# taz.de -- FC-Bayern-Frauen in der Königsklasse: In Europa überzeugen
       
       > Die Fußballerinnen des FC Bayern wollen endlich wieder das Halbfinale der
       > Champions League erreichen. Manchester United muss dafür bezwungen
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Dynamisch: Bayerns Mittelfeldspielerin Georgia Stanway im Duell gegen den norwegischen Klub Valerenga IF
       
       Knapp zwei Wochen sind es noch, bis die Männer des FC Bayern im
       Viertelfinal-Hinspiel der Champions League im legendären Stadion Bernabéu
       bei Real Madrid antreten. Bei den Frauen kommt es schon jetzt an
       historischer Stätte zu einem Vergleich von ähnlichem Klang. An diesem
       Mittwoch empfängt Manchester United im Old Trafford die Münchnerinnen,
       ebenfalls in der Champions League zum Hinspiel in der Runde der letzten
       acht. Das Rückspiel dieses Viertelfinales findet für die Frauen des FC
       Bayern am 1. April in der Münchner Arena statt.
       
       Schon jetzt denkt [1][Georgia Stanway] viel weiter. „Ich möchte mit Bayern
       die Champions League gewinnen. Ich scheue mich nicht, das zu sagen“, ließ
       die englische Mittelfeldspielerin im Magazin kicker vor ihrer Rückkehr nach
       Manchester wissen. Dort hatte sie vor ihrem Wechsel 2022 zum FC Bayern
       sieben Jahre lang für Uniteds Stadtrivalen City gespielt. Am Ende dieser
       Saison wird sich die zweimalige Europameisterin aus München verabschieden.
       Spekuliert wird, dass es sie zu Arsenal zieht, zum amtierenden
       Titelverteidiger der Champions League.
       
       Obwohl Stanway unumwunden vom Titel spricht, ist dieser für den FC Bayern
       eher das mittelfristige Ziel. Auf Sicht soll auch im Frauenfußball
       internationale Silberware her. Um näher an die kontinentalen Topteams
       heranzurücken, wurde zuletzt in die Infrastruktur investiert und der
       Sportpark Unterhaching als künftiges Zentrum der Frauenabteilung erworben,
       weil sich der Campus zunehmend als zu klein erwiesen hatte. Zudem wurde zu
       Saisonbeginn der 44 Jahre alte Galicier José Barcala als Trainer
       verpflichtet. Für den Nachfolger [2][des Norwegers Alexander Straus] geht
       es in dieser Saison vor allem darum, das Fundament zu legen, um sich auf
       dem Kontinent als Topteam etablieren zu können.
       
       In der Vergangenheit lag man ja ein gutes Stück hinter Europas Spitze
       zurück. Dreimal war in den jüngsten vier Spielzeiten das Viertelfinale, die
       erste K.-o.-Runde, jeweils die Endstation. Vor zwei Jahren setzte es das
       Aus schon nach der Gruppenphase. Und zu Beginn dieser Saison verlor der FC
       Bayern in der Champions League gegen den FC Barcelona 1:7.
       
       ## Wolfsburg verliert den Anschluss
       
       Die Enttäuschungen in Europa stehen im krassen Gegensatz zu den nationalen
       Erfolgen und verdeutlichen das Leistungsgefälle. Hierzulande wird die
       Übermacht des FC Bayern auch im Frauenfußball immer größer. In der
       vergangenen Saison gewannen die Münchnerinnen erstmals das Double aus
       Meisterschaft und DFB-Pokal.
       
       Das aktuelle Tabellenbild der Bundesliga zeigt, dass sie die langjährigen
       [3][Konkurrentinnen aus Wolfsburg zunehmend abhängen]. Nach 19 Siegen und
       einem Remis aus 20 Spielen steht der nächste Meistertitel für den FC Bayern
       nicht mehr infrage. Elf Punkte beträgt der Vorsprung auf den VfL. Im
       Pokal-Halbfinale empfangen die Münchnerinnen am 4. April die SGS Essen.
       Theoretisch in Aussicht steht also sogar das Triple.
       
       ## Der nächste Schritt in Europa
       
       Doch in Europa befinden sich die Münchnerinnen erst an der Schwelle zur
       Spitze. Das 1:7 gegen den alljährlichen Titelfavoriten Barcelona ist
       abgehakt, auch dank Achtungserfolgen wie dem 3:2 gegen Arsenal. Nun soll
       der nächste Schritt folgen, der erste Einzug ins Halbfinale seit 2021.
       Unter die besten vier zu kommen, hatte Klara Bühl als „unser großes Ziel“
       bezeichnet, nachdem die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale am letzten
       Spieltag der Ligaphase durch den Sprung auf den vierten Tabellenplatz
       geglückt war.
       
       Die fürs Offensivspiel wichtige Linksaußen wird wegen einer Wadenblessur
       allerdings ebenso fehlen wie die Langzeitverletzten Lena Oberdorf und Sarah
       Zadrazil nach ihren Kreuzbandrissen und Katharina Naschenweng wegen einer
       Kapselverletzung. Dennoch stehen die Chancen nicht schlecht, sich gegen
       Manchester durchzusetzen. United mit den früheren Münchnerinnen Lea
       Schüller, Julia Zigiotti Olme und Fridolina Rolfö hat erstmals das
       Viertelfinale erreicht.
       
       Auch deshalb gilt der FC Bayern als favorisiert. Sollte der Sprung ins
       Halbfinale gelingen, käme es dort zum nächsten klangvollen Vergleich mit
       Real Madrid oder dem FC Barcelona. Vor allem Barça wäre eine hohe Hürde auf
       dem weiten Weg ins Finale in Oslo. Ins Endspiel der Champions League haben
       es die Frauen des FC Bayern übrigens noch nie geschafft.
       
       24 Mar 2026
       
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