# taz.de -- Blutbad in Al-Daein in Sudan: Dutzende Tote bei Drohnenangriff auf Krankenhaus
       
       > Hilfswerke bestätigen Drohnenangriff von Sudans Armee auf das wichtigste
       > Krankenhaus der Stadt Al-Daein in Darfur. Mindestens 64 Menschen sterben.
       
 (IMG) Bild: Al-Daein-Lehrkrankenhaus in Ost-Darfur
       
       Selbst nach den brutalen Maßstäben des fast drei Jahre alten Krieges in
       Sudan ist der jüngste Angriff der Armee auf die Stadt Al-Daein
       außergewöhnlich. 64 Tote, davon 13 Kinder, hat die
       Weltgesundheitsorganisation WHO am Montag als Ergebnis eines
       Drohnenangriffs auf das wichtigste Krankenhaus der Stadt bestätigt.
       Medienberichte nennen mindestens 73 Tote und 113 Verletzte. Der Angriff
       ereignete sich am vergangenen Freitag, am islamischen Zuckerfest, einer der
       wichtigsten Feiertage Sudans und der Muslime weltweit.
       
       Der Angriff auf das Al-Daein Teaching Hospital am Freitag war nach
       [1][Angaben der Hilfsorganisation Care], die das Krankenhaus unterstützt,
       der zweite Drohnenangriff auf die Stadt binnen zwei Wochen. Laut der
       unabhängigen zivilgesellschaftlichen Gruppe Emergency Lawyers setzten die
       Regierungsstreitkräfte zwei Drohnen türkischen Fabrikats ein. Die RSF
       erklärte, der Angriff habe die pädiatrischen und gynäkologischen
       Abteilungen getroffen und erhebliche Zerstörungen angerichtet.
       
       Das Krankenhaus war das letzte noch funktionsfähige in der Stadt, heißt es
       in einer [2][gemeinsamen Stellungnahme der in Al-Daein tätigen
       internationalen Hilfswerke]. „Dieser Angriff hat das Krankenhaus komplett
       funktionsunfähig gemacht“, erklärten sie. „Die Notaufnahme, die
       Kinderabteilung, die Chirurgie und ein Stabilisierungszentrum für Kinder
       mit schwerer Unterernährung und damit verknüpften medizinischen
       Komplikationen wurden zerstört.“ Hunderttausende Menschen stünden jetzt
       ohne lebensrettende Versorgung da, während das Gesundheitssystem ohnehin
       vor dem Zusammenbruch stehe.
       
       Al-Daein mit einer Vorkriegsbevölkerung von rund 300.000 Menschen ist die
       Hauptstadt der Provinz Ost-Darfur und steht unter Kontrolle der
       aufständischen RSF (Rapid Support Forces), eine paramilitärische Miliz aus
       dem sudanesischen Sicherheitsapparat, die sich im April 2023 gegen Sudans
       Militärregierung auflehnte und seitdem um die Macht im Land kämpft. Die RSF
       hat im Laufe des Krieges sukzessive fast ganz Darfur unter ihre Kontrolle
       gebracht.
       
       Al-Daein fiel im November 2023 wenige Tage vor Nyala, Hauptstadt von
       Süd-Darfur. Bei der Einnahme der Stadt kam es zu Plünderungen durch die RSF
       und Bombenangriffe durch die Armee. Als letzte Provinzhauptstadt Darfurs
       fiel Ende Oktober 2025 El Fasher, Hauptstadt der Provinz Nord-Darfur, an
       die Miliz; die Einnahme der Millionenstadt war von [3][blutigen Massakern
       mit möglicherweise Zehntausenden Toten] begleitet, die internationale
       Experten als Völkermord werten.
       
       Die Drohnenangriffe, mit denen sowohl Sudans Armee als auch die RSF die
       Zivilbevölkerung im Gebiet des jeweiligen Gegners überziehen, haben in
       vergangenen Monaten zugenommen. Erst am 12. März [4][schlug
       UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk Alarm]: In der Woche seit dem 4.
       März seien allein in Darfurs Nachbarregion Kordofan in Zentralsudan und der
       Provinz White Nile 200 Zivilisten durch Drohnenangriffe getötet worden. 152
       davon gingen auf das Konto von Attacken der Armee auf Marktplätze in der
       heftig umkämpften Provinz West-Kordofan. Auch Schulen und
       Gesundheitseinrichtungen werden regelmäßig getroffen. Al-Daein ist seit der
       Eroberung durch die RSF sechsmal angegriffen worden.
       
       Seit Kriegsbeginn haben Sudans Kriegsparteien [5][laut WHO] 213 Angriffe
       auf Gesundheitseinrichtungen verübt, bei denen insgesamt über 2.000
       Menschen getötet worden sind. Inzwischen seien bis zu 80 Prozent aller
       Gesundheitseinrichtungen des Landes zerstört oder funktionsunfähig.
       Internationale Appelle zu einer humanitären Feuerpause oder auch einem Ende
       von Waffenlieferungen an Sudans Kriegsparteien verhallen bis heute
       ungehört.
       
       23 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.careinternational.org.uk/press-office/press-releases/sudan-attack-on-al-daein-teaching-hospital-in-east-darfur/
 (DIR) [2] https://reliefweb.int/report/sudan/sudan-drone-strike-ed-dain-teaching-hospital-represents-grave-escalation-attacks-healthcare-amid-increased-strain-health-system
 (DIR) [3] /Massaker-in-Darfur/!6163596
 (DIR) [4] https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/03/sudan-turk-appalled-surge-deadly-drone-attacks-civilians-kordofan-and-white
 (DIR) [5] https://www.who.int/publications/m/item/public-health-situation-analysis---sudan-conflict-and-complex-emergency
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dominic Johnson
       
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