# taz.de -- Neues Ukraine-Museum in Berlin: Krieg zum Anfassen
       
       > Eine Ausstellung in Berlin will die Härte des Ukrainekriegs erlebbar
       > machen. Die Besucher:innen sind umgeben von Bildern von Tod und
       > Zerstörung.
       
 (IMG) Bild: Von Drohne zerstörtes Auto im Ukraine-Museum
       
       Ein kaputter Helm baumelt von der Decke, er hat einmal einem russischen
       Soldaten gehört. Der Helm ist echt, kein Replikat. Wenn man genauer
       hinsieht, erkennt man einen Durchschuss: Der Soldat, der ihn trug, ist tot.
       
       Der Helm ist ein Ausstellungsstück des neuen Ukraine-Museums im [1][Berlin
       Story Bunker] nahe dem Anhalter Bahnhof. Die Schau im ehemaligen
       Weltkriegsbunker hat am Dienstag zum [2][vierten Jahrestag des russischen
       Angriffskriegs] auf die Ukraine eröffnet – und will nach eigenen Angaben
       die Härte des Krieges erlebbar machen. Wer will, kann den Helm nicht nur
       ansehen, sondern auch anfassen.
       
       Der Andrang hält sich am Dienstagvormittag in Grenzen. Die wenigen
       Besucher:innen lesen sorgsam die Texte der unzähligen Infotafeln und
       streifen bedächtig an den ausgestellten Objekten vorbei. Wer sich hier
       aufhält, ist umgeben von Überresten des Krieges, demoliertem Equipment und
       Bildern von Tod und Zerstörung.
       
       Die Ausstellung zeigt eine Chronik der Invasion. Beginnend bei den
       historischen Ursprüngen des Konflikts bis hin zur Erkenntnis, dass die
       Ukraine der Zerstörung zum Trotz resilient bleibt – und bleiben muss. Dabei
       ist die Stimmung beklommen. Ein älteres Paar ist gemeinsam gekommen. „Wenn
       ich das hier sehe, muss ich weinen“, erzählt die Frau. Im Vorbeigehen
       schüttelt der Mann den Kopf. Man könne das alles nicht fassen, sagt er.
       
       ## Besucher:innen im Fadenkreuz
       
       Im ersten Raum können sich Besucher:innen über einen Monitor selbst
       betrachten. Der Bildschirm zeigt sie aus der Perspektive russischer
       Drohnen, bevor sie zum tödlichen Schuss ansetzen.
       
       Neben solchen „immersiven“ Darstellungen stehen in der Ausstellung
       persönliche Kriegserfahrungen im Vordergrund. So etwa die Geschichte von
       Julia, die 2022 mit zwei Kindern von der Krim floh. Nur einen Rucksack
       hatte sie im Gepäck. Auch den können sich Besucher:innen ansehen, er
       steht gegen eine Wand gelehnt auf dem Boden – versehen mit der
       Aufforderung, einmal selbst zu überlegen, was sie auf der Flucht alles
       mitnehmen würden.
       
       Der ukrainische Journalist Roman Sukhan führt am Dienstag durch die Räume.
       Ein maßstabsgetreuer 3D-Druck einer Rakete ragt aus der Wand, die
       restlichen Exponate seien alle echt, sagt er. Ein großes Foto zeigt den
       Schaden, den die Rakete damals verursacht hat. Bei dem Einschlag sei ein
       Freund gestorben, erzählt Sukhan.
       
       Die Ausstellung sollte eigentlich schon im vergangenen September eröffnet
       werden, aber ein wichtiges Exponat fehlte damals noch: ein Kleinbus, der
       durch einen russischen Drohnenangriff beschädigt wurde. Bei dem Vorfall kam
       einer der Insassen ums Leben. Jetzt steht der zertrümmerte Wagen im Museum.
       Dahinter läuft ein Video, es zeigt den Angriff und die letzten Momente im
       Leben des Todesopfers.
       
       Das Objekt ist ein weiteres Beispiel für den Ansatz des Museums, die
       Besucher:innen in die gar nicht so ferne Realität des Krieges
       eintauchen zu lassen. Wer hier hinkommt, soll sich überwältigen lassen. Es
       ist eine Gratwanderung zwischen schonungsloser Dokumentation und
       effekthaschender Inszenierung.
       
       24 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martha Lippert
       
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