# taz.de -- Freibäder in Berlin: Bare minimum
> Die Berliner Bäder Betriebe versprechen für die anliegende Saison moderne
> Bäder und faire Preise. Doch was stimmt davon? Unsere Autorin hat
> gecheckt.
(IMG) Bild: Das Berliner Schwimmbad im Humboldthain
Anfang März kamen die Berliner Bäder Betriebe (BBB) mit einer verfrühten
Osterüberraschung um die Ecke: Sie hatten das beliebte
„Sommermehrfachticket“ abgeschafft. Selbstverständlich nur mit den besten
Absichten!
[1][20 Mal schwimmen für 60 Euro im Vorverkauf] – und das mit einer
übertragbaren Karte – „so pool ist nur Berlin“, wie die BBB gern für sich
werben. Doch jetzt verspricht man eine „zeitgemäße Alternative“: das
personengebundene Abo für 38 Euro monatlich, abzuschließen für mindestens
drei Monate. Was sich nur rechnet, wenn man im Sommer auf Urlaubsreisen
verzichtet und bei Regen und Kälte ins Schwimmbad pilgert.
Der Protest der Berliner Schwimmer*innen war so heftig, dass
Sportsenatorin Iris Spranger dem innovativen Treiben nach nur einer Woche
ein schnelles Ende setzte – und zack war das Mehrfachticket wieder da.
Doch nicht nur „moderner“, auch „fairer“ soll es werden, denn
„Eintrittspreise richten sich nun nach der Ausstattung“. Um diesen Irrsinn
zu rechtfertigen, haben die BBB extra drei „Bäder-Kategorien“ erfunden. Wer
Freibäder in anderen Städten Deutschlands kennt, weiß, was sie eint: sie
sind modern, sauber, gepflegt.
[2][Anders in Berlin]: Das „Sommerbad Humboldthain“ in Mitte ist unbeheizt.
16 Grad Wassertemperatur waren es im vergangenen Mai. Im Frauenduschraum
gibt es vier warme und eine kalte Brause, es ist so eng, dass man bei einer
falschen Bewegung die Nachbarin quasi miteinseift. Trennwände gibt es
keine, dafür schimmlige Fugen. Ablagen für Duschgel sucht man vergeblich.
Schließfächer sind kaputt, an den fünf Umkleidekabinen und Toiletten fehlen
schon mal Türen.
## Badespaß der „Kategorie 1“
Aber hey, rot-weißes Absperrband sorgt für Ordnung. Auf dem Gelände wachsen
in zerbröselnden Betonkübeln ein paar einsame Tagetes. Immerhin wird der
Rasen gemäht. Ach ja, und ein Schwimmbad gibt es natürlich auch. Sogar mit
einer 50-Meter-Bahn, einer Rutsche und einem Ein-Meter-Sprungbrett.
Die Gen Z würde hier von „bare minimum“ sprechen. In Berlin gilt das
hingegen als „Kategorie 1“ und rechtfertigt den Preis von 7 Euro für ein
Tagesticket. Man möchte gar nicht wissen, was Bäder der dritten Kategorie
zu bieten haben.
Kleiner Tipp an die BBB: [3][Wer moderne Preise will, sollte in moderne
Ausstattung investieren.] Dann klappt’s auch mit dem Abo.
3 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Gaby Coldewey
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