# taz.de -- Waffenstillstand in der DR Kongo: Nur „im Prinzip“ und ohne Gewähr
> Kongos Regierung hat in Ostkongo eine Waffenruhe zugesagt – Teil des
> Friedensprozesses mit Ruanda. Die M23-Rebellen fühlen sich nicht
> betroffen.
(IMG) Bild: M23-Rebellen in Goma bewachen gefangene Mitglieder der Streitkräfte der Demokratischen Republik Kongo (FARDC)
Mittwochmittag sollte im Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo Kongos
Armee gegen die von Ruanda unterstützten Rebellen der M23 (Bewegung des 23.
März) kämpft, ein Waffenstillstand in Kraft treten. Dieser ist Bestandteil
des Friedensabkommens zwischen den Regierungen der DR Kongo und Ruanda, das
unter der Schirmherrschaft von US-Präsident Donald Trump vergangenes Jahr
ausgehandelt und am 4. Dezember von Kongos Präsident Félix Tshisekedi und
Ruandas Präsident Paul Kagame [1][in Washington unterzeichnet] worden war.
Tshisekedi sagte vergangene Woche bei Gesprächen in Angola den neuen
Waffenstillstand „im Prinzip“ zu.
Theoretisch soll das endlich den Krieg im Ostkongo beenden, der seit 2021
erneut tobt. Mit ruandischer Militärunterstützung haben die M23-Rebellen
einen großen kongolesischen Landstrich entlang der Grenze zu Ruanda
erobert, einschließlich der beiden Provinzhauptstädte Goma und Bukavu, und
dort quasi [2][einen Staat im Staat errichtet], den sie nun unabhängig von
Kongos Hauptstadt Kinshasa verwalten.
Die M23-Rebellen sind aber nicht Teil des Friedensabkommens von Washington
und sehen sich daher auch nicht vom neuen Waffenstillstand betroffen. Das
betonen sie dieser Tage mit Nachdruck. Sie verhandeln in einer separaten
[3][Gesprächsrunde in Katars Hauptstadt Doha] mit Kongos Regierung.
## Beobachtermission geplant, aber noch nicht da
Anfang Februar haben sich die beiden Seiten in Katar darauf geeinigt,
mithilfe von UN-Truppen [4][eine internationale Beobachtermission zu
etablieren], die die Einhaltung eines Waffenstillstands überwachen soll.
Von einem eigentlichen Waffenstillstand war zwar öfter die Rede, umgesetzt
wurde er aber noch nie. Bis die Beobachtermission entlang der Frontlinien
tatsächlich steht, ist eine Frist von 30 Tagen vorgesehen, also Anfang
März.
Insofern ist fraglich, ob ein Waffenstillstand jetzt wirklich zustande
kommt und eingehalten wird. „Wir müssen alles tun, um die Waffen zum
Schweigen zu bringen“, [5][versicherte Kongos Außenministerin Thérèse
Kayikwamba Wagner] am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz am
Wochenende.
Ruandas Ex-Außenminister Vincent Biruta stellte dort seine Sicht klar, dass
Ruanda nicht Teil des Konflikts sei, sondern M23 und Kongos Armee
gegeneinander kämpfen. UN-Ermittler haben aber Beweise für Ruandas
Unterstützung der M23 veröffentlicht.
Immerhin, die US-Regierung hat Sanktionen gegen diejenigen angedroht, die
den Waffenstillstand nicht einhalten. Ob dies Wirkung erzielen wird, ist
jedoch fraglich. Keine früheren Zusagen von Feuerpausen oder
Waffenstillständen in Ostkongos Krieg wurden auf Dauer respektiert.
18 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Versoehnung-zwischen-Kongo-und-Ruanda/!6135570
(DIR) [2] /Goma-nach-einem-Jahr-Rebellenherrschaft/!6148448
(DIR) [3] /Buergerkrieg-in-DR-Kongo/!6130122
(DIR) [4] /Demokratische-Republik-Kongo/!6150902
(DIR) [5] https://www.dw.com/de/ostkongo-frieden-waffenstillstand-rohstoffe-demokratische-republik-kongo-drk-ruanda-m23/a-75999206
## AUTOREN
(DIR) Simone Schlindwein
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Demokratische Republik Kongo
(DIR) Schwerpunkt Demokratische Republik Kongo
(DIR) Schwerpunkt Demokratische Republik Kongo
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Ende der Waffenruhe in der DR Kongo: Der mysteriöse Tod von Oberst „Quickly Quickly“
Kongos Regierungsarmee geht mit massiven Drohnenangriffen in die Offensive
gegen die M23-Rebellen. Deren Militärsprecher Willy Ngoma wird getötet.
(DIR) Demokratische Republik Kongo: Drohnenangriff überschattet neue Friedensgespräche
Regierung und Rebellen einigen sich auf Überwachung eines
Waffenstillstands. Zugleich gerät die wichtigste Luftwaffenbasis unter
Beschuss.
(DIR) Kongos M23-Rebellenführer: „Wir wollen einen glaubwürdigen Friedensprozess“
Bertrand Bisimwa, Präsident der M23-Rebellen in der DR Kongo, über die Lage
ein Jahr nach der Eroberung Gomas und warum es noch keinen Frieden gibt.
(DIR) Goma nach einem Jahr Rebellenherrschaft: Alles ist ruhig, aber nichts ist normal
Vor einem Jahr eroberten Kongos M23-Rebellen die größte Stadt im Osten der
DR Kongo. Ein Bewohner von Goma über das Leben unter den neuen Herren.