# taz.de -- Militärregierung in Mali: Heimliche Gespräche mit bewaffneten Islamisten
       
       > Malis bedrängte Militärregierung lässt Gefangene frei und spricht mit der
       > bewaffneten Islamistengruppe JNIM. Offiziell lehnt sie Gespräche weiter
       > ab.
       
 (IMG) Bild: Soldaten der malischen Armee bewachen eine Brücke bei Markala
       
       Angesichts der [1][Ausbreitung von Angriffen bewaffneter islamistischer
       Gruppen] in Mali hat die Militärregierung von General Assimi Goïta offenbar
       erstmals erfolgreiche Verhandlungen mit JNIM (Gruppe für die Unterstützung
       des Islams und der Muslime) geführt. Wie die französische
       Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf malische Sicherheitskreise
       berichtet, wurden Anfang vergangener Woche 198 islamistische Kämpfer aus
       der Haft entlassen – im Gegenzug für eine Feuerpause bei den wiederholten
       JNIM-Angriffen auf Tanklastwagen und die Treibstoffversorgung von Malis
       Hauptstadt Bamako.
       
       Man habe bei den Gesprächen in der Vorwoche die „Öffnung eines Korridors“
       vereinbart, um „Konvois von Tanklastwagen passieren zu lassen“, wurden die
       Quellen in Malis Sicherheitsapparat zitiert. Diese „Feuerpause“ solle bis
       zum muslimischen Tabaski-Fest Ende Mai andauern.
       
       Offiziell lehnt Malis Militärregierung jeden Dialog mit den bewaffneten
       Islamisten ab, und sie war auch gegen Dialogversuche der gewählten
       Zivilregierung, die [2][2020 von der Armee gestürzt] wurde.
       
       Aber nachdem mehrere Jahre lang alle Versuche gescheitert sind, die
       Terrorgruppen rein militärisch zu besiegen und auf lokaler Ebene zahlreiche
       Gemeinden ohnehin Stillhalteabkommen mit JNIM geschlossen haben, kommt nun
       offenbar auch der Staat nicht daran vorbei.
       
       ## Schon 2025 gab es erste Gespräche
       
       Erste Berichte über informelle Gespräche gab es im Juni 2025. Die erste
       [3][Treibstoffblockade, die JNIM im Herbst 2025 um Bamako durchsetzte],
       wurde offenbar ebenfalls durch Verhandlungen beendet, wie malische
       Zeitungen Anfang Dezember 2025 berichteten. Im Gegenzug für die Freilassung
       von 115 Häftlingen hätten die Islamisten gekidnappte Tanklastwagenfahrer
       freigelassen und die Wiederherstellung der Strom- und Wasserversorgung
       ermöglicht, hieß es damals. Doch seit einigen Wochen wird Treibstoff in
       Bamako wieder knapp.
       
       Ob die Gespräche der Auftakt zu einem politischen Dialog in Mali sind, darf
       bezweifelt werden, denn offiziell ist von so etwas nach wie vor keine Rede.
       Von den freigelassenen Häftlingen starben zwei bereits in der Nacht zu
       Montag – eine Folge miserabler Haftbedingungen. „Sie waren sehr krank,
       ebenso sieben andere“, erklärte eine mit den Freilassungen betraute
       Organisation.
       
       Malis Streitkräfte vermeldeten derweil am Montag im Westen Malis eine
       [4][erfolgreiche Militäroperation] gegen JNIM, bei der 40 „Terroristen“
       getötet und 12 „Geiseln“ befreit worden seien.
       
       24 Mar 2026
       
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