# taz.de -- Beamte und Altersvorsorge: Beamte halten Kritik an Pensionen für „populistischen Unfug“
       
       > Der Beamtenbund protestiert gegen Vorschläge, die Staatsdiener:innen
       > künftig in die Rentenkasse einzubeziehen. Es gibt aber fundierte
       > Gegenmeinungen.
       
 (IMG) Bild: Volker Geyer, Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes: In Deutschland gab es Mitte 2024 knapp 1,8 Millionen Beamte
       
       Der Deutsche Beamtenbund (DBB) hat Forderungen, wonach auch Beamtinnen und
       Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen, als
       „populistischen Unfug“ kritisiert. „Die Einbeziehung der Beamtinnen und
       Beamten würde kein einziges Problem der gesetzlichen Rente lösen“, sagte
       der Bundesvorsitzende des Gewerkschaftsdachverbands, Volker Geyer, der
       Nachrichtenagentur AFP. Ein solches Vorgehen entlaste die Kassen nicht „und
       würde den Steuerzahler teurer kommen“.
       
       Schon lange gibt es die Forderung, zur Stabilisierung der
       Rentenversicherung auch Beamt:innen in die Kasse einzahlen zu lassen. In
       Deutschland gab es laut Statistischem Bundesamt Mitte 2024 knapp 1,8
       Millionen Beamte. Ihnen standen knapp 35 Millionen
       sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gegenüber. Diese zahlen einen
       Teil ihres Lohnes in die Rentenversicherung ein, während für die Pensionen
       der Beamten der Staat aufkommt.
       
       Geyer verwies darauf, dass den „zunächst entstehenden finanziellen
       Entlastungen der Rentenversicherung“ durch neue Einzahlende langfristig
       „hohe zusätzliche Rentenleistungen gegenüberstehen würden“, wenn diese dann
       in den Ruhestand gehen. Das würde die Finanzierung der gesetzlichen
       Rentenversicherung voraussichtlich erschweren, sagte er. Die
       Ruhestandsphase der Beamt:innen dauert wegen ihrer relativ hohen
       Lebenserwartung vergleichsweise lange.
       
       Zur Altersversorgung der Beamt:innen schwelt schon länger eine
       [1][Gerechtigkeitsdebatte.] Hintergrund ist die Tatsache, dass die
       durchschnittliche Beamtenpension bei rund 3.240 Euro liegt, während die
       Durchschnittsrente nur 1.599 Euro beträgt, wie auch der Chef des Berliner
       [2][DIW-Instituts,] Marcel Fratzscher, ausführte. Allerdings haben Beamte
       im Schnitt auch ein höheres Bildungsniveau und verfügen über keine
       ergänzende Betriebsrente.
       
       Fratzscher spricht sich dafür aus, dass neu eingestellte Beschäftigte im
       öffentlichen Dienst wie alle anderen auch in die gesetzliche
       Rentenversicherung einzahlen. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatte
       diesen Vorschlag [3][zuvor gemacht] und viel Protest geerntet.
       
       ## Sparpotenzial nur durch Kürzungen
       
       Das arbeitgebernahe [4][IW-Institut] in Köln setzte Bas entgegen, dass ihr
       Vorschlag kurzfristig höhere Ausgaben für Bund, Länder und Kommunen zur
       Folge hätte, da diese ja neben den Pensionslasten für die jetzigen
       Ruheständler dann noch Monat für Monat die Rentenversicherungsbeiträge für
       die Beschäftigten tragen müssten. Zudem: sowohl den Arbeitgeber- als auch
       den Arbeitnehmerbeitrag, wenn das Nettoeinkommen dasselbe bleiben soll wie
       im bisherigen verbeamteten Status.
       
       Um Geld zu sparen, müsste den Beamt:innen also auch ein Teil ihrer
       Privilegien in der Altersvorsorge genommen werden. Ihre Altersbezüge
       müssten langfristig sinken. Bei Beamt:innen [5][richtet sich die Pension
       nach den Dienstjahren] und dem Gehalt kurz vor dem Ruhestand und nicht wie
       bei Rentenempfänger:innen nach dem Verdienst in der gesamten
       Lebensarbeitszeit.
       
       Der DBB-Vorsitzende Geyer lehnte auch die Forderungen, das Beamtentum zu
       verkleinern, als „unsinnige Debatten“ ab. CDU-Generalsekretär Carsten
       Linnemann hatte eine deutliche Reduzierung der Verbeamtungen in Deutschland
       gefordert. Nur noch Beschäftigte mit „hoheitlichen Aufgaben“ wie etwa
       Polizist:innen sollten verbeamtet werden, Lehrer:innen aber nicht
       mehr. Auch Linnemann erntete breiten Protest, unter anderem aus der CSU und
       von den Grünen, die davor warnten, dass der öffentliche Dienst solcherart
       unattraktiver werden könnte. Gerade unter den Grünen-Wähler:innen finden
       sich viele Beamt:innen, darunter viele Lehrer:innen.
       
       12 Feb 2026
       
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