# taz.de -- Epstein-Skandal in den USA: „Ich kann mich nicht erinnern, ihm jemals begegnet zu sein“
       
       > Ex-US-Außenministerin Clinton bestreitet, Jeffrey Epstein näher gekannt
       > zu haben. Die jüngste Anhörung bezeichnet sie als parteipolitische
       > Inszenierung.
       
 (IMG) Bild: Hillary Clinton spricht zur Presse, nachdem sie vor Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses über Epstein ausgesagt hat
       
       „Ich hatte keine Ahnung von seinen kriminellen Machenschaften. Ich kann
       mich nicht erinnern, Epstein jemals begegnet zu sein. Ich bin nie mit
       seinem Flugzeug geflogen und habe weder sein Haus auf der Insel noch seine
       Büros besucht“, erklärte die frühere First Lady der USA vor der nicht
       öffentlichen Anhörung vor dem Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses
       am Donnerstag auf der Plattform X.
       
       Im Anschluss an die knapp sechsstündige Anhörung sagte Clinton, dass sie
       alle Fragen der Kongressmitglieder so gut es ginge beantwortet habe. „Ich
       weiß nicht, wie oft ich sagen musste, dass ich Jeffrey Epstein nicht
       kenne“, sagte sie.
       
       [1][Hillary Clinton], die im Jahr 2016 die Präsidentschaftswahl gegen Trump
       verloren hatte, bestätigte allerdings, dass sie Epsteins rechte Hand,
       Ghislaine Maxwell, flüchtig kennen würde.
       
       ## Clinton bewertet Anhörung als parteipolitische Inszenierung
       
       Die Anhörung, die in ihrem Privathaus im Bundesstaat New York stattfand und
       aufgezeichnete wurde, sei laut Clinton vor allem eine parteipolitische
       Inszenierung. Der republikanische Vorsitzende des Ausschusses, James Comer,
       bestritt dies. „Niemand hat den Clintons ein Fehlverhalten vorgeworfen“,
       sagte er. Es geht darum, die Zusammenhänge besser zu verstehen, fügte Comer
       hinzu.
       
       Für kurzzeitige Aufregung sorgte ein Foto, das in den sozialen Netzwerken
       während der Anhörung geteilt wurde. Es zeigt, wie Clinton während der
       Anhörung mit einem skeptischen Gesichtsausdruck an einem runden Tisch
       sitzt. Das Foto, das angeblich von der Republikanerin Lauren Boebert
       aufgenommen und geteilt wurde, verstoße gegen die Regeln, die von beiden
       Seiten im Vorfeld der Anhörung ausgehandelt wurden. Ob diese Missachtung
       der Regeln Folgen für die Abgeordnete haben wird, ist nicht bekannt.
       
       Am Freitag soll Clintons Ehemann, der frühere US-Präsident Bill Clinton,
       vor dem Ausschuss aussagen.
       
       ## Fehlende Dokumente zu Donald Trump
       
       Neben den Clintons gab es im Epstein-Skandal in dieser Woche auch weitere
       Neuigkeiten. Die New York Times und das National Public Radio (NPR)
       berichteten unabhängig voneinander davon, dass das US-Justizministerium bei
       der Veröffentlichung von Millionen von Dokumenten, Videos und Fotos
       [2][ausgerechnet Passagen, in denen US-Präsident Donald Trump eines
       sexuellen Übergriffs beschuldigt wird], nicht veröffentlicht oder sogar
       gelöscht habe.
       
       Eine Frau hatte sich im Jahr 2019 nach der Verhaftung von Epstein gemeldet
       und ausgesagt, dass sie von Trump vor Jahrzehnten missbraucht worden sei.
       Sie behauptete, dass Epstein sie im Jahr 1983, als sie gerade einmal 13
       Jahre alt war, Trump vorgestellt hatte. Dieser habe „ihren Kopf zu seinem
       entblößten Penis heruntergedrückt, in den sie dann biss. Daraufhin schlug
       Trump ihr auf den Kopf und warf sie hinaus“.
       
       Eine Erklärung, warum Dokumente, die Details zu dieser Anschuldigung
       beinhalten, nicht veröffentlicht wurden, gab es vom Justizministerium
       nicht. Eine Ministeriumssprecherin bekräftigte lediglich, dass alle nicht
       veröffentlichten Dokumente entweder „vertraulich sind, Duplikate darstellen
       oder sich auf eine laufende Ermittlung beziehen“.
       
       Demokraten im Kongress haben angekündigt, dies zu untersuchen.
       
       ## Gates nennt Epstein-Kontakt „großen Fehler“
       
       Microsoft-Gründer Bill Gates, [3][der in den Epstein-Akten immer wieder
       genannt wird], entschuldigte sich in dieser Woche für seine Beziehung zu
       Epstein.
       
       In einem internen Gespräch mit Mitarbeitern seiner gemeinnützigen Stiftung
       erklärte er laut Wall Street Journal, dass es ein großer Fehler gewesen
       sei, Zeit mit Epstein zu verbringen und Führungskräfte der Stiftung zu
       Treffen mit dem Sexualstraftäter mitzunehmen. Auch gab er zu, Affären mit
       zwei russischen Frauen gehabt zu haben. Diese seien jedoch keine Opfer von
       Epstein gewesen.
       
       „Ich habe nichts Verbotenes getan. Ich habe nichts Verbotenes gesehen“,
       erklärte Gates.
       
       ## Ex-Finanzminister Summers gibt Harvard-Ämter ab
       
       [4][Der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers] gab am Mittwoch bekannt,
       dass er sämtliche Ämter an der renommierten Harvard University niederlegen
       und sich in den vorzeitigen Ruhestand verabschieden werde.
       
       Grund ist Summers’ langjährige und enge Beziehung zu Epstein. Eine Straftat
       wird ihm nicht vorgeworfen.
       
       Und auch ein Unternehmer mit Beziehungen nach Heidelberg gerät aufgrund
       seiner langjährigen Kontakte zu Epstein unter Druck. Henry Jarecki, der die
       Stadt in der Vergangenheit mit Millioneninvestitionen unterstützt hatte,
       wird laut Medienberichten in den Epstein Files hunderte Male genannt.
       
       Nun verlangen mehrere Politiker aus Heidelberg eine Überprüfung der
       Zusammenarbeit mit Jarecki. Auch sein Bundesverdienstkreuz steht auf dem
       Spiel. Der Epstein-Skandal zieht weiter seine Kreise.
       
       27 Feb 2026
       
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 (DIR) Hansjürgen Mai
       
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