# taz.de -- Politischer Wandel im Iran: Tausende demonstrieren in Berlin gegen das Mullah-Regime
       
       > Zahlreiche Organisationen und Persönlichkeiten hatten zu der Demo am
       > Samstag aufgerufen. Donald Trump findet nach indirekten Gesprächen mit
       > Teheran lobende Worte. Von dort kommen dennoch Drohungen.
       
 (IMG) Bild: Tausende Exil-Iranerinnen und Iraner protestieren gegen die Regierung in Teheran
       
       dpa/rtr/afp | Tausende Menschen demonstrieren in Berlin gegen die
       autoritäre Regierung in Teheran und für Solidarität mit den Menschen im
       Iran. Zu der Kundgebung „Freiheit für Iran“ hat unter anderem der Verein
       Exil-iranische Gesellschaft in Berlin aufgerufen. Rund 340 internationale
       Organisationen sowie politische Persönlichkeiten unterstützen die
       Demonstration, zu der in sozialen Medien, mit Flugzetteln und großen
       Anzeigen in einigen Zeitungen aufgerufen wurde.
       
       Zum Auftakt der Veranstaltung versammelten sich laut Polizei etwa 8.000
       Menschen. Weitere Demonstranten stießen aber noch hinzu, hieß es. Der
       Veranstalter rechnete mit 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Viele
       Menschen seien aber noch auf der Anreise, sagte ein Sprecher. So seien
       Flüge aus Schweden und Dänemark gestrichen worden. Die Menschen seien nun
       im Bus unterwegs. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf. Sie
       begleitete die Versammlung nach eigenen Angaben mit rund 380 Kräften.
       
       ## Viele Angehörige bei Demo
       
       Laut Veranstalter gehörten zu den Demonstranten viele Angehörige von
       Menschen, die während der jüngsten Proteste im Iran getötet oder
       festgenommen wurden. Viele schwenkten iranische Fahnen. Auch Fotos von der
       Präsidentin des im Iran verbotenen Nationalen Widerstandsrates (NWRI),
       Maryam Rajavi, wurden hochgehalten. Manche Menschen trugen gelbe Westen mit
       dem Schriftzug „Free Iran“.
       
       Rajavi sprach zu den Demonstrierenden in Berlin. Der frühere
       US-Außenminister Mike Pompeo sollte live zugeschaltet werden. Weitere
       Redner sollten der frühere Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) sowie die
       frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP)
       sein.
       
       Eine dramatische Wirtschaftskrise und sehr hohe Inflation hatten Ende
       Dezember Proteste im Iran ausgelöst. Die Demonstrationen entwickelten sich
       zu politischen Protesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem.
       Sicherheitskräfte gingen gewaltsam vor. Iranische Menschenrechtsgruppen
       meldeten mehr als 3.400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der
       Informationssperre kaum überprüfen.
       
       ## Iran droht mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte
       
       Der Iran hat für den Fall eines US-Angriffs mit Vergeltungsschlägen gegen
       amerikanische Militärstützpunkte im Nahen Osten gedroht. Dies sei nicht als
       Angriff auf die Länder zu verstehen, in denen die US-Basen stünden, sagte
       der iranische Außenminister Abbas Araqchi am ⁠Samstag ‍dem Sender Al
       Jazeera. „Es wäre nicht möglich, amerikanischen Boden anzugreifen, aber wir
       ⁠werden ihre Stützpunkte in der Region ins Visier nehmen.“ Es gebe einen
       großen Unterschied zwischen einem Angriff auf Nachbarländer und auf dort
       stationierte US-Basen.
       
       Für die nächste Runde der Atomgespräche mit den USA steht nach Angaben des
       iranischen Außenministers Abbas Araghtschi noch kein Termin fest. Teheran
       und Washington seien jedoch der Meinung, dass die Gespräche bald
       fortgesetzt werden sollten, berichtet der Sender Al Jazeera ⁠unter Berufung
       auf den Minister. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump weitere Gespräche
       für die kommende Woche angekündigt. Beide Seiten hatten am Freitag
       Gespräche im Oman geführt.
       
       Trump bekräftigt, der Iran dürfe keine Atomwaffen besitzen. Zugleich zeigt
       er sich zuversichtlich, dass die Regierung in Teheran ein Abkommen
       schließen wolle. ‍Für die kommende ⁠Woche kündigt er weitere Gespräche an
       und ‌betont, es gebe genügend Zeit.
       
       Die US-Regierung plant einem Medienbericht zufolge für den 19. Februar ein
       Gipfeltreffen zu einem „Friedensrat“ für den Gazastreifen. Das Treffen
       solle zugleich eine ‌Geberkonferenz für den Wiederaufbau des Küstengebiets
       sein, berichtet das Nachrichtenportal Axios. Dem Bericht zufolge sind die
       Pläne noch in einem frühen Stadium und könnten sich noch ändern. ⁠Eine
       Stellungnahme des Weißen Hauses ⁠und des US-Außenministeriums lag zunächst
       nicht vor.
       
       ## Trump lobt Gespräche mit dem Iran
       
       Die indirekten [1][Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran im Oman]
       sind laut Donald Trump positiv verlaufen. „Wir hatten ebenfalls sehr gute
       Gespräche über den Iran, der Iran scheint sehr daran interessiert zu sein,
       ein Abkommen zu schließen“, sagte Trump am Freitag (Ortszeit) vor
       Journalisten. Eine nächste Gesprächsrunde werde „Anfang der kommenden
       Woche“ stattfinden. Der US-Präsident unterzeichnete zudem ein Dekret, in
       dem er Handelspartnern des Irans mit weiteren Strafzöllen droht.
       
       Zuvor hatte bereits der iranische Außenminister Abbas Araghtschi das Klima
       bei den Verhandlungen in der omanischen Hauptstadt Maskat als „sehr
       positiv“ bezeichnet. Laut Araghtschi konzentrierten sich die Gespräche
       ausschließlich auf die Atomfrage. Die USA hatten zuvor darauf gedrungen,
       dass auch die Unterstützung Teherans für Milizen im Nahen und Mittleren
       Osten und sein ballistisches Raketenprogramm auf die Tagesordnung gesetzt
       werden müssten.
       
       Bei den Treffen hatten die Delegationen der verfeindeten Staaten nicht
       direkt miteinander konferiert, sondern über Vermittler des Oman.
       
       7 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Gespraeche-im-Oman/!6152131
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Atomabkommen
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Opposition im Iran: Zwischen staatlichen Massakern und Demokratie
       
       Eine menschliche Zukunft Irans liegt nicht in einem neuen Führer.
       Demokratische Strukturen können nur von der Zivilgesellschaft aufgebaut
       werden.
       
 (DIR) Gespräche im Oman: Was zwischen USA und Iran auf dem Spiel steht
       
       Kürzlich noch forderte US-Präsident Trump einen Machtwechsel im Iran, nun
       gibt es Verhandlungen. Wie es zur Kehrtwende kam und worum es jetzt geht.
       
 (DIR) Verhandlungen von Iran und USA: Gespräche sollen in Oman statt Türkei stattfinden
       
       Iran soll fordern, dass die Gespräche mit den USA wie im letzten Jahr in
       Oman stattfinden. Und dass es nur um das Atomprogramm geht – nicht etwa um
       sein Raketenarsenal.