# taz.de -- Pressesprecher der Revolutionsgarden tot: Iran verliert seinen wichtigsten Propagandisten
       
       > Ein israelischer Angriff tötet Ali Mohammed Naini, Pressesprecher der
       > Islamischen Revolutionsgarden. Für dieses Amt auserwählt hatte ihn einst
       > Chamenei selbst.
       
 (IMG) Bild: Bekommt bestimmt bald auch ein Märtyrerplakat: Ali Mohammad Naini wurde bei einem Angriff in der Nacht auf Freitag getötet
       
       Es ist ein „gewaltiger Rückschlag“ für die Revolutionsgarden, schreibt
       Irananalyst Kasra Aarabi. Ali Mohammed Naini, der Sprecher der
       Revolutionsgarden, ist tot. Ein Militärschlag Israels in der Nacht zum
       Freitag, vermeldeten die Garden.
       
       Naini, so Aarabi, sei der „Gründervater der psychologischen Kriegsführung
       und der Propagandastrategie der Islamischen Republik gewesen. Im Jahr 2024
       wurde Naini auf das Amt des Sprechers der Garden berufen – laut Aarabi
       direkt auf Befehl des [1][Obersten Führers Ali Chamenei.] Dieser wurde
       gleich zu [2][Beginn des Kriegs in Iran] durch einen Angriff von USA und
       Israel getötet.
       
       Das zeige, welch hohen Stellenwert Propaganda in der Strategie Irans
       einnehme: Der Sprecher der Garden untersteht seit 1989 dem Obersten Führer.
       Der Sprecher selbst ist für alle Veröffentlichungen der Garden zuständig,
       sowie für die Koordination mit Medien, darunter auch der staatliche
       Rundfunk Irans, oder die den Garden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim
       sowie die Agentur Fars News.
       
       Dass Naini 2024 berufen wurde, stand wohl im Zusammenhang mit [3][dem Tod
       von Ismail Hanijeh, Leiter des Politbüros der Hamas], berichtet das New
       Lines Magazine. Er kam bei einem gezielten israelischen Angriff in Teheran
       um. Damals zeigte sich, wie tief die Infiltration des israelischen
       Auslandsgeheimdienstes Mossad innerhalb der Revolutionsgarden wohl reichte.
       
       ## Naini stand unter Sanktionen
       
       Kein gutes Bild, das die Garden da abgaben. Also musste Abhilfe her. Das
       New Lines Magazine schrieb damals, seine Ernennung sei ein deutliches
       Zeichen dafür, „dass das Büro des Obersten Führers sich darauf vorbereitet,
       die Operationen der IRGC im Bereich der psychologischen Kriegsführung zu
       intensivieren, und es beabsichtigt, die Kontrolle über deren Propaganda-,
       Kommunikations- und PR-Maßnahmen besser zu koordinieren“.
       
       Dass Naini dafür auserwählt wurde, ist kein Wunder. Er gilt als Architekt
       des „Soft War“ der Revolutionsgarden – also der Kriegsführung abseits
       tatsächlicher Kämpfe. Eben beispielsweise durch Propaganda. Und Teil dieser
       ist, das Bild einer Islamischen Republik zu zeichnen, die trotz aller
       wirtschaftlichen Probleme, Proteste und Unzufriedenheit im Land eben doch
       eine starke Nation ist. Oder sich als Alternative zur US-geführten Welt zu
       präsentieren.
       
       Zum Thema Propaganda hatte er auch zwei Bücher verfasst, und er lehrte nach
       Medienberichten als Professor für Sozialwissenschaften an der
       Imam-Hossein-Universität in Teheran, die von den Revolutionsgarden
       betrieben wird. [4][Er stand außerdem unter Sanktionen seitens
       Großbritanniens.]
       
       Auch Israels Militär bezeichnete ihn als „wichtigsten Propagandisten“ der
       Garden. Er habe Terroranschläge gegen den Staat Israel gefördert. Israel
       erklärte zudem, man werde weiterhin gegen Kommandeure und wichtige
       Vertreter der iranischen Führung vorgehen.
       
       20 Mar 2026
       
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