# taz.de -- NGOs über nachhaltige Geldanlagen: Fossilfreie Investments
       
       > Die EU-Finanzaufsicht hat 2025 neue Namensleitlinien für Fonds
       > eingeführt. Doch eine neue Studie zeigt: Es gibt noch Schlupflöcher für
       > Greenwashing.
       
 (IMG) Bild: Greenwashing-Probleme bestehen, obwohl Verbraucher:innen sich inzwischen besser orientieren können
       
       Bis vor Kurzem konnten sich Anleger*innen häufig nicht sicher sein, ob
       als nachhaltig gelabelte ESG-Fonds ihr Versprechen auch halten. Häufig
       enthielten sie massive Investments in klimaschädliche, fossile Unternehmen.
       Neue EU-Leitlinien sollten das ändern. [1][Eine Studie der NGOs
       Finanzwende, Urgewald und Facing Finance zeigt nun jedoch, dass die
       sogenannten ESMA-Leitlinien nur bedingt wirken.]
       
       [2][Die EU-Finanzaufsicht European Securities and Markets Authority (ESMA)]
       hatte im Mai 2025 neue Namensleitlinien eingeführt. Ziel: Greenwashing im
       Fondsbereich beenden. Kommen etwa „Climate“ oder „Environment“ im Namen
       vor, ist der Fonds von Investitionen in fossile Brennstoffe ausgeschlossen.
       
       Immerhin: Es gebe mehr Transparenz, heißt es in der Studie. Fossile
       Investitionen in Fonds mit Nachhaltigkeitsbegriffen seien rückgängig. Bei
       nachhaltigen Geldanlagen habe sich „die Spreu vom Weizen getrennt“, sagt
       Magdalena Senn, Referentin für nachhaltige Finanzmärkte bei
       [3][Finanzwende].
       
       Laut den Autor*innen haben viele Anbieter*innen ihre Fonds jedoch
       einfach gezielt umbenannt und so aus dem Anwendungsbereich der Leitlinien
       verschoben. So könnten sie weiterhin Geld in Kohle, Gas und Öl anlegen.
       „Die massenhafte kreative Umbenennung von Fonds zeigt, dass dieser Schritt
       nicht ausreicht, um den ESG-Markt insgesamt zukunftsgerecht zu gestalten“,
       erklärt Senn. Zusätzlich zu den Regeln brauche es nationale
       Aufsichtsbehörden.
       
       ## Namensänderungen sind nicht das einzige Problem
       
       Wegen der geänderten Namen gelten die ESMA-Leitlinien laut der Studie für
       fast zwei von drei der ursprünglich betroffenen fossilen Investitionen
       jetzt nicht mehr. Jedoch benennen nicht alle Anbieter*innen ihre Fonds
       um. „Vermögensverwalter nutzen bestehende Lücken für fossile Investitionen
       aus“, betont Julia Dubslaff, Finanzanalystin bei Urgewald.
       
       Die Studie zeigt, dass noch immer 1,9 Milliarden Euro an fossilen
       Wertpapieren in Fonds liegen, die nachhaltig anmutende Worte im Namen
       tragen. Trotz besserer Orientierung für Verbraucher*innen bleibe ein
       massives Greenwashing-Problem bestehen. Viele Begriffe würden noch immer
       Nachhaltigkeit ausstrahlen, aber nicht unter die Leitlinien der ESMA
       fallen.
       
       26 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.finanzwende.de/themen/oekologische-finanzwende/auf-die-aufsicht-kommt-es-an/endlich-fossilfrei
 (DIR) [2] https://www.esma.europa.eu/
 (DIR) [3] https://www.finanzwende.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Philipp Embach
       
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