# taz.de -- Elektronische Reisegenehmigung: Nach Nigel Farages Pfeife
       
       > Die neuen Einreiseregeln Großbritanniens sind eine Reaktion auf die
       > Stimmungsmache der Rechtspopulisten. Für den Tourismus könnte es bitter
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Big Ben, Doppeldeckerbusse und Regenwetter: Touristinnen in London machen ein Erinnerunngsfoto
       
       Die neuen Maßnahmen bei der Einreise ins Vereinigte Königreich mit
       gebührenpflichtiger Vorregistrierung für runde 19 Euro lassen sich auch
       hinsichtlich rechtspopulistischer Antiimmigrationspolitik erklären. Vor
       zehn Jahren verschaffte sich der [1][Rechtspopulist Nigel Farage] mit
       seiner Hetzkampagne gegen Immigration und Kontrollverlust beim
       Brexitreferendum breites Gehör. Dennoch stieg die Zahl gerade unter der
       Regierung der Tories auf ein Einwanderungshoch von knapp einer Million
       Flüchtenden innerhalb eines Jahres.
       
       Davon kamen erwartungsgemäß die allerwenigsten aus EU-Ländern. Die
       verbreitete Verärgerung über die ungebeten ins Land strömenden Menschen
       traf ausgerechnet die 2 Prozent der Verletzlichsten unter den
       Einwander:innen: Bootsflüchtlinge, die damals aufgrund des Brexits nicht
       mehr in EU-Staaten zurückgesendet werden konnten.
       
       Die britische Regierung behauptet, dass [2][die umstrittene ETA] – die
       kostenpflichtige elektronische Reisegenehmigung – der Registrierung und
       Überprüfung dient, was wiederum eine irreguläre Migration verhindere. Dabei
       ist die Begründung vorgeschoben, denn tatsächlich werden persönliche und
       Sicherheitsdaten ohnehin zwischen der EU und GB ausgetauscht. Ein
       Verfahren, das auch mit zahlreichen anderen westlichen Ländern, die von den
       neuen Maßnahmen betroffen sind, praktiziert wird.
       
       Die konkreten Einwanderungszahlen liegen inzwischen bei nur noch etwas über
       200.000 bei weiter abnehmender Tendenz. Im vergangenen Jahren verließen
       sogar einige Zigtausend EU-Bürger:innen mehr die Insel als zuzogen. Nigel
       Farages Reform UK und seinen Anhänger:innen ist das indes nicht genug.
       Sie verbreiten weiter [3][Angst vor einer angeblichen Invasion Fremder.]
       
       Die neuen Einreisebestimmungen sind eine Reaktion der Labourregierung auf
       diese Stimmungsmache. Der Preis dafür könnte ein Einbruch in der
       Tourismusbranche sein. Immerhin brachten die 39 Millionen
       Besucher:innen im vergangenen Jahr rund 37,7 Milliarden Euro auf die
       Insel. Die Mehrheit kam aus Europa.
       
       25 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Nigel-Farage/!t5008990
 (DIR) [2] /Neu-ab-dem-2-April/!6079743
 (DIR) [3] /Asylrechtsverschaerfung-in-Grossbritannien/!6126223
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Zylbersztajn-Lewandowski
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Großbritannien
 (DIR) Reiseland Großbritannien
 (DIR) Einreiseverbot
 (DIR) Immigration
 (DIR) Nigel Farage
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Großbritannien
 (DIR) Schwerpunkt Brexit
 (DIR) Schwerpunkt Brexit
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Kommunalwahlen in Großbritannien: Premier Starmer verzichtet auf geplante Wahlverschiebungen
       
       Die Labour-Regierung nimmt das Vorhaben zurück, Dutzende Kommunal- und
       Kreiswahlen zu verschieben. Nigel Farages Partei Reform UK feiert einen
       Sieg.
       
 (DIR) EU-britischer Gipfel in London: Des Brexits neue Kleider
       
       Neue Abkommen zwischen Großbritannien und der EU sollen den Neustart in den
       Beziehungen einläuten. Es geht um Hund und Katze, Migration und Munition.
       
 (DIR) Comeback von Nigel Farage: Ein alter Bekannter
       
       Großbritanniens bekanntester Rechtspopulist Nigel Farage nutzt die Wahlen
       2024 für ein politisches Comeback – mit großen Ambitionen.