# taz.de -- Krieg in Iran: Israel nutzt Gaza-Taktik im Libanon
       
       > Israels Kriegsführung im Libanon ist völkerrechtswidrig – und knüpft an
       > die in Gaza an. Durch Waffenlieferungen macht sich Deutschland
       > mitschuldig.
       
 (IMG) Bild: Vom israelischen Militär zerstörte Häuser in der südlibanesischen Stadt Tyros
       
       Gezielte Angriffe auf Krankenwagen, 118 getötete Kinder, 40 getötete
       Rettungskräfte. Israels Regierung zieht beim [1][Krieg im Libanon] offen
       Parallelen zur völkerrechtswidrigen Kriegsführung in Gaza. So befahl
       Verteidigungsminister Israel Katz der Armee am Sonntag, die Zerstörung von
       Häusern in Grenzdörfern im Südlibanon zu beschleunigen – „nach dem Vorbild
       von Beit Hanun und Rafah“. Finanzminister Bezalel Smotrich drohte,
       Südbeirut werde „sehr bald“ aussehen wie Chan Yunis.
       
       Menschenrechtsorganisationen und internationale Hilfsorganisationen haben
       in Gaza israelische Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die
       Menschlichkeit dokumentiert. Vor dem Internationalen Gerichtshof läuft ein
       Genozid-Verfahren. Im Libanon hat Israels Armee den kompletten Süden zur
       „Roten Zone“ deklariert und Zivilist*innen in Vertreibungsanordnungen
       gewarnt, sie könnten getötet werden, falls sie ihre Häuser nicht verlassen.
       Mitte März erklärte Katz, Hunderttausende schiitische Einwohner*innen
       würden nicht in ihre Häuser zurückkehren. Angeblich, bis Sicherheit in
       Nordisrael gewährleistet sei.
       
       Katz hat angeordnet, alle Übergänge über den Fluss Litani zu zerstören. Am
       Sonntag wurde eine strategische Brücke gesprengt. Südlibanon wird vom Rest
       des Landes abgeschnitten. Vieles deutet auf eine permanente militärische
       Besatzung hin. Grenzdörfer liegen bereits in Schutt durch den Einmarsch
       2024. Erneut gibt es Attacken auf Ersthelfer, Krankenwagen, einen
       Journalisten, der über die Brückensprengung berichtet hatte.
       Zwangsvertreibung, mutwillige Zerstörung, [2][gezielte Angriffe gegen
       Zivilist*innen] sind [3][Kriegsverbrechen]. Das geschah im Libanon
       bereits 2024 mit kompletter Straflosigkeit.
       
       Die israelische Armee marschiert im Südlibanon mit Merkava-Panzern ein.
       Motoren dafür kommen aus Deutschland. Die Bundesregierung muss die
       Waffenlieferungen an Israel stoppen und Druck erhöhen, damit garantiert
       wird, dass Vertriebene zurück in ihre Häuser können. Deutschland macht sich
       sonst weiter schuldig.
       
       23 Mar 2026
       
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 (DIR) Julia Neumann
       
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