# taz.de -- Ausstellung im Palazzo dell’Arte: Hauptsache, es passt und es ist schön
       
       > In Mailand ist während der Winterspiele eine Ausstellung zu sehen. Sie
       > zeigt Skisport in Zeiten des Klimawandels. Und kennt als Lösung nur:
       > Design.
       
 (IMG) Bild: Die Ausstellung „White Out“ läuft in Mailand während der Winterspiele
       
       Italiens Olympiateam feiert seine Erfolge im Mailänder Palazzo dell’Arte.
       In jenem Ausstellungstempel, in dem auf der Triennale der Designkunst
       gehuldigt wird, werden die Siegesfeiern kunstvoll inszeniert. Dazu wird
       eine Ausstellung mit dem Titel [1][„White Out“] präsentiert, die sich mit
       der Zukunft des Wintersports auch in Zeiten des [2][Klimawandels] befasst.
       „White Out“ ist ein Begriff aus dem Alpinismus. Wenn das Auge nichts mehr
       zu fassen bekommt, weil alles weiß scheint – der Schnee unter den Füßen
       ebenso wie der wolkenverhangene Himmel, dann wird es gefährlich.
       
       Da wird doch nicht etwa eine wintersportkritische Ausstellung ausgerechnet
       da gezeigt, wo Italien dem Wintersport eine Showbühne aufgebaut hat? Auch
       wenn eine dieser niederschmetternden Grafiken an einer Wand angebracht
       wurde, auf der abzulesen ist, dass auch in den Hochlagen der Alpen immer
       seltener Schnee fällt, setzt die Ausstellung, die der deutsche Designer
       [3][Konstantin Grcic] zusammengestellt hat, vor allem auf das Ermöglichen.
       Die akademische Faszination für Design steht über so gemeinen Gedanken wie
       Naturschutz.
       
       Mit der Designerbrille betrachtet, muss man den Eiskanal, den die
       chinesischen Olympiamacher von 2022 in ein [4][Naturschutzgebiet] betoniert
       haben, vielleicht wirklich schön finden. Und wie es Technikdesigner
       schaffen, einen Bob wie den der deutschen Olympiasieger so windschnittig
       wie möglich zu machen, auch das lässt ein Designerherz wahrscheinlich höher
       schlagen. Es geht um Lösungen durch Design.
       
       Wenn sich bedingt durch Klimaveränderungen immer mehr Lawinen lösen, dann
       braucht es vor allem ein gut designtes Rettungsgerät. Und wenn kein Schnee
       mehr fällt, dann muss man Pisten eben anders denken, neue
       Beschneiungstechniken entwickeln, die mit weniger Wasser auskommen, oder
       auf recycleten Textilresten Ski fahren, so wie es auf dem Dach eines
       Bürogebäudes in Kopenhagen möglich ist.
       
       Vor diesem Hintergrund wird auch ein Skiresort in der saudischen Wüste zur
       positiven Designvision. Dass das Projekt mittlerweile als gescheitert gilt,
       nachdem Saudi-Arabien die [5][Asiatischen Winterspiele] 2029 vom
       Retortenort Trojena nach Almaty in Kasachstan weitergereicht hat, ist in
       dieser Logik egal. Es geht ums Machen. Um die Berge geht es jedenfalls
       nicht.
       
       15 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.arte.tv/de/videos/131343-000-A/ausstellung-white-out-winter-sports-in-mailand/
 (DIR) [2] /Klimawandel-in-Bayern/!5991701
 (DIR) [3] /Das-ist-Grcic/!462356/
 (DIR) [4] /Olympia-und-die-Umwelt/!5831095
 (DIR) [5] https://www.bbc.com/sport/articles/c2k988ld2k5o
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Rüttenauer
       
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