# taz.de -- Festnahme in Deutschland und Spanien: Erneut mutmaßlich russische Agent*innen verhaftet
       
       > Deutsche Behörden enttarnen einen Mann und eine Frau als mutmaßliche
       > Agenten. Sie sollen einen Mann ausspioniert haben, der Drohnen in die
       > Ukraine liefert.
       
 (IMG) Bild: Geht gegen russische Spionage in Deutschland vor: Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe
       
       Der Generalbundesanwalt hat zwei Männer festnehmen lassen, die für Russland
       spioniert haben sollen. Der Ukrainer Sergey N. wurde schon Mitte Februar im
       spanischen Elda festgenommen, die Rumänin Alla S. nun am Dienstag in Rheine
       in Nordrhein-Westfalen. Beide sollen zuvor in Bayern eine Person beschattet
       haben, die Drohnen in die Ukraine lieferte. Beiden wird geheimdienstliche
       Agententätigkeit vorgeworfen, parallel zu den Festnahmen durchsuchten
       Polizist*innen auch die Wohnungen der Beschuldigten.
       
       Laut Bundesanwaltschaft sei es zuerst Sergey N. gewesen, der im Dezember
       2025 im Auftrag russischer Stellen als Spion in Deutschland tätig wurde.
       Als N. dann nach Spanien ausreiste, soll Alla S. ab Anfang März die
       Spionage-Tätigkeit in Deutschland fortgeführt haben.
       
       Über die Person, die die beiden mutmaßlichen Agenten im Visier gehabt haben
       sollen, ist wenig bekannt. Die Bundesanwaltschaft schreibt lediglich, es
       gehe um eine Person, die von Deutschland aus „Drohnen und dazugehörige
       Bauteile in die Ukraine liefert“. Der Spiegel [1][berichtet], es gehe um
       einen Unternehmer, der sich zunächst auf kleine Kamikaze-Drohnen
       spezialisiert habe, inzwischen aber vor allem Drohnenteile in die Ukraine
       liefere.
       
       Die beiden Festgenommenen sollen im Internet Informationen über ihre
       Zielperson recherchiert haben und Fotos ihres Arbeitsplatzes aufgenommen
       haben. Die Bundesanwaltschaft ist sicher: „Die Ausspähaktionen dienten
       mutmaßlich der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen
       die Zielperson.“
       
       Spätestens seit der russischen Vollinvasion der Ukraine und der
       verschärften Konfrontation mit der Nato steht auch Deutschland verstärkt im
       Fokus russischer Geheimdienste. Immer wieder werden mutmaßliche
       Agent*innen verhaftet, zuletzt [2][im Januar 2026 eine Frau und zwei
       Männer.]
       
       In Stuttgart läuft aktuell ein Prozess gegen drei Männer, die im Auftrag
       Russlands geplant haben sollen, [3][Päckchen mit Brandsätzen in die Ukraine
       zu senden]. Mutmaßliches Motiv war es, Chaos zu sähen und die Unterstützung
       für die Ukraine zu unterminieren. Ein anderer Fall: Mehrere Männer sollen
       Anfang 2025 in russischem Auftrag versucht haben, den Grünen im damaligen
       Bundestagswahlkampf zu schaden, indem sie Auto-Auspuffe mit Bauschaum
       verklebten.
       
       24 Mar 2026
       
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