# taz.de -- Sieben Präsidenten in zehn Jahren: Perus Parlament setzt Übergangspräsident Jerí ab
> Der peruanische Übergangspräsident José Jerí war erst seit Oktober im
> Amt. Nun muss er seinen Platz wieder räumen. Ihm wird Korruption
> vorgeworfen.
(IMG) Bild: José Jerí: Die Staatsanwaltschaft leitete im Januar Vorermittlungen gegen ihn ein
afp | In Peru hat das Parlament den erst seit Oktober amtierenden
Übergangspräsidenten José Jerí seines Amtes enthoben. Wie
Interimsparlamentspräsident Fernando Rospigliosi mitteilte, stimmte am
Dienstag eine Mehrheit der Abgeordneten für die Absetzung des 39-Jährigen,
der bereits das siebte peruanische Staatsoberhaupt in zehn Jahren war.
Jerí wird der Korruption verdächtigt. In zwei Fällen hatte die
Staatsanwaltschaft im Januar Vorermittlungen eingeleitet. Dutzende
Abgeordnete linker und rechter Parteien beantragten deshalb, Jerí seines
Amtes zu entheben, und setzten eine Sondersitzung während der jetzigen
Sommerpause des Parlaments durch.
Jerí selbst weist die Korruptionsvorwürfe zurück. Eine Mehrheit der
Abgeordneten bescheinigte ihm nun aber Fehlverhalten und erklärte ihn für
„ungeeignet“, das höchste Staatsamt zu bekleiden. Da Rospigliosi nur
Interimsparlamentspräsident ist, soll das Parlament am Mittwoch einen neuen
Parlamentspräsidenten wählen, der dann automatisch Übergangspräsident wird.
Peru durchlebt derzeit eine tiefgreifende politische Krise. Jerí war bis
Oktober selbst Parlamentspräsident und trat dann übergangsweise die
Nachfolge der ebenfalls vom Parlament abgesetzten Präsidentin Dina Boluarte
an. Am 12. April finden in Peru Präsidentschafts- und Parlamentswahlen
statt. Ende Juli kommt dann ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin
ins Amt – Jerís Übergangsmandat wäre dann ohnehin ausgelaufen.
18 Feb 2026
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