# taz.de -- Bill Clinton vor dem Epstein-Ausschuss: „Ich habe nichts Falsches getan“
       
       > Der Ex-Präsident beteuert, dass er keinerlei Kenntnis über Epsteins
       > kriminelles Treiben gehabt habe und zeigt sich verärgert darüber, dass
       > seine Frau Hillary in die Untersuchungen hineingezogen worden sei.
       
 (IMG) Bild: Warten auf ein Foto mit Bill: Die Befragung der Clintons fand im Chappaqua Performing Arts Center nahe ihres Hauptwohnsitzes im Bundesstaat New York statt
       
       Zum ersten Mal in der Geschichte der USA musste ein ehemaliger Präsident
       vor einem Kongressausschuss aussagen. Ex-Präsident Bill Clinton, dem diese
       Ehre zuteilwurde, wurde dabei über seine Kontakte zum [1][verurteilten
       Sexualstraftäter Jeffrey Epstein] befragt. Nach mehr als sechs Stunden
       endete die nicht-öffentliche Anhörung am Freitag. Dabei erklärte Clinton,
       dass er keine Kenntnis über Epsteins kriminellen Machenschaften gehabt
       hätte.
       
       „Ich hatte keine Ahnung von den Verbrechen, die Epstein begangen hat. Egal
       wie viele Fotos Sie mir zeigen, zwei Dinge sind letztendlich wichtiger als
       Ihre Interpretation dieser 20 Jahre alten Fotos. […] Ich weiß, was ich
       gesehen habe und, noch wichtiger, was ich nicht gesehen habe. Ich weiß, was
       ich getan habe und, noch wichtiger, was ich nicht getan habe. Ich habe
       nichts Falsches gesehen und nichts Falsches getan“, erklärte Clinton in
       seiner Eröffnungsrede vor dem Ausschuss, die auf X geteilt wurde.
       
       Die Anhörung des ehemaligen Präsidenten kam nur einen Tag nachdem auch
       seine Frau, die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton vor dem
       Kongressausschuss aussagen musste.
       
       Präsident Clinton beschwerte sich darüber, dass seine Frau von den
       Kongressmitgliedern in die Untersuchungen zu Epsteins Verbrechen
       hineingezogen wurde. „Sie haben Hillary vorgeladen. Sie hatte nichts mit
       Jeffrey Epstein zu tun. Gar nichts. Sie kann sich nicht einmal daran
       erinnern, ihn getroffen zu haben“, sagte der 79-jährige Demokrat. Er fügte
       hinzu, dass die Vorladung seiner Frau „nicht richtig“ gewesen sei.
       
       Diese hatte am Vortag die Anhörung als eine parteipolitische Inszenierung
       bezeichnet. [2][Sie erklärte während der Anhörung, dass sie keine Kenntnis
       von Epsteins sexuellem Missbrauch von minderjährigen Mädchen gehabt hätte.]
       Sie könne sich nicht einmal daran erinnern, ihn jemals getroffen zu haben.
       
       Auch wenn keinem der beiden Clintons ein Fehlverhalten vorgeworfen wird, so
       hat die Beziehung zwischen Präsident Clinton und Epstein in den vergangenen
       Jahren immer wieder große Fragen aufgeworfen.
       
       ## Ein Jacuzzi-Foto und die Trump-Frage
       
       Nach der Veröffentlichung von Millionen von Dokumenten, Videos und Fotos
       durch das US-amerikanische Justizministerium, hat vor allem ein Foto des
       demokratischen Ex-Präsidenten für Aufsehen gesorgt. Es zeigt, wie er sich
       gemeinsam mit einer unbekannten Frau in einem Jacuzzi-Pool aufhält. Laut
       US-Medienberichten wurde Clinton während der Anhörung zu dem Foto befragt.
       
       Er erklärte, dass er nicht wisse, wer die Frau sei und dass er keinen Sex
       mit ihr gehabt hätte. Clinton habe zudem angedeutet, dass das Foto einen
       öffentlichen Hotelpool zeige. Die Kongressmitglieder hätten dem weder
       widersprochen noch dies infrage gestellt, berichtete Fox News.
       
       Der republikanische Vorsitzende des Kontrollausschusses im
       US-Repräsentantenhaus, James Comer, erklärte im Anschluss an die Anhörung,
       dass diese „sehr produktive“ gewesen sei und Clinton „jede Frage
       beantwortet habe oder zumindest versuchte, sie zu beantworten“.
       
       „Wir haben sowohl Hillary Clinton als auch Bill Clinton gefragt, wie wir
       als Ausschuss nun vorgehen sollen, denn es ist uns ein ernsthaftes
       Anliegen, die Wahrheit ans Licht zu bringen und einige Übeltäter zur
       Rechenschaft zu ziehen“, sagte Comer.
       
       Ein möglicher nächster Schritt, der von Demokraten gefordert wird, ist die
       Vorladung von Präsident Donald Trump. Comer erklärte, dass auch Clinton
       [3][nach Trumps möglichen Verwicklungen] gefragt wurde. Dieser überließ das
       weitere Vorgehen den Mitgliedern des Ausschusses und sagte, dass Trump ihm
       gegenüber nie etwas preisgegeben hätte, das eine Kenntnis über Epsteins
       Straftaten angedeutet hätte, erinnerte sich Comer.
       
       Trump selbst erklärte, dass er die Vorladung von Clinton zur Anhörung nicht
       gutheiße. „Ich mag Bill Clinton und es gefällt mir nicht“, sagte der
       Präsident am Freitag, als er das Weiße Haus auf dem Weg nach Corpus
       Christi, Texas, verließ.
       
       In einer späteren Stellungnahme erklärte der Vorsitzende des Ausschusses
       dann, dass Präsident Clinton nun bereits der dritte Zeuge gewesen sei, der
       bestätigte, dass Trump nichts mit Epsteins Verbrechen zu tun hatte.
       
       „Es ist widerlich, wie die Demokraten diese Untersuchung instrumentalisiert
       haben, um Politik über das Wohl der überlebenden (Epstein-Opfer) zu
       stellen. Der ranghöchste Abgeordnete Robert Garcia und die Demokraten
       müssen ihre parteipolitische Hexenjagd gegen Präsident Trump einstellen“,
       erklärte Comer.
       
       Die Anhörung mit Präsident Clinton, wie auch die am Vortag mit Hillary
       Clinton, wurden aufgezeichnet. Ein Video und Zitate sollen in den kommenden
       Wochen veröffentlicht werden.
       
       28 Feb 2026
       
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