# taz.de -- Rede des argentinischen Präsidenten: Milei schürt Polarisierung
       
       > Der libertäre Präsident Argentiniens sichert sich seine Wiederwahl, indem
       > er Mehrheiten organisiert. Unterstützt wird er auch vom US-Präsidenten.
       
 (IMG) Bild: Argentiniens Präsident Javier Milei redet zur Lasge der Nation im Kongress
       
       Argentiniens [1][libertärer Präsident Javier Milei] ist zu seiner alten
       Form aufgelaufen. Mit einer aggressiven Rede [2][eröffnete er am Sonntag
       die neue Legislaturperiode des Kongresses]. Er nutzte seinen Auftritt, um
       scharf gegen die peronistische und linke Opposition auszuteilen. In einer
       aufgeheizten Atmosphäre beschuldigte er sie, mehr Gauner als Argentinier zu
       sein. Milei verfügt nun über Mehrheiten im Kongress. Zu Beginn seiner
       Amtszeit konnte er lediglich auf eine Handvoll eigener Kongressmitglieder
       zählen. Seit den Kongress-Teilwahlen im Oktober kann er mit eigenen,
       übergelaufenen und verbündeten Kongressmitgliedern eigene Mehrheiten in
       beiden Kammern organisieren. Milei schürte kräftig die politische
       Polarisierung.
       
       Dabei hat der Präsident durchaus Erfolge aufzuweisen. Die Reduzierung der
       Inflationsrate von 211 im Jahr 2023 auf 31,5 Prozent 2025 ist für die
       unteren Einkommensschichten eine spürbare Erleichterung des Alltags. Wer
       nach den Gründen für deren Unterstützung Mileis sucht, wird sie hier
       finden. Mit seiner Ankündigung, Hindernisse für die [3][Bergbau- und
       Ölförderindustrie] zu beseitigen und die weitere Öffnung der Wirtschaft für
       den Weltmarkt voranzubringen, setzt Milei die heimische Industrie bewusst
       dem internationalen Wettbewerb aus. Die Zahl der verlorenen Arbeitsplätze
       liegt schon jetzt im fünfstelligen Bereich.
       
       Mileis Achillesferse ist jedoch die Finanzakrobatik seines
       Wirtschaftsministers Luis Caputo. Indem der Ex-Banker alte Schulden durch
       neue Schulden tilgt, garantiert er seiner Finanzklientel [4][Zahlungen der
       Zins- und Kapitalforderungen]. Aber er hält zugleich den Dollar billig und
       dämpft damit die Inflation, für Milei ist er „der beste Wirtschaftsminister
       der Welt“.
       
       Dass dies nicht nachhaltig ist, wurde vor Monaten deutlich, als
       US-Präsident Donald Trump die beiden mit mehreren Milliarden Dollar vor dem
       Absturz bewahrte. Milei dankte Trump dafür ausdrücklich in seiner Rede.
       Solange Trump seinen Amtskollegen in Buenos Aires unterstützt, steht Mileis
       Wiederwahl nichts im Wege.
       
       2 Mar 2026
       
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