# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump setzt Iran Ultimatum für Öffnung der Straße von Hormus
       
       > Der US-Präsident droht Teheran mit der Zerstörung von Kraftwerken, sollte
       > das Regime die Schiffspassage nicht freigeben. Iran droht mit
       > Vergeltungsschlägen.
       
 (IMG) Bild: Marineschiff der VAE neben Frachtschiffen und Öltankern in der Straße von Hormus: Die wichtige Schifffahrtspassage ist faktisch nicht passierbar
       
       Trump setzt Iran Ultimatum für Öffnung der Straße von Hormus
       
       Im [1][Irankrieg] droht eine weitere Eskalation, die die globalen Energie-
       und Finanzmärkte schwer erschüttern könnte. US-Präsident Donald Trump hat
       Iran ein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus gestellt und
       andernfalls mit der Zerstörung von Kraftwerken gedroht. „Wenn der Iran die
       Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden ab genau diesem Zeitpunkt
       vollständig und ohne Bedrohung öffnet, werden die Vereinigten Staaten von
       Amerika ihre diversen Kraftwerke angreifen und vernichten, angefangen beim
       größten!“, erklärte Trump am Samstag in den sozialen Medien.
       
       Die Reaktion Irans kam prompt: Das iranische Militär teilte am Sonntag mit,
       im Falle eines US-Angriffs auf die Energieinfrastruktur sämtliche
       US-Anlagen zur Energie- und Wasserversorgung sowie Informationstechnologie
       ‌in der Region ins Visier zu nehmen. Der Vertreter Irans bei der
       Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), Ali Mussawi, sagte der
       halbstaatlichen Nachrichtenagentur Mehr zufolge, die Meerenge bleibe für
       alle Schiffe geöffnet, mit Ausnahme von jenen, die mit „Feinden des Iran“
       in Verbindung stünden. Die Durchfahrt sei nach vorheriger Abstimmung mit
       der Regierung in Teheran möglich. Er machte zudem israelische und
       US-Angriffe auf Iran für die [2][aktuelle Lage in der Straße von Hormus]
       verantwortlich.
       
       Ein Angriff auf die größten Kraftwerke Irans könnte weitreichende
       Stromausfälle auslösen und den stark vernetzten Energiesektor lahmlegen –
       von Pumpen und Raffinerien bis hin zu Exportterminals. Zu den größten
       Anlagen des Landes gehören das Kraftwerk Damawand nahe Teheran, die Anlage
       in Kerman im Südosten und Ramin in der Provinz Chusestan. Sie alle haben
       eine sehr viel höhere Kapazität als das einzige Kernkraftwerk des Landes in
       Buschehr.
       
       Die Straße von Hormus – ein [3][Nadelöhr für den Transport von Öl und
       Flüssiggas auf See] – ist faktisch nicht passierbar, seit der Irankrieg
       ‌Ende Februar begonnen hat. Als Folge der Öl- und Gas-Knappheit stiegen die
       Preise für diese Rohstoffe massiv an. An den Finanzmärkten wächst die Angst
       vor den wirtschaftlichen Folgen. Trumps Drohung sei eine „tickende
       Zeitbombe“, sagte Marktanalyst Tony Sycamore vom Broker IG. Werde das
       Ultimatum nicht zurückgenommen, drohe ein „schwarzer Montag“ mit
       Kursabstürzen an den Aktienmärkten und massiv steigenden Ölpreisen. Bereits
       ⁠am Freitag hatten die Ölpreise den höchsten Stand seit fast vier Jahren
       erreicht. Der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi kündigte an, sich
       an einer Minenräumung in der Straße von Hormus zu beteiligen,
       vorausgesetzt, es gebe einen Waffenstillstand.
       
       ## Bislang wurden mehr als 2.000 Menschen getötet
       
       Auch die gegenseitigen Angriffe gingen weiter. In dem am 28. Februar von
       den USA und Israel begonnenen Krieg wurden bislang mehr ‌als 2.000 Menschen
       getötet. ‌Das israelische Militär griff am Sonntag Ziele in Teheran an.
       Zuvor hatten iranische Raketen am späten Samstagabend die südisraelischen
       Städte ⁠Dimona und Arad getroffen, wobei Dutzende Menschen verletzt wurden.
       Etwa 13 Kilometer von Dimona entfernt befindet sich ein israelischer
       Atomreaktor. Die israelischen Abwehrsysteme hätten zwar ausgelöst, die
       Raketen jedoch nicht gestoppt, erklärte der israelische Militärsprecher
       Effie Defrin auf der Plattform X.
       
       Israel ‌bestätigte zudem, dass der Iran zwei ballistische Raketen mit einer
       Reichweite von 4000 ‌Kilometern auf den amerikanisch-britischen
       [4][Militärstützpunkt Diego Garcia] im Indischen Ozean abgefeuert hatte.
       „Diese Raketen sind nicht für Angriffe auf Israel gedacht. Ihre Reichweite
       reicht bis zu europäischen Hauptstädten – Berlin, Paris und Rom liegen alle
       in direkter Bedrohungsreichweite“, sagte der israelische Militärchef Ejal
       Samir. (rtr)
       
       Angriffe in Golfstaaten gehen weiter
       
       Mehr als drei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs durch die USA und Israel
       gehen die iranischen Angriffe in der Golfregion weiter. „Die
       Flugabwehrsysteme reagieren derzeit auf eine Bedrohung durch Raketen. Bitte
       bleiben Sie an einem sicheren Ort und folgen Sie offiziellen Kanälen für
       Warnungen und neue Informationen“, teilte die Katastrophenschutzbehörde in
       Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, mit.
       
       Die Emirate reagierten nach Angaben des Verteidigungsministeriums bisher
       auf Beschuss mit 345 Raketen, 15 Marschflugkörpern und mehr als 1.700
       Drohnen. Zwei Angehörige der Streitkräfte und sechs Zivilisten kamen seit
       Kriegsbeginn ums Leben. 160 weitere Menschen wurden im Land verletzt.
       
       Saudi-Arabiens Verteidigungsministerium erklärte, im Osten des Landes, wo
       unter anderem die meisten Ölfelder liegen, seien mehrere Drohnen abgefangen
       worden. In der Nähe von Riad sei eine Rakete abgefangen worden, zwei
       weitere seien in offenem Gelände niedergegangen.
       
       Bahrain fing nach Angaben der Streitkräfte bisher mehr als 140 iranische
       Raketen und mehr als 240 iranische Drohnen ab. (dpa)
       
       Mehrere nächtliche Luftangriffe auf Flughafen von Bagdad
       
       Der Flughafen von Iraks Hauptstadt Bagdad ist inmitten des Irankrieges Ziel
       mehrerer nächtlicher Luftangriffe geworden. Ein irakischer
       Sicherheitsvertreter sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag
       von insgesamt „acht separaten Angriffen bis zum Morgengrauen mit Raketen
       und Drohnen“. Sie richteten sich demnach gegen ein diplomatisches und
       logistisches Zentrum der USA am internationalen Flughafen von Bagdad.
       
       Einige Raketen schlugen demnach „in der Nähe der Basis“ ein. Ein weiterer
       Sicherheitsvertreter sprach von sechs Angriffen, während es aus
       Polizeikreisen hieß, dass in einem Stadtteil von Bagdad nahe des Flughafens
       ein Raketenwerfer entdeckt worden sei.
       
       Zuvor hatten iranische Staatsmedien berichtet, dass ein Armeestützpunkt
       nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad mit Drohnen angegriffen worden sei.
       Der Stützpunkt nahe dem internationalen Flughafen von Bagdad sei „erneut
       zum Ziel von Drohnenangriffen geworden“, berichtete die Nachrichtenagentur
       Irna am Sonntag. Der Militärkomplex war in der Vergangenheit von der
       US-Armee genutzt worden.
       
       Seit Beginn des Irankriegs ist Bagdad immer wieder Ziel von
       Drohnenangriffen, die Angriffe richteten sich unter anderem gegen den
       Flughafen und weitere vom US-Militär genutzte Einrichtungen. Auch die
       Kurdenregion im Nordirak wurde seitdem immer wieder attackiert. Diese
       Angriffe wurden proiranischen Gruppen zugeschrieben. (afp)
       
       22 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Schwerpunkt-Iran-Krieg/!t5613610
 (DIR) [2] /Durchfahrt-der-Strasse-von-Hormus/!6164336
 (DIR) [3] /Teuerungen-aufgrund-des-Iran-Kriegs/!6161436
 (DIR) [4] /Chagos-Archipel-im-Indischen-Ozean/!6159157
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Proteste in Iran
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Straße von Hormus
 (DIR) Donald Trump
 (DIR) US-Außenpolitik
 (DIR) Schifffahrt
 (DIR) Außenpolitik
 (DIR) Energie
 (DIR) Energieversorgung
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Reederei
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Teuerungen aufgrund des Iran-Kriegs: Was kommt da auf uns zu?
       
       Der Irankrieg treibt die Spritpreise nach oben. Im Gegensatz zu anderen
       Staaten unternimmt Deutschland kaum etwas zur Entlastung der Bürger:innen.
       
 (DIR) Durchfahrt der Straße von Hormus: Seeleute in Lebensgefahr
       
       Das Durchfahren der Straße von Hormus ist lebensgefährlich. Ein
       griechischer Reeder schickt dennoch Schiffe durch die Meerenge.
       Seeleutegewerkschaften protestieren.
       
 (DIR) Attackiertes Gasfeld South Pars: Das größte Erdgasvorkommen der Welt
       
       Israel hat ein iranisches Gasfeld im Persischen Golf attackiert. Dessen
       Reserven entsprechen dem weltweiten Bedarf für 13 Jahre.