# taz.de -- Kurz vor dem vierten Kriegsjahrestag: Ukraine erneut unter heftigem Beschuss
       
       > Die russische Armee greift weiterhin die Hauptstadt und den Osten mit
       > Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern an. Auch in Lwiw detonierten
       > Sprengsätze.
       
 (IMG) Bild: 22. Februar in Lwiw in der Westukraine: Ein Anschlagsort wird abgesperrt
       
       taz/rtr | Schon am Samstagabend hatten verschiedene ukrainische
       Telegram-Kanäle die Bevölkerung gewarnt: wieder werde es in der kommenden
       Nacht sehr laut werden. Und sie hatten leider recht. [1][Erneut hat
       Russland die Ukraine großflächig angegriffen], wieder waren mächtige
       Explosionen in den frühen Morgenstunden in der Stadt zu hören. Und wieder
       fluteten Videos brennender Häuser das ukrainische Telegram.
       
       In der Nacht zum 22. Februar hat Russland die Ukraine mit ballistischen
       Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Besonders betroffen
       waren die Hauptstadt sowie mehrere Städte im Zentrum und Osten des Landes.
       In Kyjiw kam es in den frühen Morgenstunden zu mehreren Explosionen. Nach
       Angaben der Stadtverwaltung wurde im Stadtteil Swjatoschyn ein
       mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt.
       
       Gegen 8 Uhr wurde Entwarnung gemeldet. Etliche Menschen hatten Schutz in
       den U-Bahnen gesucht, ausgestattet mit Schlafsäcken, Iso-Matten, manche
       hatten auch einen Campingstuhl dabei.
       
       Für Aufregung und Irritationen sorgte die Detonation mehrerer Sprengsätze
       in der westukrainischen Stadt Lwiw. Nach Angaben der Behörden wurden dort
       ein Polizist getötet und 24 weitere Menschen verletzt. Der Bürgermeister
       von Lwiw, Andrij Sadowyj, sprach von einem Terrorakt. Die erste Explosion
       habe sich ereignet, als nach einem mutmaßlichen Einbruch eine
       Polizeistreife eingetroffen sei, teilte die Nationalpolizei auf Telegram
       mit. Wenig später sei eine zweite Detonation gefolgt. Es habe sich um
       selbstgebaute Sprengsätze gehandelt. Einzelheiten werden zunächst nicht
       bekannt.
       
       ## Drohnenangriff in der Region Belgorod
       
       Auch in Poltawa wurden Explosionen gemeldet. In Kropywnyzkyj war ebenfalls
       mehrfach Detonationslärm zu hören. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe
       sind Gruppen von Kampfdrohnen sowohl aus der russischen Region Belgorod als
       auch aus dem Raum Donezk gestartet und in Richtung zentraler Landesteile
       geflogen. Weitere Drohnen seien vom Schwarzen Meer aus in Richtung der
       Region Odessa unterwegs gewesen. Neben Kyjiw, Poltawa und Kropywnyzkyj
       wurden auch in den Regionen Sumy, Charkiw, Dnipropetrowsk, Saporischschja,
       Cherson, Donezk und Tscherkassy Luftalarme ausgerufen.
       
       Bereits am Vortag waren bei einem Drohnenangriff im Rajon Losowa in der
       Region Charkiw nach Angaben der Staatsanwaltschaft fünf Menschen verletzt
       worden. Mehrere Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude seien beschädigt worden.
       
       Der Gouverneur der russischen Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, teilte
       unterdessen mit, dass im Gebiet um den Weiler Krasivo im Bezirk Borissowka
       eine Drohne ein Auto angegriffen habe. Dabei seien zwei Zivilisten verletzt
       worden, darunter ein dreijähriges Mädchen. Beide hätten Minen- und
       Explosionsverletzungen sowie Splitterwunden erlitten und seien in ein
       Krankenhaus gebracht worden. Das Fahrzeug sei beschädigt worden.
       
       ## 62 Schulen in Kyjiw ohne Heizung
       
       Bedingt durch den Beschuss von Heizkraftwerken sind in Kyjiw derzeit 14
       Prozent der Bildungseinrichtungen ohne Wärmeversorgung, darunter auch 62
       Schulen. Dies geht aus einer Erklärung der Kyjiwer Stadtverwaltung vom 19.
       Februar hervor.
       
       Nun wolle man zum einen mehr Online-Unterricht durchführen, zum anderen die
       betroffenen Schüler und Schülerinnen auf andere Schulen verteilen. Ein
       Unterricht in unbeheizten Räumen ist nicht erlaubt. Derzeit arbeiten 39
       Schulen vollständig online. Das betrifft etwa 15 Prozent der Schülerinnen
       und Schüler der Hauptstadt.
       
       22 Feb 2026
       
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