# taz.de -- Prorussische Regierung in der Slowakei: Tausende Slowak:innen protestieren für Ukraine und gegen Fico
       
       > Weil kein russisches Öl mehr in die Slowakei fließt, will Fico die
       > Strom-Hilfslieferungen an die Ukraine stoppen. Demonstrant:innen
       > halten nichts davon.
       
 (IMG) Bild: Menschen nehmen am Solidaritätsmarsch anlässlich des vierten Jahrestags des Krieges in der Ukraine in Bratislava teil
       
       dpa | Vor dem Hintergrund eines Streits über Energielieferungen sind
       Tausende Menschen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava zu einer
       Solidaritätskundgebung [1][für die Ukraine] auf die Straße gegangen. Sie
       gedachten der ukrainischen [2][Opfer des russischen Angriffskriegs] und
       protestierten zugleich gegen den slowakischen Ministerpräsidenten Robert
       Fico. Der linksnationale Politiker hatte einen Stopp von
       Strom-Hilfslieferungen an die Ukraine angekündigt, weil diese russische
       Erdöl-Lieferungen an die Slowakei blockiere.
       
       Anlass der Kundgebung war der vierte Jahrestag des Beginns der russischen
       Invasion am 24. Februar 2022. Die Demonstranten schwenkten ukrainische,
       slowakische und Europa-Fahnen. In Sprechchören riefen sie „Ruhm der
       Ukraine!“. Als der Solidaritätsmarsch an der russischen Botschaft
       vorbeikam, waren Rufe zu hören, der russische Botschafter solle die
       Slowakei verlassen.
       
       Auf Transparenten wurde Russlands Präsident Wladimir Putin als
       Kriegsverbrecher bezeichnet. Fico wurde zum Rücktritt aufgerufen.
       
       ## „Gegenmaßnahme“ nach slowakischem „Erdöl-Notstand“
       
       Vergangene Woche hatte die slowakische Regierung einen „Erdöl-Notstand“
       ausgerufen, weil seit einem Monat kein [3][russisches Öl] mehr über die
       Ukraine ankam. Nach ukrainischen Angaben ist die Druschba-Pipeline, über
       die das russische Öl aus Russland über die Ukraine in die Slowakei
       geliefert wird, durch russische Bombardierungen unterbrochen.
       
       Fico beschuldigte die ukrainische Führung jedoch, die Wiederaufnahme der
       Lieferungen absichtlich zu verhindern. Als zuvor angedrohte „Gegenmaßnahme“
       kündigte er am Montag an, die slowakischen Strom-Hilfslieferungen an das
       Nachbarland einzustellen.
       
       Nach Angaben des slowakischen Netzbetreibers Seps gegenüber der
       Nachrichtenagentur TASR wurden die laufenden Stromlieferungen aber auch am
       Dienstag noch nicht eingestellt. Im aktuellen Energiestreit vertreten die
       Slowakei und Ungarn ähnliche Positionen. Ungeachtet dessen beteuerten
       slowakische Regierungspolitiker aber erneut ihre grundsätzliche
       Unterstützung für die – von Ungarn abgelehnten – EU-Beitrittsbemühungen der
       Ukraine.
       
       25 Feb 2026
       
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