# taz.de -- Obdachlosenasyl saniert und erweitert: Platz auch für die Hoffnungslosen
> Integrierte Gesundheitsambulanz, Zimmer für Hundehalter und dauerhaft
> Bedürftige: In Hamburg eröffnet Deutschlands älteste Notunterkunft
> wieder.
(IMG) Bild: Roter Klinker, lachsfarbener Säulengang und die Dächer werden noch begrünt: Das Pik As sieht jetzt hell und modern aus
Doch, ja, man ist ein bisschen stolz. Auch darauf, vielleicht, dass es
überhaupt an Ort und Stelle geblieben ist, das „Pik As“. Beziehungsweise
dorthin zurückgekehrt nach zwei Jahren. Wo Baulücken in so einer Lage doch
größere Begehrlichkeiten denn je wecken dürften: In der Hamburger
Innenstadt, schräg gegenüber residierte jahrzehntelang der Springer-Verlag,
eröffnet am Mittwoch [1][nicht irgendeine Notunterkunft] wieder.
Es ist [2][Deutschlands älteste sich immer noch in Betrieb befindliche
Obdachlosenunterkunft], die da saniert, modernisiert und erweitert wurde,
erstmals eröffnet 1913. Auch darauf konnten sie ein bisschen stolz sein,
Hamburgs [3][Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD)] und Arne Nilsson,
Sprecher der Geschäftsführung des [4][städtischen Trägers Fördern & Wohnen
(F&W)].
Die Frontseite im ortstypischen roten Klinker gehalten, drinnen ein
Innenhof mit Säulengang, die Wände rundherum in einem Pastelltürkis
gekachelt: Von mediterranem Ambiente war am Montag vor der Presse die Rede,
aber da schien auch gerade die Sonne. Apropos: Man setzt auf Photovoltaik
und eine Brauchwassernutzungsanlage, die Dächer werden noch begrünt.
## Schattiger Hof und Photovoltaik
Knapp 30 Millionen Euro haben Um- und Anbau nach Angaben der Sozialbehörde
gekostet. 290 Menschen finden hier nun Platz, bei Bedarf können bis zu 330
Schlafplätze angeboten werden. Im Regelbetrieb verteilen die sich ganz
überwiegend auf Zwei- und Dreibettzimmer, die in kleinen Gruppen angeordnet
sind und sich je ein Bad und eine Toilette teilen.
Eine kleine Anzahl Einzelzimmer ist [5][vorgesehen für „hochbelastete“
Menschen], so F&W, bis zu 17 Hunde können ins Haus mitgebracht werden. Im
Erdgeschoss gibt es Schließfächer und einen Aufenthaltsraum mit
Essensausgabe – warme Mahlzeiten kommen vom [6][Förderverein Pik As], auch
Lebensmittelspenden von der Hamburger Tafel werden hier verteilt. Mit der
Wiedereröffnung in der Neustädter Straße wird eine zwischenzeitlich zwei
Jahre lang genutzte Ersatzeinrichtung in der Eiffestraße in Hamburg-Hamm
geschlossen.
## Plätze zum Altwerden
Neu hinzu kommen am alten Standort nicht nur erstmals Fahrstühle. 33
„Lebensplätze“ wird es ab Anfang Mai eigens für ältere, teils chronisch
kranke Klienten geben: kleine, barrierefreie Einzimmerappartements mit Bad
und Küchenzeile. Wer hier wohnt, bekommt je nach Bedarf Hilfe im Alltag
oder auch ambulante Pflege.
Denn das sei immer schon das eigentlich Besondere des Hauses, unterstrich
die Senatorin: Im Pik As kämen Notunterbringung und Sozialberatung [7][mit
medizinischer, auch pflegerischer Grundversorgung] zusammen, „um die
Menschen zu stabilisieren und in weitere Hilfen zu vermitteln“.
„Wenn Menschen hier herkommen und Hilfe wollen, sollen sie die so schnell
wie möglich bekommen“, sagte die Senatorin. Sozialarbeitende würden die
Klienten vor Ort betreuen und sie auch über längerfristige
Unterbringungsmöglichkeiten informieren. Auch aus so einem „Lebensplatz“
soll der Klient idealerweise noch mal in eine eigene Wohnung ziehen können.
## Eine Pause von der Unsicherheit
Aber er muss bis dahin nicht regelmäßig Anträge schreiben, um bleiben zu
dürfen; von einem „Damoklesschwert“ sprach F&W-Vorstand Nilsson. Hier
ermittelt den Bedarf die enge soziale Begleitung. Dass manche bleiben
werden bis zum Schluss, darauf ist man offenbar vorbereitet: „Es gibt
einfach Menschen, von denen wir es realistischerweise annehmen müssen, dass
sie es nicht mehr schaffen würden, so eine Einrichtung zu verlassen“, sagte
Nilsson.
Unter den Zimmern der Notunterkunft haben [8][die Räume der
Schwerpunktpraxis] Platz gefunden, bis zum Umbau in einem Pavillon im Hof
untergebracht. Neben einer Pflegebadewanne und zwei Pflegeduschen besteht
im „Gesundheitsflur“ auch eine Möglichkeit zur Übernachtung. Die
Sozialbehörde finanziert diesen Bereich separat: „Gesundheitspolitik und
Sozialpolitik“, so Schlotzhauer, „gehören zusammen.“
24 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Obdachlosigkeit-in-Hamburg/!t5548087
(DIR) [2] /Vom-Polizei-Asyl-zum-Pik-As/!441858&s=pik+as/
(DIR) [3] /Sozialbehoerde-Hamburg/!t5530765
(DIR) [4] /Sozialtraeger-wirft-Mieter-raus/!5063407
(DIR) [5] /Zweifach-ausgeschlossen/!568373&s=pik+as/
(DIR) [6] http://www.foerderverein-pik-as.de/
(DIR) [7] /Pflege-fuer-Obdachlose/!5227568
(DIR) [8] /Tod-mit-44-Jahren/!754260&s=pik+as/
## AUTOREN
(DIR) Alexander Diehl
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