# taz.de -- Schiitische Moschee in Berlin-Neukölln: Islamisches Zentrum lädt zur Trauerfeier für Ali Chamenei
> In der schiitischen Imam-Rıza-Moschee in Neukölln betrauern am Sonntag
> rund 100 Menschen den Tod des Religionsführers. Eine Kundgebung hält
> dagegen.
(IMG) Bild: Gegendemonstration zur Gedenkveranstaltung für den obersten Revolutionsführer Chamenei in einer Moschee in der Reuterstraße
Die Polizei hat ein Stück der Reuterstraße in Berlin-Neukölln am
Sonntagabend komplett abgeriegelt. Absperrgitter blockieren den Durchgang
oben an der Flughafenstraße und unten an der Kreuzung zur Erlanger Straße.
Wer durchmöchte, muss sich als Anwohner*in ausweisen – oder als
Teilnehmer*in einer Trauerfeier für den am Vortag bei den Angriffen auf
Iran getöteten Religionsführer Ali Chamenei.
Das Islamische Zentrum Imam Rıza, eine dem schiitischen Islam zugerechnet
Moschee, hatte zu einer „Gedenkversammlung zum Märtyrertod des Imams der
Umma, Ayatollah Khamenei“ eingeladen Laut Polizei nahmen rund 100 Menschen
an der Versammlung teil. Auch um 19.30 Uhr kommen noch regelmäßig Menschen
an den Gittern an, die zur Moschee wollen, zumeist sind es Männer, ab und
an auch eine Frau mit Kopftuch.
Eine Kundgebung an der Kreuzung zur Erlanger Straße reagiert auf jede
dieser Personen mit lauten Protestrufen. „Terrorist, Terrorist“, schallt es
aus der Gruppe, jedes Mal, wenn die Polizei wieder jemanden Richtung
Moschee durchlässt. Die Demonstranten halten die Lautstärke mit großen
Boxen und einer generatorbetriebenen Anlage generell hoch.
„Sie trauern, weil sie jetzt kein Geld mehr kriegen – aber wir freuen uns
darüber“, ruft ein Redner bei der Kundgebung. „Wir feiern mit allem, was
die Mullahs oder die Menschen in der Moschee verbieten wollen“, sagt er
über den wummernden Sound eines Songs, mit dem alle Reden unterlegt sind.
„Er war ein Massenmörder und er ist tot, das ist die beste Nachricht“, ruft
der Redner.
## Protest gegen Islamismus
Zwischendrin rufen die Demoteilnehmer*innen unermüdlich Parolen wie
„Freiheit für Iran“ und „Shah Reza Pahlavi“ in Unterstützung für den Sohn
von Mohammad Reza Pahlavi, der bis 1979 den Iran als Monarch regierte. Dazu
schwenken sie Flaggen in den Farben des Iran mit Sonne-Löwe-Emblem, die als
Zeichen der Monarchisten gelten. Auch Israel-Flaggen und schwarze
I.D.F.-Flaggen der israelischen Streitkräfte haben die
Demonstrant*innen dabei, einer hat sich eine US-Flagge um die Schultern
gebunden. Laut Polizei nehmen in der Spitze rund 110 Personen am
Gegenprotest teil.
Auch eine Palästina-Flagge befeuert den Protest der Demonstrant*innen. Sie
hängt von einem Balkon gegenüber der Imam Rıza-Moschee, auf dem sich auch
ab und zu Personen zeigen. „Islamisten raus aus Berlin“, schallt es aus der
Gruppe. Ein Demonstrant beugt sich über das Absperrgitter und wedelt mit
einer Israel-Flagge in Richtung Balkon.
Nach [1][Presseberichten galt das Islamische Zentrum Imam Rıza in der
Vergangenheit] als Treffpunkt für Hisbollah-Unterstützer*innen. Die
Hisbollah ist eine im Libanon ansässige und vom islamischen Regime in Iran
maßgeblich finanzierte islamistisch-schiitische Partei. Die USA,
Großbritannien und Israel haben sie als Terrororganisation eingestuft. In
Deutschland unterliegt sie einem Betätigungsverbot.
Der nun getötete Ali Chamenei führte den Titel Ajatollah. Es ist der
höchste Titel im Schiitentum. Eine [2][ähnliche Gedenkveranstaltung wie die
Trauerfeier für den Religionsführer des islamischen Regimes in Iran hatte
die Imam-Rıza-Moschee Medienberichten zufolge] bereits 2020 organisiert.
Damals rief sie dazu auf, den Tod von Qassem Soleimani zu betrauern.
Soleimani war General der iranischen Al-Quds-Brigaden, US-Streitkräfte
hatten ihn im Irak getötet.
2 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.tagesspiegel.de/berlin/tod-des-religionsfuhrers-im-iran-muslime-trauern-in-berliner-moschee-um-ajatollah-chamenei-15306082.html
(DIR) [2] https://www.tagesspiegel.de/berlin/neukollner-moschee-trauert-um-getoteten-general-soleimani-5048443.html?icid=in-text-link_15306082
## AUTOREN
(DIR) Uta Schleiermacher
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