# taz.de -- Frühjahrsgutachten: Wachstumsprognose mehr als halbiert
> Die deutsche Wirtschaft soll in diesem Jahr nur um 0,6 Prozent wachsen,
> wie die Wirtschaftsinstitute prognostizieren. Die Verbraucherpreise
> werden steigen.
(IMG) Bild: Gelände eines Containerterminals im Hamburger Hafen: „Der Energiepreisschock im Zuge des Iran-Krieges trifft die Erholung hart“
afp | Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben ihre
Konjunkturprognose für 2026 angesichts der durch den [1][Iran-Krieg] stark
gestiegenen Energiepreise mehr als halbiert. Sie erwarten für das laufende
Jahr eine [2][Zunahme der deutschen Wirtschaftsleistung] von 0,6 Prozent
und für 2027 um 0,9 Prozent, wie am Mittwoch aus dem Frühjahrsgutachten der
fünf Institute hervorging. Im Herbst hatten die Ökonomen noch mit einem
Wachstum von 1,3 beziehungsweise 1,4 Prozent gerechnet.
„Der Energiepreisschock im Zuge des Iran-Krieges trifft die Erholung hart,
gleichzeitig stützt aber die expansive Fiskalpolitik die Binnenwirtschaft
und verhindert ein stärkeres Abrutschen“, erklärte der Konjunkturchef des
Münchner Ifo-Instituts, Timo Wollmershäuser.
Die Institute rechnen zudem mit einer höheren Inflationsrate. Sie erwarten
für das laufende Jahr einen Anstieg der Verbraucherpreise um
durchschnittlich 2,8 Prozent, 2027 klettert die Inflationsrate demnach auf
2,9 Prozent. Das wiederum dämpfe den privaten Konsum.
## Forschende gegen staatliche Eingriffe für kurzfristig niedrigere
Energiepreise
Mit Blick auf die Energiekosten sprechen sich die Forschenden gegen
[3][staatliche Eingriffe für kurzfristig niedrigere Energiepreise] aus.
Damit würden „wichtige Marktsignale außer Kraft gesetzt“, erklärten sie.
Stattdessen sollte es „zielgerichtete soziale Ausgleichsmaßnahmen“ geben.
„Die Botschaft der Frühjahrsdiagnose der Forschungsinstitute ist eindeutig:
Der Konflikt im Nahen Osten erhöht den Druck auf die deutsche Politik,
Strukturreformen konsequent anzugehen“, erklärte
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). „Die
Wachstumsaussichten sind deutlich schwächer als noch zuvor erwartet.“ Es
brauche nun „mutige Reformen“.
An der Frühjahrs-Gemeinschaftsdiagnose sind das Ifo-Institut München in
Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung
Wien, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin, das
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, das Kiel Institut für
Weltwirtschaft und das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in
Essen beteiligt. Ihr Gutachten dient der Bundesregierung als Grundlage für
ihre eigene Prognose, die laut Wirtschaftsministerium am 22. April
vorgestellt wird.
1 Apr 2026
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