# taz.de -- Pressefreiheit in Russland: Die große Gefahr
> Fast jeden Tag ein schwerer Angriff: Ein neuer Bericht zeigt, wo
> Journalist*innen in Europa besonders gefährdet sind.
(IMG) Bild: Kyjiw, Ukraine, 15. November 2025: im Rahmen der Aktion „Leere Stühle“ wird der von Russland festgenommenen Journalist:innen, Schriftsteller:innen und Menschenrechtler:innen gedacht
kna | [1][Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine] bleibt in Europa
die größte Bedrohung für Medienschaffende. Vier Journalist*innen wurden
2025 durch russische Drohnenangriffe getötet, zahlreiche weitere verletzt
oder in besetzten Gebieten festgehalten. Das geht aus einem am Dienstag in
Brüssel vorgestellten Bericht mehrerer europäischer
Journalist*innenverbände und Organisationen für [2][Pressefreiheit]
hervor, die in einer Plattform des Europarats organisiert sind. Mindestens
26 ukrainische Journalist*innen sind demnach in russischer
Gefangenschaft.
Insgesamt zählten die Partnerorganisationen 2025 europaweit 344 Fälle von
schwerwiegenden Bedrohungen der Medienfreiheit – ein Anstieg um 29 Prozent
im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Meldungen betrafen Russland (50), die
Türkei (49), Georgien (35), Serbien (35) und die Ukraine (27), wobei sich
die Hinweise zur Ukraine überwiegend auf die von Russland besetzten Gebiete
beziehen oder russischen Kräften zugeschrieben werden. In den meisten
Fällen wurden Journalist*innen eingeschüchtert und belästigt, am
zweithäufigsten meldeten die Organisationen körperliche Angriffe auf
Journalist*innen.
## Angriffe drohen bei Demonstrationen
Unter Druck gerieten Medienschaffende nicht nur im Kriegsgebiet. In rund
einem Viertel aller europäischen Staaten kam es laut Bericht bei Protesten
zu körperlichen Angriffen, etwa durch Polizeikräfte, politische Akteure
oder Demonstrierende. Besonders hohe Zahlen wurden aus Georgien, Serbien
und der Türkei gemeldet.
Der Bericht warnt vor dem systematischen Einsatz von Freiheitsentzug als
Mittel der Medienkontrolle. Zum Jahresende 2025 waren demnach europaweit
148 Journalist*innen in Haft, darunter 58 in Russland oder den russisch
besetzten Gebieten der Ukraine, 36 in Aserbaidschan, 27 in Belarus und 24
in der Türkei.
Die Organisationen der Plattform appellierten an den Europarat, die
EU-Kommission und die europäischen Staaten, bestehende Standards zum Schutz
der Pressefreiheit einzuhalten. Zu der Plattform gehören beispielsweise
Reporter ohne Grenzen, PEN International, die Europäische Rundfunkunion
(EBU) sowie die Europäische Journalisten-Föderation.
3 Mar 2026
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