# taz.de -- Berliner Friedenskonferenz: Friedlich gegen die Rüstungsindustrie
       
       > Friedensaktivisten beraten über Formen des Widerstands gegen
       > Rüstungskonzerne. Eine Recherche zum militärisch-industriellen Komplex
       > wird vorgestellt.
       
 (IMG) Bild: Protest vor der Weddinger Firma Pierburg (zu Rheinmetall gehörend) in der Walpurgisnacht 2025, die Munitionsteile produzieren will
       
       In den letzten Jahren sah man in Berlin auf Demonstrationen der
       Friedensbewegung kaum junge Menschen. Das könnte sich jetzt ändern. Am
       Wochenende zeigte sich im City-Kino Wedding eine neue Berliner
       Friedensbewegung. Etwa 150 überwiegend junge Menschen unter 30 kamen zur
       Berliner Friedenskonferenz, auf der unter dem Motto „Entrüstung“ neue
       Impulse für den Kampf gegen die militaristische Zeitenwende gegeben wurden.
       Klar in der Minderheit waren langjährige antimilitaristische Aktivisten wie
       der linke Gewerkschafter Jochen Gester. „Na endlich“, ist sein knapper
       Kommentar zum zahlreich erschienenen Nachwuchs.
       
       Eingeladen zur Konferenz hatten die sozialistische Stadtteilorganisation
       „Hände weg vom Wedding“ (HwvW) und der Bund der Kommunist*innen (BdK),
       der in Lichtenberg, Neukölln und Wedding Stadtteilkomitees gegründet hat.
       Am Samstag wurde in mehreren Arbeitsgruppen unter anderem über den Kampf
       gegen die Wehrpflicht, aber auch den Widerstand gegen Aufrüstung am
       Arbeitsplatz diskutiert.
       
       Diese Frage hat im Stadtteil Wedding eine besondere Brisanz. Schließlich
       wird dort aktuell das [1][Pierburg-Werk, das bisher Ersatzteile für Autos
       produzierte, in eine Waffenschmiede von Rheinmetall umgerüstet]. „Seit
       letztem Jahr gibt es dagegen Widerstand im Stadtteil. Es gab zahlreiche
       Haustürgespräche im Wedding, wo wir auf die Gefahren des Rüstungskonzerns
       für den Stadtteil hinweisen“, berichtet eine Aktivistin vom BdK. Die
       Ablehnung von Rheinmetall im Wedding sei groß. Nur hätten viele Menschen
       bisher die Haltung, dass man dagegen nichts machen könne.
       
       Das wollen die Aktivist*innen ändern. Ihr Motto lautet „Krieg beginnt
       hier. Deshalb müssen wir uns auch hier dagegen wehren“. Damit ist nicht nur
       das Rheinmetall-Werk im Wedding gemeint.
       
       ## Berliner Orte der Rüstungsindustrie
       
       Auf der Konferenz wurde das Ergebnis einer Recherche über den
       militärisch-industriellen Komplex in Berlin vorgestellt, der seit Samstag
       [2][auch online abrufbar ist]. Dort werden mit Quellen unterlegt Orte der
       Rüstungsindustrie, der Zuliefererindustrie, aber auch von Denkfabriken
       markiert, die die Kriegstüchtigkeit propagieren. Mehrere Rüstungskonzerne
       haben Büros in unmittelbarer Nähe des Regierungsviertel, was die
       Lobbyarbeit erleichtert. Dazu gehört das Luft- und Raumfahrunternehmen
       Airbus-Group sowie das führende europäische Rüstungsunternehmen MBDA. Zu
       den Lobbygruppen der Rüstungsindustrie wird auch die Gesellschaft für
       Sicherheitspolitik und der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und
       Verteidigungsindustrie gezählt.
       
       Der Konferenztag am Samstag endete mit einer antimilitaristischen
       Choreografie zu den Klängen des Protestsongs „Doch meine Söhne geb ich
       nicht“, in dem der Liedermacher Reinhard Mey 1986 zum zivilen Ungehorsam
       gegen jeden Krieg aufrief. Die Konferenzteilnehmer*innen wollen sich
       daran orientieren.
       
       Einige Termine stehen schon fest. So sind für den 10. und 11. Juli 2026
       bundesweite Aktionstage gegen den Rheinmetall-Konzern in Berlin geplant.
       Ziel ist die Verhinderung der Waffenproduktion in dem Weddinger Werk.
       
       1 Mar 2026
       
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 (DIR) Peter Nowak
       
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