# taz.de -- Anklage gegen „Wegwerf-Agenten“: Bundesanwalt wirft zwei Ukrainern Sabotage für Russland vor
> Russische Sabotage: Zwei mutmaßliche „Low-Level-Agenten“ sollen
> GPS-Tracker verschickt haben und planten wohl Anschläge mit Paketbomben.
(IMG) Bild: Der Generalbundesanwalt erhebt Anklage gegen russische Spione
afp/taz | Acht Monate nach der [1][Festnahme von drei Ukrainern], die
Sabotageplänen in russischem Auftrag zugestimmt haben sollen, hat die
Bundesanwaltschaft Anklage gegen zwei von ihnen erhoben. Nach Angaben der
Karlsruher Behörde vom Dienstag sollen Daniil B. und Vladyslav T. vorgehabt
haben, Pakete mit Sprengsätzen aufzugeben. Diese hätten sich in Deutschland
oder auf dem Weg in die Ukraine entzünden sollen.
So sollte möglichst großer Schaden entstehen, um das Sicherheitsgefühl der
Bevölkerung zu beeinträchtigen, wie die Bundesanwaltschaft ausführte. Die
drei Männer hätten bereits im März 2025 von Köln aus zwei Pakete mit
aktivierten GPS-Trackern in Richtung Ukraine geschickt, um Versandrouten
und Transportabläufe beim Paketdienstleister auszuforschen. Den Auftrag
dazu soll ein russischer Geheimdienst über Mittelsmänner in der Ukraine
erteilt haben.
Die beiden Verdächtigen wurden im Mai in Köln und Konstanz festgenommen,
der dritte Mann, Yevhen B., in der Schweiz. Er wurde im Dezember nach
Deutschland ausgeliefert. Gegen ihn soll den Angaben zufolge „zeitnah“
ebenfalls Anklage erhoben werden. T. und Daniil B. wirft die
Bundesanwaltschaft geheimdienstliche Agententätigkeit, Agententätigkeit zu
Sabotagezwecken und Verabredung zur schweren Brandstiftung vor. Über die
Zulassung der Anklage entscheidet das Oberlandesgericht Stuttgart.
## Billig-Agenten über Social Media
Nach taz-Informationen spielte das Bundesamt für Verfassungsschutz eine
wichtige Rolle bei der Enttarnung des Trios. Bundesjustizministerin
Stefanie Hubig (SPD) hatte bei Festnahme im Mait von einem „sehr ernsten
Vorgang“ gesprochen. Russland versuche mit allen Mitteln, „westliche
Demokratien zu destabilisieren“. Der Grüne Innenpolitiker Konstantin von
Notz sprach von einem „hybriden Krieg gegen die Verbündeten der Ukraine“.
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) nannte die Festnahme im Mai einen
„wichtigen Ermittlungserfolg“.
Der Gütertransport war zudem schon früher Ziel der russischen
Nachrichtendienste. Im Sommer 2024 waren an mehreren europäischen Flughäfen
mit Sprengsätzen präparierte Pakete [2][in Flammen aufgegangen]: Im
DHL-Logistikzentrum Leipzig, im britischen Birmingham und in der Nähe
Warschaus in Polen. Nach den versuchten Anschlägen auf den
Luftfrachtverkehr wurde der russische Geheimdienst GRU als Drahtzieher
identifiziert. Auch hier soll bereits ein Ukrainer mitgewirkt haben, der
von Russland für diese Aufgabe angeheuert worden sein soll.
Die russischen Dienste sollen zuletzt verstärkt auf sogenannte
„Wegwerf-Agenten“ oder auch „Low-Level-Agenten“ gesetzt haben. Dabei
handelt es sich um kurzfristig angeheuerte Personen ohne
Geheimdienstausbildung, die über soziale Medien angestiftet werden, gegen
Bezahlung einfachere Missionen zu übernehmen. Das [3][BKA warnt] vor
Anwerbeversuchen über Social-Media-Kanäle.
13 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Angriffe-auf-Gueterverkehr-geplant/!6087916
(DIR) [2] /Brandsaetze-in-Luftfracht/!6083801
(DIR) [3] https://www.bka.de/DE/Landingpages/LLA/lla_node.html
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