# taz.de -- Energieverbrauch von Rechenzentren: Irlands Stromschlucker
       
       > Der irische Energiebedarf wird höher – vor allem wegen neuer
       > Rechenzentren. Wie Irlands Regierung gegensteuern will, um ihre
       > Klimaziele zu erreichen.
       
 (IMG) Bild: Der Stromverbrauch der irischen Datenzentren hat sich allein zwischen 2016 und 2021 mehr als verdreifacht
       
       Der Energiebedarf steigt rasant, was in erster Linie auf Rechenzentren
       zurückzuführen ist. In den nächsten zwei bis fünf Jahren könnte das in
       Irland zu einer Stromknappheit führen, warnte die irische
       Energieregulierungsbehörde (CRU). Sie erklärte jedoch, dass es sich bei dem
       Plan nicht um eine Vorhersage handle, sondern um „Worst-Case-Szenarien“.
       
       Der Stromverbrauch der Datenzentren hat sich allein zwischen 2016 und 2021
       mehr als verdreifacht. Deshalb hatte der staatliche Stromnetzbetreiber
       Eirgrid 2021 de facto ein Verbot für den Anschluss neuer Rechenzentren an
       das Stromnetz in Dublin verhängt.
       
       Inzwischen, seit 2025, darf aber wieder gebaut werden, wenn auch mit
       Auflagen: Die Zentren müssen über eigene Stromerzeugungsanlagen oder
       Batteriespeicher verfügen. Außerdem müssen Stromnetzbetreiber
       berücksichtigen, ob sich das geplante Rechenzentrum in einem Gebiet mit
       eingeschränkter Stromversorgung befindet.
       
       ## Stromknappheit in Irland kostet Milliarden
       
       Aktuell sind die Rechenzentren in Irland für fast ein Viertel des
       nationalen Stromverbrauchs verantwortlich. Ein einziges davon im Westen
       Dublins verbraucht laut einem internen Regierungsdokument [1][zehnmal so
       viel Strom wie ein nahe gelegenes Pharmaunternehmen] mit 2.000
       Beschäftigten, was dem Stromverbrauch von 200.000 Haushalten entspricht.
       
       Die 220-Kilovolt-Umspannstation in Castlebaggot im Westen Dublins sollte
       das Stromnetz eigentlich entlasten und das Wachstum im Wohnungs- und
       Industriebereich ermöglichen, aber Regierungsbeamte stellten fest, dass das
       „schiere Volumen und die Energiedichte“ der Rechenzentren in der Region
       „die Kapazität der neuen Umspannstation vollständig ausgeschöpft“ habe.
       
       Darüber hinaus habe Irland wegen der Stromknappheit Milliarden Euro
       verloren, weil globale Unternehmen keinen Zugang zu Strom und Infrastruktur
       haben, sagte der Regierungsberater Seán O'Driscoll: „Wir haben mit unserer
       Wirtschaft Russisches Roulette gespielt, wenn es um Energie und
       Infrastruktur geht.“ Der Mangel an Strom sei ein Problem, das sich seit
       mindestens 10 Jahren verschärft habe.
       
       Das Kabinett gelobt Besserung: Es hat einen Aktionsplan für Großverbraucher
       von Energie verabschiedet. Der werde „sicherstellen, dass die Kapazitäts-
       und Netzerweiterungsplanung für das Wachstum von Rechenzentren über
       regionale grüne Energieparks und nicht in Gebieten mit hohem städtischem
       Wachstum erfolgt“, sagte ein Sprecher des Energieministeriums. Bis 2030
       sollen 18,9 Milliarden Euro investiert werden, um die [2][Ziele der
       Regierung in den Bereichen Wohnungsbau und Klima] zu erreichen.
       
       Nach Schätzung des staatlichen Unternehmens Eirgrid, das Großverbraucher an
       das Übertragungsnetz anschließt, wird der Gesamtstrombedarf bis 2034 um 45
       Prozent steigen. Das liege eben vor allem an neuen Datenzentren, für die
       Irland zu einem attraktiven Standort geworden ist. Es ist zu erwarten, dass
       die Nachfrage mit der [3][zunehmenden Dominanz künstlicher Intelligenz]
       weiter steigen werde, sagte ein Sprecher von Eirgrid.
       
       23 Feb 2026
       
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