# taz.de -- Krieg in der Ukraine: Neue Vermittler gesucht
> Der Krieg im Nahen Osten fordert auch Kyjiw Opfer ab. Verhandlungen
> werden verschoben und ein Teil der Flugabwehrsysteme geht in den Golf.
(IMG) Bild: Pistorius vor dem Flugabwehrsystem „Patriot“, für das aktuell großer Bedarf im Nahen Osten besteht, aber auch in der Ukraine
Ein Kollateralschaden des Angriffskrieges gegen den Iran und die Umwelt am
Golf ist das vorläufige Ende des Verhandlungsprozesses um einen Frieden in
der Ukraine. Die Gründe sind vielfältig: Zum einen verdrängt das brennende
Teheran die Ukraine aus dem öffentlichen Bewusstsein. Zum anderen sind uns
ernstzunehmende Vermittler abhandengekommen. In seinem jüngsten Telefonat
mit Wladimir Putin, in dem es auch um die Ukraine ging, hat US-Präsident
Donald Trump nicht einmal einen Waffenstillstand gefordert, wie russische
Medien genüsslich am Dienstag berichteten.
[1][Als neuer Aggressor im Nahen Osten] können die USA auch gar keine
moralische Autorität mehr in die Waagschale werfen. Gleichzeitig ist nun
auch der Nahe Osten kein geeigneter Verhandlungsort mehr für die Suche nach
Wegen zur Beendigung des Blutvergießens im Krieg gegen die Ukraine.
Russland spielt dieser neue Krieg, der [2][die Ölpreise weltweit
explodieren] lässt, in die Hände. Russland hat nun mehr Geld, kann also
noch länger Krieg gegen die Ukraine führen.
Und auch aus der Ukraine kommen Signale, die den Eindruck entstehen lassen,
als sei die russische Bedrohung wohl nicht mehr so schlimm. Wie sonst
sollte man die von Präsident Wolodymyr Selenskyj geäußerte Erklärung, die
Ukraine habe Drohnenabfangsysteme und Spezialisten für Drohnenabwehr in den
Nahen Osten entsandt, wo sie US-Militärbasen vor Angriffen mit Drohnen
schützen sollen, verstehen? Als sei man in der Ukraine mit
Drohnenabwehrsystemen schon ausreichend versorgt.
Angesichts des zum Erliegen gekommenen [3][Verhandlungsprozesses um ein
Ende des Ukrainekrieges] kann man es natürlich beim Konstatieren der
Unfähigkeit der großen Politik belassen, den Verhandlungsprozess
wiederzubeleben. Weiter bringt uns aber eher die Frage nach dem „Was tun?“.
Gerade vor dem Hintergrund des Versagens von Politik und internationaler
Diplomatie muss auf die Politik Druck ausgeübt werden, den
Verhandlungsprozess mit neuen Vermittlern wiederzubeleben.
11 Mar 2026
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(DIR) Bernhard Clasen
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