# taz.de -- Sci-Fi-Film „Predator: Badlands“: Rasiermesserscharfe Gräser, giftpfeilschleudernde Blüten
> Der Science-Fiction-Film „Predator: Badlands“ setzt die
> Raubtier-Erfolgsreihe mit veränderten Akzenten fort. Menschen sind
> diesmal nicht mehr dabei.
(IMG) Bild: Die Humanoide Thia (Elle Fanning) und der Jautja-Krieger Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) in „Predator: Badlands“
Das Franchise ist in seinem vierzigsten Jahr. Im Anfang war es ein
Action-Vehikel für [1][Arnold Schwarzenegger], „Predator“ (1987), der
Arbeitstitel war „Hunter“, und das war auch, worum es dabei ging: ein
menschlicher Held auf der Alien-Jagd. Die Aliens sind einerseits
menschenähnliche Wesen, andererseits erinnern ihre Münder eher an
Insekten-Mandibeln.
Auf den ersten Film folgte ein zweiter, Arnold wurde durch Danny Glover
ersetzt. Das Universum ist seitdem stetig gewachsen, es gibt weitere Filme,
Spielzeug, Comics, Games, ein Crossover mit dem Alien-Franchise. Nach einem
erfolgreichen Restart mit „The Predator“ (2018) ist kein Ende in Sicht.
Dafür war einmal Zeit für eine Variation. Erstmals steht in „Predator:
Badlands“ (2025) nicht der menschliche Jäger, sondern das Alien im Zentrum
des Films; tatsächlich gibt es, sad to say, gar keine Menschen mehr, nur
allerlei Monster und elektrifizierte Humanoiden. Der Name des Helden: Dek.
Seine Rasse: die Yautja, aus deren Insektenmund die Laute klaftertief,
schnalzlautreich, finster grollen. Es wurde, reichlich spät, extra für
diesen Film von einem Linguisten eine konsistente, ans
Insekten-Mundwerkzeug angepasste Sprache erfunden, Hauptdarsteller
Dimitrius Schuster-Koloamatangi hat sie, versteht sich, fleißig gelernt.
Die Yautja sind Krieger von einer Sorte, dagegen ist Pete Hegseth ein
Softie. Dek soll eigentlich sterben, weil nach Ansicht des Vaters: zu
schwach. Dann aber macht er sich auf einen Todesplaneten namens Genna
davon, um dort ein Supermonster namens Kalisk zu jagen und als Trophäe zu
den Seinen zu bringen. Genna ist nun wirklich nicht wirtlich, würgefreudige
Lianen, rasiermesserscharfe Gräser, giftpfeilschleudernde Blüten, Drachen
fliegen irgendwo oben: liebevoll per CGI ausgemalte Dark-Fantasy-Welt.
## Dame ohne Unterleib
Ein Glück, dass Dek, wenn auch widerwillig, eine Gefährtin an die Seite
bekommt. Thia ist eine Humanoide, der allerdings der Unterleib fehlt,
verloren im Kampf. Später taucht dann der Unterleib auf, ohne Dame, kicking
ass, muss man sagen, und zuletzt werden, das kommt nicht überraschend, oben
und unten wiedervereint. Vorerst schnallt Dek sich die Dame ohne Unterleib
auf den Rücken, ein hartleibiger Kobold, in dem mehr steckt, als man denkt,
kommt als Dritter im Bunde dazu. Zu den indigenen Genna-Gefahren gesellt
sich wiederum eine Humanoiden-Truppe, die mit dem Kaslik und seinen Jägern
kurzen Prozess machen will.
Mit dabei: die Androidin Tessa, als deren Zwillingsschwester Thia sich,
menschlich-allzumenschlich, lange begriff. Nun aber wird bis aufs Messer
gekämpft beziehungsweise, das ist die bevorzugte Waffe der Yautja, bis aufs
gezackte Schwert, das, eine Kreuzung aus Mittelalter und Star Wars, einen
leuchtenden Rand hat. So fliegen Funken. So wird zertrennt und gesäbelt.
Zum Verdruss seiner Gegner allerdings hat das Monster namens Kalisk die
Fähigkeit, alles, was abgetrennt war, wieder nach- und zusammenwachsen zu
lassen. Wunderschöne Abenteuer-Hindernis-Welt.
Zum Glück nimmt Regisseur Dan Trachtenberg (der, aktuelle Meldung von der
Filmstudiobörse, das Disney-Franchise verlässt und zu [2][Paramount]
wechselt) das alles zwar ernst, aber auch nicht zu sehr. Für kleine Pointen
zwischendurch ist ebenso Zeit wie für die große sozialphilosophische
Botschaft an die Hegseths der Welt: Wahre Stärke besteht darin, nicht für
sich, sondern für die einem Anvertrauten zu kämpfen. Und wer das nicht
hören will – und sei es der Vater –, muss es fühlen, beziehungsweise wird
ohne Gnade zersäbelt. Man sollte es in diesem Genre ja auch wieder nicht
übertreiben mit der Friedfertigkeit.
25 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Ekkehard Knörer
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