# taz.de -- Gespräche zwischen Iran und USA: Iran sieht Chancen auf Einigung
       
       > Washington und Teheran setzen ihre Atomverhandlungen fort. Iran zeigt
       > sich leicht optimistisch. Zuvor hatte es ein großes Militärmanöver
       > gestartet.
       
 (IMG) Bild: Teheran am 17. Februar 2026
       
       dpa | Die USA und Iran gehen trotz tiefen gegenseitigen Misstrauens in eine
       [1][zweite Verhandlungsrunde]. In Genf wollen Delegationen beider Staaten
       heute ihre Gespräche unter Vermittlung des Golfstaats Oman fortsetzen. Die
       indirekten Gespräche zwischen Irans Außenminister Abbas Araghtschi und dem
       US-Sondergesandten Steve Witkoff finden laut iranischen Medien in der
       omanischen Botschaft statt. US-Präsident Donald Trump sagte zu
       Journalisten, dass er indirekt in diese Gespräche involviert sein werde.
       Man werde sehen, was passieren könne.
       
       Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um Irans umstrittenes
       Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran in den
       Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr
       Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung
       harter Wirtschaftssanktionen. Andere Themen wie das Raketenprogramm oder
       die Unterstützung militanter Gruppen schloss Teheran vorab aus.
       
       ## Protestbewegung sieht Gespräche kritisch
       
       Die Gespräche finden vor dem Hintergrund einer militärischen Drohkulisse
       der Vereinigten Staaten statt. Im Januar [2][ließ Irans Staatsapparat
       Massenproteste im eigenen Land brutal niederschlagen]. Trump drohte der
       iranischen Führung daraufhin mit militärischem Eingreifen und ließ die
       Militärpräsenz rund um Iran verstärken. Inzwischen haben die USA einen
       zweiten Flugzeugträger in die Region entsandt.
       
       Seit den Massenprotesten Anfang Januar ist [3][Irans Führung innenpolitisch
       so stark unter Druck wie seit Jahrzehnten nicht mehr]. Am Wochenende
       demonstrierten rund eine Million Menschen auf mehreren Kontinenten für
       Freiheit in Iran. Zu dem Aktionstag aufgerufen hatte Reza Pahlavi, der seit
       Jahrzehnten im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien.
       Die Protestbewegung sieht einen möglichen Deal mit der aktuellen Führung
       kritisch.
       
       ## Iran: Verhandlungen geprägt von Skepsis und Misstrauen
       
       „Wir verhandeln unter Bedingungen vollständiger Skepsis und des
       Misstrauens. Wir haben frühere Erfahrungen, und es ist uns unter keinen
       Umständen erlaubt, diese Erfahrungen auch nur für einen Moment aus dem
       Blick zu verlieren“, sagte Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai mit Blick
       auf den Krieg im vergangenen Jahr, den Israel kurz vor Beginn einer
       Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA begonnen hatte.
       
       „Der Angriff auf Irans Nuklearanlagen ist in keiner Weise auf einer
       logischen, rechtlichen oder moralischen Grundlage zu rechtfertigen“, sagte
       Baghai der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Zeit sei nun von
       entscheidender Bedeutung, fügte er hinzu. Es gebe „keinen Nutzen darin, die
       Verhandlungen zu verlängern“, sagte der Sprecher.
       
       Trump wiederum bekräftigte, Iran wolle ein Abkommen schließen. Er denke
       nicht, dass das Land die Folgen spüren wolle, wenn es nicht zu einem Deal
       kommen werde.
       
       ## Irans Regierung sieht Chancen für US-Kooperation
       
       Vor der zweiten Verhandlungsrunde benannte Irans Vizeaußenminister Hamid
       Ghanbari überraschend mögliche Kooperationsfelder mit den USA. Ein Entwurf
       berücksichtige „gemeinsame Interessen in den Bereichen Öl und Gas“,
       zitierte ihn die Nachrichtenagentur Fars. Er sprach demnach auch von
       möglichen Bergbauinvestitionen und dem Kauf von Flugzeugen.
       
       Der Minister erklärte, eine Kooperation müsse sich auf wirtschaftliche
       Bereiche mit möglichst geringer innenpolitischer Sensibilität
       konzentrieren. Seit der Revolution von 1979 gelten die USA als Erzfeind der
       islamischen Führung in Teheran. Seither wehrt sich die Regierung gegen
       westlichen Einfluss, insbesondere in Schlüsselindustrien.
       
       ## Irans Revolutionsgarden beginnen Marineübung
       
       Die Marine der Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, kündigte einen
       Tag vor Beginn der Gespräche ein Manöver in der Straße von Hormus an. Ziel
       der Militärübung sei ein Test der Einsatzbereitschaft und mögliche
       Konfrontation mit militärischen Bedrohungen, hieß es in einer Erklärung der
       Garden.
       
       Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen
       Iran und Oman. Sie gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den
       weltweiten Ölexport. Iranische Offiziere hatten im Konflikt mit den USA in
       der Vergangenheit damit gedroht, sie jederzeit blockieren zu können.
       
       ## Technische Gespräche mit UN-Atomwächtern
       
       Am Montag traf sich Außenminister Araghtschi mit dem Chef der
       Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi. Die Beziehungen zwischen
       der iranischen Regierung und der IAEA hatten sich nach Israels Krieg gegen
       das Land im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert. Iran schränkte den
       Zugang der Atomwächter ein. Erst im September 2025 einigte sich Teheran mit
       der IAEA unter Vermittlung Ägyptens auf die Wiederaufnahme von Kontrollen.
       
       ## Golfstaaten und Schweiz als neutrale Vermittler
       
       Der neue Dialog zwischen Teheran und Washington erfolgt unter Vermittlung
       Omans. Bereits im vergangenen Jahr hatte dessen Außenminister Badr
       al-Bussaidi bei Gesprächen vermittelt. Die Schweiz wird von der iranischen
       Regierung ebenfalls als neutraler Vermittler geschätzt.
       
       Im Jahr 2015 hatte sich Iran bereits einmal zur Beschränkung seines
       Atomprogramms verpflichtet. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben
       werden. Trump war der Wiener Atomvertrag, der unter seinem Vorgänger Barack
       Obama ausgehandelt worden war, seit jeher ein Dorn im Auge. 2018 kündigte
       er die Vereinbarung einseitig auf. Zugleich ließ er neue und härtere
       Sanktionen gegen den Iran verhängen. In der Folge hielt sich auch die
       iranische Führung nicht mehr an die Auflagen.
       
       17 Feb 2026
       
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