# taz.de -- Frankreichs Marine besucht Kenia: Im Indischen Ozean unterwegs, ganz zufällig
> Die französische Marine zeigt verstärkte Präsenz im westlichen Indischen
> Ozean. Von dort müsste jedes Eingreifen in der Straße von Hormus starten.
(IMG) Bild: Der französische Amphibienhubschrauberträger (PHA) Dixmude verlässt im Februar den Hafen von Toulon und ist in Kenia angekommen
800 Marinesoldaten aus Frankreich auf drei französischen Schiffen, darunter
zwei Kriegsschiffen, haben sich am Wochenende im Hafen von Mombasa in Kenia
an der Küste des Indischen Ozeans aufgehalten. Der unübliche Besuch
erfolgte im Rahmen zunehmender Debatten über ein europäisches Eingreifen im
Irankrieg zum Schutz der Seeschifffahrt in der Straße von Hormus.
Frankreich bestreitet jeden Zusammenhang – aber seine Wortwahl lässt
Hintertüren offen.
„Eine französische Naval Task Group, die Operation Jeanne d'Arc mit den
Kriegsschiffen Dixmude und Aconit, hat vom 13. bis 16. März in Mombasa Halt
gemacht, als Teil einer fünfmonatigen Mission zur Patrouille der Indischen
und Pazifischen Ozeane“, hieß es am Montag aus Frankreichs Botschaft in
Nairobi in einer [1][von kenianischen Medien zitierten Erklärung]. „Ihr
Ziel ist, die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten und das Training
französischer und internationaler Offizierkadetten abzuschließen“.
„Freiheit der Schifffahrt“ ist bereits das Ziel der [2][EU-Marinemission
Atalanta] im Indischen Ozean, die seit 2008 die Seewege vor Somalia vor
Piraten schützt und deren Einsatzgebiet bis kurz vor Iran reicht. Seit
einigen Jahren ist sie deutlich reduziert. 2024 wurde sie um die
[3][Operation Aspides] im Roten Meer ergänzt, um Angriffe der von Iran
unterstützten Huthi-Milizen in Jemen abzuwehren. Vergangene Woche brachte
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine Erweiterung der Operation
Aspides auf die Straße von Hormus ins Gespräch.
## Essentielle Stützpunkte im Indischen Ozean
Für beide Operationen ist Somalias Nachbarstaat Dschibuti mit seiner großen
französischen Militärbasis von logistischer Bedeutung. Somalias anderer
Küstennachbarstaat Kenia, historisch ein wichtiger militärischer Standort
für die USA und Großbritannien, ist mit Frankreich seit Dezember 2025 durch
[4][ein Verteidigungsabkommen] verbunden, das unter anderem den Aufenthalt
französischen Militärpersonals mit Waffen und Uniformen in Kenia
ermöglicht. In diesem Rahmen erfolgte nun der erste offizielle Marinebesuch
aus Frankreich.
Für internationale Marinemissionen in der Straße von Hormus wären
Stützpunkte am Indischen Ozean essentiell. Es bieten sich dafür neben
Dschibuti und Mombasa auch die britische Marinebasis in [5][Duqm in Oman]
sowie die von Großbritannien an die USA als Miitärbasis verpachtete Insel
[6][Diego Garcia] im Chagos-Archipel südlich der Malediven an.
Dass Kenia eventuell zum Ausgangspunkt westlicher Miitäroperationen im
Indischen Ozean werden könnte, stößt im Land allerdings auf Sorge. „Ist
Kenia sicher oder könnte Iran jetzt entscheiden, uns anzugreifen?“
[7][fragte der kenianische TV-Sender „Mutembei TV“] am Sonntag. In Mombasa
sind Kenias Sicherheitskräfte in der Vergangenheit mehrmals gegen
mutmaßliche radikale Islamisten vorgegangen.
16 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://eastleighvoice.co.ke/uncategorized/313653/france-clarifies-military-presence-in-kenya-amid-middle-east-tensions
(DIR) [2] https://eunavfor.eu/
(DIR) [3] https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Aspides
(DIR) [4] https://www.parliament.go.ke/sites/default/files/2025-12/Defence%20Cooperation%20Agreement%20between%20the%20Gvt%20of%20the%20Republic%20of%20Kenya%20&%20the%20Gvt%20of%20the%20French%20Republic.pdf
(DIR) [5] https://en.wikipedia.org/wiki/UK_Joint_Logistics_Support_Base
(DIR) [6] /Chagos-Archipel-im-Indischen-Ozean/!6159157
(DIR) [7] https://www.facebook.com/MutembeiTV/videos/usa-israel-vs-iran-warfrench-warships-in-mombasa-for-trainingis-kenya-safe-or-ir/957027053430968/
## AUTOREN
(DIR) Dominic Johnson
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