# taz.de -- Köln in der Frauenbundesliga: Tore und Jeföhl
> Aufbauarbeit, Umschaltspiel und ein gutes Klima im Team. Warum die Frauen
> des 1. FC Köln ihre bislang beste Erstligasaison spielen.
(IMG) Bild: Ein Verein, der sogar bei Niederlagen wärmt: Spielerinnen des 1. FC Köln nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt
Der 1. FC Köln spielt in der [1][Bundesliga] der Frauen seine beste
Erstligasaison jemals, mit doppelt so vielen Punkten wie im Vorjahr. Dabei
gab es zuletzt sogar eine Ergebniskrise. Vier Niederlagen und ein Remis aus
fünf Spielen im Frühjahr, manch Fan hoffte vor der Flaute schon auf Europa.
Stattdessen brachte ein Sieg gegen Nürnberg Erleichterung. Gegen Eintracht
Frankfurt am vergangenen Samstag stand nach Führungstor durch [2][Marina
Hegering] am Ende eine erneute Niederlage: 1:2. Köln zahlt gerade Lehrgeld.
Trainerin Britta Carlson übernahm Anfang 2025, als der FC im Tabellenkeller
steckte. In der Rückrunde 2024/25 stabilisierte sie die Abwehr. Im Sommer
folgte der zwischenzeitlichen Interims-Bundestrainerin und langjährigen
Co-Trainerin der DFB-Frauen dann Ex-Nationalspielerin Marina Hegering an
den Rhein. Wie wichtig die Innenverteidigerin ist, zeigte sich, als sie
zwischenzeitlich verletzt ausfiel.
Aber auch strukturell hat sich Kölns Abwehr verbessert, bislang 30
Gegentore statt der 51 in der Vorsaison sind deutlich. Nach mehreren
Saisons mit Verletzungssorgen auf der Position hat auch Torhüterin
[3][Irina Fuchs] daran Anteil. Sie wurde eigentlich als Talent für die
Zukunft geholt, durch weitere Ausfälle aber direkt in die Rolle der
Stammtorhüterin katapultiert. Für die Offensive kam die Isländerin Sandra
Jessen, mit zehn Bundesliga-Toren und drei Vorlagen Top-Scorerin des FC und
die erste Mutter im Kölner Kader, auch das Zeichen einer Weiterentwicklung
im Verein. Dass die fünf sieglosen Spiele parallel zu 520 Minuten ohne
Jessen-Tor verliefen: sicherlich kein Zufall. Gegen Nürnberg brachten ihre
Vorlage auf Laura Dohnhauser und Jessens eigenes Kopfballtor den Sieg. Die
Chancenverwertung war in den Wochen zuvor einer der Hauptgründe für die
ausbleibenden Ergebnisse gewesen, ein anderer das Verhalten bei eigenem
Ballbesitz, denn das Passspiel ist zu ungenau.
Taktisch setzt Carlson auf hohes Pressing und schnelles Umschaltspiel.
Konsequent umgesetzt ist das erfolgreich. Wenn wie gegen Frankfurt eine
Führung passiv abgesichert werden soll, wird es eng. Logisch also, dass
Köln gegen die Top-Teams der Liga oft gut aussieht, gegen Klubs aus dem
Mittelfeld der Tabelle punktet, aber bei Spielen gegen abstiegsgefährdete
Vereine Probleme bekommt. Dann müssen die Kölnerinnen selbst das Spiel
machen, was ihnen nicht liegt. Der Entwicklungsschritt dahin, das zu
ändern, wird Zeit brauchen.
Diese Aufbauarbeit soll fortgesetzt werden, im Winter bekam Carlson einen
neuen Vertrag. Sie und der Verein haben zudem offenbar ein positives Klima
geschaffen: Neben Co-Trainerin Jacqueline Dünker verlängerten seitdem
bereits acht Spielerinnen, darunter viele Leistungsträgerinnen wie Laura
Vogt, das knallhart grätschende Eigengewächs im Mittelfeld. Oder
Verteidigerin Celina Degen: „Wir haben einen riesigen Schritt in unserer
Entwicklung gemacht. In meiner Zeit hier hatten wir natürlich auch
sportlich schwierige Zeiten, aber ich habe das Gefühl, dass wir jetzt die
Früchte dafür ernten, dass wir in den vergangenen Jahren hart gearbeitet
haben“, sagte sie zu ihrer Verlängerung. Auch andere betonen die
Entwicklung, den Zusammenhalt und wie gut sie sich aktuell beim [4][FC]
fühlen. Torjägerin Jessen sagte sogar, sie habe sich „in Köln verliebt“.
Jeck, was willst du mehr.
29 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Annika Becker
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