# taz.de -- Fortsetzung von „The Handmaid's Tale“: Fundis gegen Frauen
       
       > Die Serie „The Handmaid’s Tale“ hat eine Fortsetzung: „The Testaments“.
       > Zurück im totalitären amerikanischen Staat Gilead, ist sie aktueller denn
       > je.
       
 (IMG) Bild: Agnes (Chase Infiniti, l.) soll Neuankömmling Daisy (Lucy Halliday) zur Seite stehen
       
       In der theokratischen Diktatur Gilead ist es göttliche Aufgabe und zugleich
       Segen einer Frau, Kinder zu bekommen. Auch für die 14-jährige Agnes
       MacKenzie (Chase Infiniti). Sie wartet gespannt auf ihre erste Periode.
       Bleibt diese aus, ist Agnes wertlos. In der Schule übt sie nicht etwa Lesen
       und Schreiben, sondern Kochen, Sticken und Haushaltsführung. Dort lernen
       die Töchter der Elite wie sie, was eine gute Ehefrau ausmacht.
       
       Vier Jahre nach der Handlung der sechsten und finalen Staffel von „The
       Handmaid’s Tale – Der Report der Magd“, die [1][vergangenes Jahr erschienen
       ist], nimmt die Fortsetzung „The Testaments: die Zeuginnen“ die Fans mit
       zurück in den totalitären amerikanischen Staat Gilead. Im Mittelpunkt der
       Handlung der 10-teiligen Serie von Bruce Miller, deren erste drei Folgen am
       vergangenen Mittwoch auf Disney+ erschienen sind, stehen die beiden jungen
       Mädchen Agnes und Daisy.
       
       Als adoptierte Tochter eines Kommandanten kommt Agnes aus der Oberschicht
       Gileads, scheint völlig indoktriniert zu sein – und bringt dennoch eine
       turbulente Vergangenheit mit sich. Aufmerksame Zuschauer:innen dürften
       Agnes als Junes verlorene Tochter Hannah wiedererkennen – ihre Mutter war
       Protagonistin des Originals.
       
       Agnes trifft in der Schule auf Daisy (Lucy Halliday), eine Waise, die als
       Konvertitin aus dem benachbarten Kanada eingereist ist. Die aber auch eine
       enge Beziehung zu Rebellen pflegt, die gegen das fundamentalistische Regime
       kämpfen.
       
       Wie ihr Vorgänger beruht die Serie auf dem [2][gleichnamigen Roman von
       Margaret Atwood], weicht jedoch von der Romanvorlage ab. Atwoods
       Kernaussage bleibt dabei bestehen. Ihre dystopische Version der Zukunft
       mahnt vor den Gefahren des religiösen Extremismus – und ist heute aufgrund
       wachsenden Fundamentalismus und frauenfeindlicher Politik aktueller denn
       je. Wie in der Serie festgestellt wird: Ein Regime wie Gilead entsteht
       nicht über Nacht.
       
       12 Apr 2026
       
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