich der Stadt Ternate.
Nach Angaben des US-Tsunamiwarnsystems bestand zunächst die Möglichkeit von
Flutwellen im Umkreis von bis zu 1.000 Kilometern. Für Teile der
indonesischen Küste wurden Wellen von 30 Zentimetern bis zu einem Meter
über dem normalen Pegel prognostiziert. Kleinere Wellen könnten auch Guam,
Japan, Malaysia, Palau, die Philippinen und Taiwan erreichen. Die Gefahren
wurden jedoch als gering eingestuft. Etwa zwei Stunden später hob die
Behörde die Tsunami-Warnung wieder auf.
Lokale Medien meldeten unter Berufung auf das örtliche Rettungsteam in
Manado im Norden der Insel Sulawesi, dass dort eine 70 Jahre alte Frau von
herabstürzenden Trümmern erschlagen worden sei. Ein weiterer Mensch habe
sich bei einem Sprung aus einem Gebäude das Bein gebrochen.
## Das Beben löst nur sehr kleine Wellen aus
Rund eine halbe Stunde nach dem Beben meldete Indonesiens geologische
Behörde BMKG rund 75 Zentimeter hohe Wellen in der Provinz Nordminahasa im
Norden der Insel Sulawesi. In Bitung im Nordosten der Insel Sulawesi wurden
20 Zentimeter hohe Wellen gemessen. Nördlich der Insel Ternate in der
indonesischen Provinz Nordmolukken wurden etwa 30 Zentimeter hohe Wellen
registriert.
Ein AFP-Journalist in Manado in der indonesischen Provinz Nord-Sulawesi
berichtete, das Beben habe ihn und andere Menschen in der Stadt geweckt,
die daraufhin nach draußen eilten. „Die Menschen strömten sofort nach
draußen“, erklärte der Journalist. Das Beben habe „ziemlich lange“
angehalten, doch habe er keine „nennenswerten Schäden“ festgestellt.
Der weltgrößte Inselstaat Indonesien liegt auf dem sogenannten
[1][Pazifischen Feuerring], einer geologisch besonders aktiven Zone mit
zahlreichen Vulkanen und tektonischen Platten. Erdbeben und Vulkanausbrüche
sind dort daher sehr häufig. Speziell in Indonesien kommt es oft zu
Naturkatastrophen.
[2][Am 26. Dezember 2004 hatte ein gewaltiges unterseeisches Beben der
Stärke 9,1 vor der Küste von Sumatra eine riesige Flutwelle ausgelöst.]
Etwa 230.000 Menschen in zahlreichen Ländern kamen ums Leben.
2 Apr 2026
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