# taz.de -- Schlechte Lage für Berlins Kulturbauten: Kein Neubau fürs Exilmuseum, keine Anstrengung für den Altbau
> Berliner Kultureinrichtungen melden desolate Zustände in ihren Gebäuden,
> derweil soll das Exilmuseum am Anhalter Bahnhof gar nicht erst gebaut
> werden.
(IMG) Bild: Beklagt „erhebliche Mängel“: das Technikmuseum in Berlin
taz | Offenbar musste man an die Öffentlichkeit gehen: „Dutzende Berliner
Kultureinrichtungen“, so schreibt der Berliner Tagesspiegel, beklagen
Millionenverluste und Sicherheitsrisiken durch mangelhaftes
Immobilienmanagement.
Die Häuser, die sich jetzt mit einem Beschwerdeschreiben an die Berliner
Kulturverwaltung wandten, sind Mieter:innen landeseigener Bauten.
Verwaltet werden diese von der BIM, der Berliner Immobilenmanagement GmbH.
Die bewirtschaftet gut 5.000 Liegenschaften im Stadtgebiet, darunter
Bauwerke für die Kultur wie Hans Scharouns Philharmonie oder das
Technikmuseum, dem die Berliner Architekten Ulrich Wolff und Helge Pitz
2001 noch einen Neubau samt darüber schwebenden Rosinenbomber verpassten.
Das Technikmuseum ist nun eines der Häuser, die „erhebliche Mängel“ in
ihren Bauten beklagen. Unter anderem „bestandsgefährdende Risiken durch
nicht bearbeitete Schadensmeldungen“. Es bestehe „Gefahr für Besucher und
Mitarbeiter“.
## Das Museum am kriegszerstörten Anhalter Bahnhof
Derweil scheitert ein anderes Kulturbau-Projekt in Berlin. Das Exilmuseum
sollte eigentlich nach einem Entwurf der dänischen Architektin Dorte
Mandrup die Ruine des kriegszerstörten Anhalter Bahnhofs in ein gut 4.000
Quadratmeter großes Gebäude integrieren. Im Jahr 2020 fand dazu der
Architekturwettbewerb statt, 27 Millionen Euro Kosten berechnete man damals
für den Neubau.
Das in Berlin einzigartige Museum war eine Initiative des Kunsthändlers und
Gründers des Auktionshauses Villa Grisebach, Bernd Schultz. Der hatte dafür
eine Stiftung ins Leben gerufen, für diesen Zweck veräußerte er sogar einen
Teil seiner privaten Kunstsammlung, wie die Kunstzeitschrift Monopol
berichtet. Der Bau des Exilmuseums sollte vor allem privat finanziert
werden.
Doch das Berliner Mäzenatentum ist ohnehin kärglich. Und wie kürzlich
bekannt wurde, schätzt man die Baukosten für Mandrups Exilmuseum
mittlerweile auf 130 Millionen Euro. Eine Summe, die die Stiftung nicht
zusammenkriegen kann. Das Exilmuseum bleibt vorerst in seinem
Interims-Domizil in einer Charlottenburger Villa. Ob sie nun öffentlich
oder privat finanziert sind, den Berliner Kulturbauten fehlen einfach die
Gelder – und das gute Management. (soj)
2 Mar 2026
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