# taz.de -- Nukleare Kooperation mit Russland: Protest gegen russischen Einstieg in Brennelementefabrik
       
       > Die Bundesregierung soll zugestimmt haben, dass der russische Atomkonzern
       > Rosatom in Lingen einsteigen kann. Umweltschützer und Grüne sind
       > entsetzt.
       
 (IMG) Bild: Immer wieder kommt es zu Protesten gegen den möglichen Einstieg des russischen Staatskonzerns Rosatom, Lingen, 2024
       
       epd | Atomkraftgegner haben Proteste gegen die mutmaßliche Zustimmung der
       Bundesregierung zum Einstieg des Kreml-Konzerns Rosatom in die nukleare
       Brennelementefabrik im emsländischen Lingen angekündigt. Bürgerinitiativen
       aus Niedersachsen riefen am Montag für den Nachmittag zu einer spontanen
       Mahnwache vor dem Werkstor der Brennelementefabrik auf.
       
       Mit der Aktion wollten die Atomgegner zugleich dem niedersächsischen
       Umweltminister Christian Meyer (Grüne) den Rücken stärken, „damit er dem
       massiven politischen Druck aus Berlin standhält und die Atomkooperation in
       Lingen untersagt“. Einem Medienbericht zufolge hat die Bundesregierung
       keine Bedenken [1][gegen das umstrittene Nuklearprojekt] des russischen
       Staatskonzerns Rosatom mit dem Betreiber der Brennelementefabrik. Eine
       offizielle Bestätigung der Bundesregierung gibt es dafür bislang aber
       nicht.
       
       In Lingen sollen zukünftig [2][mit russischer Technologie, russischem
       Know-How und russischem Uran] Brennelemente auch für osteuropäische AKW
       gefertigt werden. Der Genehmigungsantrag muss final vom niedersächsischen
       Umweltministerium beschieden werden. Anfang 2024 hatten rund 11.000
       Menschen Einsprüche gegen das Vorhaben formuliert.
       
       Ende 2024 waren bei einem dreitägigen Erörterungstermin in Lingen
       zahlreiche Bedenken mit Blick auf die innere und äußere Sicherheit der
       Bundesrepublik geäußert worden, sollte der Atomdeal mit dem Kreml
       realisiert werden. Die deutschen Sicherheitsbehörden warnen regelmäßig
       eindringlich vor der hybriden Kriegsführung des Kreml.
       
       ## Atomdeal wäre „sicherheitspolitische Katastrophe“
       
       „Durch den Atomdeal mit dem Kreml würde der Einfluss von Rosatom hier vor
       Ort im Emsland immer weiter wachsen“, sagte Alexander Vent vom Bündnis
       AgiEL (Atomkraftgegner im Emsland) am Montag. „Schon jetzt ist der Schatten
       des Kreml-Konzerns zu spüren. Wir fordern deshalb endlich ein klares
       Stopp-Signal für sämtliche Atom-Kooperationen mit dem Kreml.“
       
       Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen nannte die
       mutmaßliche Empfehlung der Bundesregierung „eine sicherheitspolitische
       Katastrophe – und das genau zum 4. Jahrestag des russischen Einmarsches in
       die Ukraine. Das ist ein massiver politischer Affront gegen die Ukraine“.
       Zugleich versuche Berlin, die politische Verantwortung an Niedersachsen
       abzuschieben, um nicht selbst den Atomdeal unterschreiben zu müssen.
       
       ## Auch Landtagsgrüne gegen den Einstieg von Rosatom
       
       Die Grünen im niedersächsischen Landtag bezeichneten die Entscheidung der
       Bundesregierung als „nicht nachvollziehbar“. „Es ist und bleibt
       unverantwortlich, einem Staatskonzern des Putin-Regimes die Tür zu
       sensiblen Nuklearanlagen in Deutschland zu öffnen“, sagte die
       atompolitische Sprecherin der Fraktion, Britta Kellermann. Der
       Staatskonzern Rosatom sei in eine staatliche Struktur eingebunden,
       [3][deren Erlöse in die russische Kriegswirtschaft flössen].
       
       23 Feb 2026
       
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