# taz.de -- Anti-Drogenkrieg in Ecuador: Militäreinsatz im Buhlen um Trumps Gunst
       
       > Ecuadors Präsident will sich als Hauptverbündeter Donald Trumps in der
       > Region profilieren. Jetzt haben gemeinsame Aktionen mit US-Truppen
       > begonnen.
       
 (IMG) Bild: Antwort der Noboa-Regierung auf den Drogenhandel: Militarisierung, Racial Profiling junger Afro-Ecuadorianer und Ausnahmezustände
       
       Was die neue Phase im Anti-Drogenkrieg ankündigen soll, wirkt wie ein
       billiges Videospiel: [1][Ein pixeliges Video] in Farbe und schwarz-weiß von
       fliegenden Hubschraubern über unbekanntem Terrain, Menschen, die zum
       Hubschrauber laufen, unterlegt mit martialischer Musik, dann ein Gewitter
       und das Logo des US-Südkommandos.
       
       Dieses verkündete per Post auf X, dass am 3. März gemeinsame Operationen
       der ecuadorianischen und US-amerikanischen Streitkräfte gegen „ausgewiesene
       terroristische Organisationen in Ecuador“ gestartet hätten. Diese seien
       „ein eindrucksvolles Beispiel für das Engagement der Partner in
       Lateinamerika und der Karibik im Kampf gegen die Geißel des
       Drogenterrorismus“.
       
       Am Vortag des offiziellen Starts hatte Francis L. Donovan, der Kommandant
       des US-Südkommandos, in Quito Präsident Daniel Noboa zu einem vertraulichen
       Gespräch zur Sicherheitszusammenarbeit getroffen.
       
       Ecuadors Regierung sagte zu alldem auch einen Tag später nach dem
       offiziellen Beginn: so gut wie nichts. Die Details unterlägen der
       Geheimhaltung, da man künftige Aktionen nicht gefährden wolle, hieß es vom
       Verteidigungsministerium am Mittwoch. Das Ganze liefe unter dem Namen
       [2][„Totale Offensive“]. Was, wer, wann, wo – alles unbekannt.
       
       ## 2025 war das tödlichste Jahr seit Langem
       
       Ecuador ist heute ein Schlüsselland für den Handel von Kokain (aus
       Kolumbien und Peru) nach Europa und die USA, über seine Pazifikhäfen. Die
       Folge ist krasse Gewalt. Die Antwort der Noboa-Regierung – Militarisierung,
       [3][Racial Profiling von jungen Afro-Ecuadorianern] und Ausnahmezustände –
       hat diese nicht eingedämmt.
       
       Im Gegenteil. 2025 war das tödlichste Jahr seit Langem. Die Gefängnisse,
       selbst Bastion des organisierten Verbrechens, sind überfüllt. Der
       Drogenhandel, aber auch Entführung und Schutzgelderpressung und illegaler
       Bergbau sind ein Riesengeschäft.
       
       Ecuadors Präsident Daniel Noboa, geboren in Miami und mit doppelter
       Staatsbürgerschaft, will sich schon länger als Trumps Hauptverbündeter in
       der Region profilieren – vor allem bei Trumps lateinamerikanischem
       Lieblingsthema, dem „Narkoterrorismus“.
       
       Als die USA Venezuelas Präsident Nicolás Maduro zum Chef des sogenannten
       Cartel de los Soles (Sonnenkartell) erklärten und dieses als
       Terrororganisation einstufte, zog Noboa umgehend nach.
       
       ## Noboa folgt Trumps Spuren
       
       Auch folgt Noboa Trumps [4][Attacken auf Kuba]: Am Mittwoch erklärte die
       Noboa-Regierung den kubanischen Botschafter Basilio Antonio Gutiérrez
       García samt dem gesamten kubanischen Diplomaten-Tross zur Persona non grata
       – ohne Gründe zu nennen. Sie müssen binnen 48 Stunden das Land verlassen.
       Ecuador zog parallel seinen Botschafter in Havanna ab.
       
       In Sachen militärischer Zusammenarbeit macht Noboa immer weiter. Erst im
       November hatten die Ecuadorianer:innen die von Noboa gewünschte
       Einrichtung von US-Militärbasen per Referendum verboten. [5][Schon im
       Dezember landeten US-Militärs in Manta], das auf der Wunschliste für Basen
       stand. Laut US-Botschaft für eine temporäre gemeinsame Militäroperation.
       
       Bei der neuen Phase stützt sich Noboa auch auf drei bilaterale Abkommen,
       die sein Vorgänger Guillermo Lasso 2023 mit den USA ausgehandelt hatte und
       die gemeinsame Operationen gegen den Drogenhandel und andere kriminelle
       Geschäfte erlauben. Schwerpunkt: Kontrolle des Schiffsverkehrs über den
       Pazifik. In Ecuador ist die Gewalt mittlerweile [6][von der Küste und den
       Hafenstädten ins Landesinnere geschwappt].
       
       Was Trump bisher nicht stört: Der Oligarchen-Clan von Präsident Noboa ist
       [7][laut Recherchen] selbst ins Drogengeschäft verstrickt. Unter anderem
       mit Hilfe des Bananenhandels. Die Boote dafür verlassen samt der Drogen
       über die Häfen das Land. Der größte Hafen befindet sich in Guayaquil in der
       Provinz Guayas, wo die Noboa-Familie ansässig ist.
       
       6 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://x.com/Southcom/status/2029011785567572285?s=20
 (DIR) [2] https://www.elcomercio.com/actualidad/ecuador/ecuador-ee-uu-mantienen-reserva-sobre-operacion-militar-contra-terrorismo/
 (DIR) [3] /Ecuador-vor-der-Stichwahl/!6077883
 (DIR) [4] /US-Eingriffe-in-Kuba/!6158815
 (DIR) [5] https://www.primicias.ec/seguridad/escalada-militar-estados-unidos-ecuador-marco-legal-acuerdos-cooperacion-guillermo-lasso-117280/
 (DIR) [6] https://elpais.com/america/2026-03-03/el-crimen-se-desplaza-de-las-costas-al-interior-de-ecuador-y-convierte-ciudades-tranquilas-en-focos-de-violencia.html
 (DIR) [7] https://revistaraya.com/familia-daniel-noboa-presidente-de-ecuador-trafico-de-cocaina-europa
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Katharina Wojczenko
       
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