# taz.de -- Krieg gegen die Ukraine: Und wieder sterben Menschen
> In der gesamten Ukraine bombardiert Russland Zivilisten. Betroffen waren
> diesmal unter anderem die Regionen Kyjiw, Charkiw, Odessa und
> Dnipropetrowsk.
(IMG) Bild: Rettungskräfte räumen die Trümmer eines Wohnhauses nach einem russischen Raketenangriff in Charkiw
taz | Wieder gibt es Tote und Verletzte im Krieg gegen die Ukraine. In der
Nacht wurde das Land nach Angaben von Präsident Selenskyj von 29 Raketen
und etwa 480 Drohnen angegriffen.
Betroffen waren die Regionen [1][Kyjiw], Charkiw, [2][Odessa],
Dnipropetrowsk, Chmelnyzkyj und Tscherniwzi. Dabei wurden Wohnhäuser und
Infrastruktur beschädigt, mehrere Menschen kamen ums Leben.
Besonders schwer traf es die ostukrainische Stadt Charkiw. Hier wurde ein
Gebäude an einer Stelle vom Hauseingang im ersten bis zum fünften Stockwerk
vollständig zerstört. Dabei, so ukrainische Behörden, seien acht Menschen
getötet worden. Unter den Opfern waren auch zwei Kinder im Alter von 9 und
13 Jahren. Außerdem wurden mindestens 15 Menschen verletzt, mehrere von
ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Ein 11-jähriger Junge liegt
immer noch auf der Intensivstation.
Unter den Toten befinden sich auch eine Grundschullehrerin eines Lyzeums
und ihr Sohn, ein Zweitklässler. Zudem starben eine Achtklässlerin eines
anderen Lyzeums und ihre Mutter. Rettungskräfte suchten stundenlang nach
Verschütteten. Man ging in den Morgenstunden von 14 Menschen aus, die noch
immer unter den Trümmern liegen.
Auch der Sachschaden war beträchtlich. Insgesamt 19 Wohnhäuser wurden in
Charkiw getroffen. Dabei zerbarsten über 800 Fenster, wurden mehr als 200
Balkone zerstört.
Nach Angaben der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft wurde bei dem
Angriff möglicherweise eine neue russische Rakete mit der Bezeichnung
„Isdelije-30“ eingesetzt. Sie soll eine Reichweite von bis zu 1.500
Kilometern und einen Gefechtskopf von rund 800 Kilogramm besitzen. Laut
ukrainischen Militärangaben kann diese Rakete von strategischen Bombern
gestartet werden.
Auch die Hauptstadt Kyjiw wurde in der Nacht mit Raketen und Drohnen
attackiert. In einigen Stadtteilen kam es zu Schäden an der
Energieinfrastruktur. Nach Angaben des Bürgermeisters fiel in rund 1.900
Gebäuden daraufhin die Heizung aus. Insgesamt waren fast 2.700 Gebäude
betroffen, darunter Wohnhäuser in mehreren Bezirken.
In Odessa brannte es nach einem Angriff in einem Infrastrukturobjekt.
Ähnliches wird auch aus der Region Dnipropetrowsk berichtet. Weitere
Schäden wurden auch in den Regionen Saporischschja, Winnyzja, Poltawa, Sumy
und Tscherkassy gemeldet.
Unterdessen berichten russische Medien von ukrainischen Luftangriffen in
der Nacht zum Sonntag. Insgesamt 124 Drohnen habe man in der Nacht
registriert, so das Nachrichtenportal gazeta.ru. In der Region Samara wurde
ein Mann verletzt, nachdem Trümmer einer abgeschossenen Drohne
herabgefallen waren.
Weitere Schäden wurden unter anderem in der Oblast Ryazan gemeldet, wo das
Dach eines Privathauses beschädigt wurde. In der Stadt Oryol wurde die
Fassade eines Mehrfamilienhauses durch Drohnentrümmer beschädigt.
In der Oblast Bryansk wurden zudem Anlagen zweier Agrarunternehmen durch
Angriffe beschädigt. Der Gouverneur des Gebietes Belgorod, Wjatscheslaw
Gudkow berichtet auf Telegram von sechs Männern, die durch ukrainische
Drohnen verletzt worden seien.
7 Mar 2026
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