# taz.de -- Vergewaltigungsprozess in Frankfurt: 14 Jahre Haft für Serienvergewaltiger
> Das Frankfurter Landgericht spricht einen 44-jährigen Mann in mehr als 20
> Fällen schuldig, darunter besonders schwere Vergewaltigung und versuchter
> Mord.
(IMG) Bild: Eingang zum Frankfurter Landgericht: Hier fand der Prozess gegen den 44-jährigen Serienvergewaltiger statt
Ein monströser Fall: Das Frankfurter Landgericht hat einen 44-jährigen Mann
am Freitag unter anderem wegen versuchten Mordes, besonders schwerer
Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung, Verbreitung
gewaltpornografischer Inhalte sowie unerlaubten Handeltreibens mit
Betäubungs- und Arzneimitteln schuldig gesprochen. Das Gericht verurteilte
den Angeklagten zu 14 Jahren Freiheitsstrafe und ordnete zudem eine
anschließende Sicherungsverwahrung an. An seine Opfer muss der Verurteilte
jeweils Beträge in fünfstelliger Höhe zahlen.
Nach Überzeugung des Gerichts betäubte der chinesische Staatsbürger
zwischen Januar 2020 und November 2024 in mehreren deutschen Städten,
darunter Göttingen, Nürnberg, Mannheim, Frankfurt und Dreieich, überwiegend
chinesische Frauen im Alter zwischen 18 und 33 Jahren und vergewaltigte
sie. Seine Taten filmte und fotografierte er und teilte die Aufnahmen
anschließend unter anderem in Telegram-Gruppen.
In diesen Gruppen tauschten sich laut dem Vorsitzenden Richter Jörn
Immerschmitt Männer über Vergewaltigungsfantasien aus und gaben einander
Ratschläge und Informationen. Der 44-Jährige sei dort teilweise als
„Meister“ bezeichnet worden, zudem habe er sich an einer offen
frauenverachtenden Kommunikation beteiligt. Im Zusammenhang mit dem Prozess
in Frankreich um die Massenvergewaltigungen an Gisèle Pelicot habe er etwa
geschrieben: „Haha, an dieser Aktion will ich auch mal teilnehmen.“
Zu den Opfern gehörten Frauen aus dem sozialen Umfeld des Täters, darunter
Nachbarinnen, Arbeitskolleginnen, gute Freundinnen und Untermieterinnen.
Darüber hinaus nahm der Täter über die chinesischen Online-Plattformen
„Xiaohongshu“ und „WeChat“ Kontakt zu Frauen auf, gab sich dabei teilweise
als Frau aus, bot Wohnungsvermittlungen oder Wohnungen zur Miete an. Dort
fesselte er die Opfer, betäubte sie unter anderem mit unerlaubten
Betäubungs- und Arzneimitteln und vergewaltigte sie.
## Langzeitfolgen für die Opfer
Von „ganz gravierenden Lebensveränderungen, wahrscheinlich für immer“
sprach Richter Immerschmitt mit Blick auf die Folgen für die Betroffenen.
Diese litten bis heute unter erheblichen Konsequenzen, kämpften mit
schweren psychischen Folgen bis hin zu Suizidgedanken, seien teilweise
umgezogen und hätten ihre Arbeitsstellen verlassen. Ihr soziales Leben sei
stark eingeschränkt. Viele der Frauen hätten aufgrund des hinterlistigen
Vorgehens des Täters von den Taten nichts bemerkt und erst nach der Anklage
davon erfahren. „Wir haben die Hoffnung, dass die Opfer ihr Leiden
verarbeiten können“, sagte Immerschmitt.
Dem Richter zufolge habe der Täter „über Jahre hinweg schlimmste Verbrechen
begangen“ und dabei eine „narzisstisch geprägte Persönlichkeit“ mit wenig
Empathie gezeigt. Seine Taten seien zunehmend eskaliert: So habe er
Betäubungsmittel zunächst etwa in Orangensaft gemischt, später auch in
Schokolade. In einem Fall habe der Angeklagte eine Kollegin während eines
Livestreams vergewaltigt, in einem anderen eine Untermieterin neben einem
elf Monate alten Baby. Viele weitere Einzelheiten habe er bewusst nicht
öffentlich ausgeführt, da man diese aufgrund ihrer verstörenden Elemente
„mündlich kaum ausdrücken“ könne, so Immerschmitt.
In acht Fällen soll der Angeklagte Frauen durch die Verabreichung
verschiedener verschreibungspflichtiger Schlafmittel sediert und sie
anschließend im wehrlosen Zustand vergewaltigt haben. Durch die
Verabreichung von Schlafmitteln habe der Angeklagte laut Urteil den Tod der
Opfer billigend in Kauf genommen. Teilweise habe er die Frauen bewusstlos
in deren Wohnungen zurückgelassen und sei abgereist.
Bei der Durchsuchung der Wohnung des 44-Jährigen hatten die Ermittler im
vergangenen Jahr mehrere Festplatten mit insgesamt 176.755 Videos und
Bildern sichergestellt, die zum Teil schweren sexuellen Missbrauch von
Kindern zeigen. Der Prozess gegen den Mann lief seit Oktober vergangenen
Jahres vor dem Frankfurter Landgericht. Er war am 14. November 2024
festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
6 Feb 2026
## AUTOREN
(DIR) Yağmur Ekim Çay
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