# taz.de -- Israel und USA: Trump will Verhandlungen mit Iran weiterführen
       
       > Israels Regierung warnt vor einem Abkommen mit dem Mullahregime, das sich
       > nur auf dessen Atomprogramm beschränkt. Trump bevorzugt hingegen einen
       > schnellen Deal.
       
 (IMG) Bild: Freudige Zusammenkunft: Benjamin Netanjahu und Donald Trump verstehen sich prächtig, 29. September 2025
       
       dpa/rtr | US-Präsident Donald Trump hat nach einem Treffen mit Israels
       Regierungschef Benjamin Netanjahu deutlich gemacht, dass er eine Einigung
       mit Iran militärischen Schritten zum jetzigen Zeitpunkt vorzieht. Er habe
       darauf „bestanden“, dass die [1][Verhandlungen mit Teheran weitergeführt
       werden], um herauszufinden, ob ein Deal möglich sei, schrieb Trump in einem
       Social-Media-Beitrag.
       
       Israel warnt seit Langem vor einem Abkommen mit Iran, das sich nur auf das
       Atomprogramm der Islamischen Republik beschränkt. Der jüdische Staat
       fordert, dass Iran auch das Arsenal ballistischer Raketen und die
       Unterstützung seiner Verbündeten in der Region herunterfährt. Er habe sich
       mit Trump auf eine „Fortsetzung der engen Koordination und des engen
       Kontakts“ geeinigt, teilte Netanjahus Büro im Anschluss an das Treffen in
       Washington mit.
       
       Trump und Netanjahu hatten auch vor [2][Israels Angriff auf Iran im Juni
       2025] unterschiedliche öffentliche Erklärungen abgegeben – bevor sich das
       US-Militär knapp eine Woche später anschloss und Irans Atomanlagen
       bombardierte. Israels Angriff erfolgte damals nur einen Tag vor einer
       geplanten Runde weiterer Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über
       das iranische Atomprogramm.
       
       ## Netanjahu will US-Linie beeinflussen
       
       Für Netanjahu, der bereits zum siebten Mal seit Trumps Rückkehr ins Weiße
       Haus mit diesem zusammentraf, ging es bei dem unter Ausschluss der Presse
       stattfindenden Besuch vor allem darum, die US-Linie zu beeinflussen.
       
       Israel dringt darauf, dass ein Abkommen nicht nur das Atomprogramm, sondern
       auch das iranische Raketenarsenal und die Unterstützung verbündeter Milizen
       umfasst. Netanjahus Büro teilte nach dem Treffen mit, dass beide Seiten
       vereinbart hätten, „ihre enge Zusammenarbeit und ihren engen Kontakt
       fortzusetzen“.
       
       Trump hatte zuvor in Interviews deutlich gemacht, dass er zwar an den
       Verhandlungswillen der iranischen Regierung glaube, [3][bei einem Scheitern
       der Diplomatie] aber zu einem harten Vorgehen bereit sei. Ein gutes
       Abkommen bedeute „keine Atomwaffen, keine Raketen“, sagte er in einem am
       Dienstag ausgestrahlten Interview des Senders Fox ‌Business, ohne Details
       zu nennen.
       
       Dem Portal Axios zufolge erwägt Trump zudem [4][die Entsendung eines
       zweiten Flugzeugträgerverbands in die Region], um den militärischen Druck
       auf den Iran zu erhöhen. Israel befürchtet laut Insidern, dass sich die USA
       auf einen eng gefassten ⁠Deal einlassen könnten, der lediglich das
       Atomprogramm betrifft und die weiteren Sicherheitsinteressen des Landes
       ignoriert.
       
       ## Iran lehnt Ausweitung der Gespräche ab
       
       Die Führung in Teheran lehnt eine Ausweitung der Gespräche auf ihr
       Raketenprogramm jedoch ab. „Die Raketenfähigkeiten der Islamischen Republik
       sind nicht verhandelbar“, sagte Ali Schamchani, ein Berater des Obersten
       Führers Ajatollah Ali Chamenei, am ‌Mittwoch.
       
       Der Iran ‌hatte sich zuletzt bereit erklärt, über Einschränkungen seines
       Atomprogramms zu sprechen, im Gegenzug für eine ⁠Aufhebung von Sanktionen.
       Eine Verknüpfung mit dem Raketenprogramm schloss die iranische Regierung
       jedoch aus.
       
       Gespräche oder Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gibt es mit
       Unterbrechungen seit vielen Jahren. Kritiker hatten wiederholt ‌gemutmaßt,
       Iran wolle damit lediglich Zeit zur Entwicklung einer ‌Atomwaffe gewinnen.
       
       12 Feb 2026
       
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